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Herbstsuppe aus Muskatkürbis und Steckrübe

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Warum ich kein Foodblogger wurde…

Irgendwann in meinem ersten oder zweiten Bloggerjahr – so genau weiß ich das nicht mehr, meine Kinder waren jedenfalls noch wirklich sehr klein (Kleinkind-klein) – schrieb ich mal einen Text darüber, warum ich mich nicht als Foodblogger eignen würde. In meiner Vorstellung gehörten dazu abwechslungsreiche, immer wieder brandneue Rezepte mit dem gewissen wow-Faktor. Ihr wisst schon, die, bei denen einem das Wasser im Mund zusammen läuft, wenn man nur den Titel liest.

Das, was ich unter der Woche damals jedoch so kochte, waren trockene Nudeln, trockener Reis, trockene Kartoffeln. Wahlweise mit rohem Gemüse in Trennkost-Manier. Ich dachte mir (und bin mir bis heute sicher, dass ich damit goldrichtig liege): dafür kann es einfach keine Leser geben!

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…sondern ein „Ich liebe Essen und will darüber erzählen“-Schreiber

Über die Jahre habe ich den Gedanken so beibehalten und immer wieder gedacht: nee, den virtuellen Augenschmaus, den überlass ich mal lieber anderen. Dabei kochen wir wirklich gern und gut und hätten jede Menge zum Thema Nachhaltigkeit, gesunde Ernährung als Familie und vor allem zum Zusammenhang von Hochsensibilität und Mahlzeiten zu sagen. Aber irgendwie waren Menschen, die über Essen bloggen, Foodblogger. Und der war (und bin!) ich nun mal nicht. Ich bin höchstens ein „Ich liebe Essen und will darüber erzählen“-Schreiber.

Vor ein paar Monaten kam dann noch ein weiterer Gedanke dazu. Wäre es nicht schön, ein eigenes Kochbuch in den Händen zu halten? Eins, in dem alle Lieblingsrezepte stehen, die wir so haben. Nur Gerichte, die wir auch wirklich essen und die wir immer wieder zubereiten. Was die Kinder später mitnehmen können, wenn sie ausziehen. Nach dem sie vielleicht in ihrer ersten Studentenbude selbst für sich (oder andere) kochen (und vielleicht sogar ein wenig Heimweh damit stillen…). Oh ja, das wollten wir ganz unbedingt!

Unser Familienkochbuch

Also haben wir angefangen, unsere Rezepte aufzuschreiben. Auf Knitterpapieren und Kassenbons und verklecksten Einkaufszetteln. Denn wir beide kochen (ich) und backen (mein Mann) sehr intuitiv – gar nicht so einfach, dann an die richtigen Mengenangaben und alle Zutaten zu denken. Auf der anderen Seite: sind nicht die Hand geschriebenen Rezeptsammlungen aus der Familie mit unleserlichen Zutaten und manchmal kryptischen Mengenangaben die aller-, allerbesten?

Da wir aber leider auch dazu neigen, besagte Zettel irgendwo hinzulegen und dann nicht wieder zu finden, haben wir uns dazu entschieden, ganz organisiert dagegen anzugehen. Die Rezepte kommen zunächst mal alle hier auf den Blog. Habt Ihr also gleich auch noch was davon. Immerhin kann ich bzw. können wir bei der Gelegenheit gleich mal über oben genannte Themen schreiben. Und wenn der Zeitpunkt reif ist, dann wird das Ganze für unsere Kinder gedruckt. So richtig schön, mit Leineneinband und geprägtem Titel und Widmung und allem pipapo. Jedenfalls stelle ich mir das in meiner bibliophilen Phantasie so vor.

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Schmeckt mir nicht

Einige ganz wenige Rezepte finden sich hier bei seed&story bereits, ich habe ihnen einen eigenen Ordner rechts in meiner Sidebar verpasst. Er nennt sich „Schmeckt mir nicht.“, ein Satz, der zum Standardrepertoire unserer Kinder gehört. Genau wie „Ich will nicht laufen“ oder „Nur noch fünf Minuten“. Und man weiß ja, wie es sich mit diesen Sätzen verhält: der Wahrheitsgehalt ist dehnbar wie frisch gekauter Kaugummi…

Das Rezept, welches ich Euch heute mitgebracht habe, stieß in der Kinderabteilung dieser Familie auf geteilte Begeisterung. Die einen mochten die Suppe nicht, die anderen den Möhrensalat. Am Ende war aber alles aufgegessen, beschweren kann ich mich also nicht, oder? Aber mal im Ernst: es war wirklich, wirklich gut. Deswegen teile ich heute also mit Euch unsere Herbstsuppe aus Muskatkürbis und Steckrübe. Dazu gab es Pesto-Brotstangen und Salat von lila Möhren.

Wäre der Text nicht bereits so lang, könnte ich Euch jetzt noch eine Geschichte erzählen, als ich das erste Mal Steckrüben-Eintopf bei der (mittlerweile verstorbenen) Oma meines Mannes gegessen habe. Ich mach es kurz: ich fand es furchtbar eklig. Womit ein weiterer Beweis erbracht wäre, dass „Schmeckt mir nicht“ die essenbezogene Übersetzung der Relativitätstheorie ist. Und wie schön es ist, im Herbst auf dem Wochenmarkt einzukaufen und wie gesund und nachhaltig und einfach wunderbar; ja, darüber wollte ich auch noch schreiben. Mach ich dann das nächste Mal, okay?

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Hier also nun das

Rezept für Herbstsuppe aus Muskatkürbis und Steckrübe

reicht ungefähr für 4 Personen; vielleicht auch nur für 2-3 😉

Suppe

  • eine halbe Steckrübe
  • ein großes Stück Muskatkürbis (wir hatten vielleicht ungefähr 1/8. Aber das hängt ja ganz von der Größe des Kürbis ab)
  • eine rote Zwiebel
  • frische, krause Petersilie
  • ca. 400ml Gemüsebrühe (das hängt sehr davon ab, wie groß Kürbis und Steckrübe waren)
  • 1 Becher Saure Sahne
  • Olivenöl
  • Salz, Pfeffer, etwas brauner Zucker

Zwiebel häuten und klein würfeln. Kürbis und Steckrübe schälen und würfeln. Olivenöl im Topf erhitzen und das Gemüse so scharf anbraten, dass es schon leicht gebräunt wird (Röstaromen!). Braunen Zucker drüber streuen (1-2 Prisen), so dass das Gemüse leicht karamellisiert. Die Gemüsebrühe zugeben, alles aufkochen und das Gemüse weich kochen lassen. Nun das Gemüse pürieren. Noch einmal erhitzen, evtl noch etwas Wasser hinzugeben, falls die Suppe noch zu dick ist. Die Saure Sahne und gehackte Petersilie unterrühren, mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Varianten: den Saft einer ausgepressten Orange oder Blutorange unterrühren – gibt eine herrlich frische Note. Auch eine Grapefruit passt, das macht die Fruchtnote etwas herber. Wer es kräftiger gewürzt mag, kann noch mit eine ordentlichen Prise Cayenne-Pfeffer nachhelfen.

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Pesto-Brotstangen

  • 10g frische Hefe
  • 170g Weizenmehl
  • 120 ml lauwarmes Wasser
  • eine Prise Zucker
  • 1/2 TL Salz
  • rotes Pesto (wir nehmen bisher immer das von Alnatura [Werbung wegen Markennennung, unbeauftragt], bei unserem Verbrauch lohnt sich aber endlich mal, ein vernünftiges eigenes Rezept zu finden)

Das Mehl in eine Schüssel sieben, eine Mulde rein drücken, die Hefe hinein bröseln. Zucker drüber häufen, Wasser hinzugeben. In der Mulde die Hefe mit den Zutaten ringsherum vermengen (nur das Mehl drum herum, noch nicht alles!), bis sich die Hefe aufgelöst hat. Eine halbe Stunde stehen lassen, bis sich ein Vorteig gebildet hat. Zutaten alle miteinander verkneten, währenddessen Salz hinzugeben. Der Teig sollte nicht zu trocken sein, sondern noch etwas am Rand der Schüssel kleben. Gehen lassen, bis er sich sichtbar vergrößert hat.

Backofen auf 180°C Umluft vorheizen.

Den Teig mit Mehl bestäuben und aus der Schüssel holen. Zu einem Rechteck ausrollen. Mit Pesto bestreichen. Das Rechteck längs in Streifen schneiden (geht perfekt mit einem Pizzarollschneider). Immer einen Streifen mit den kurzen Seiten aufeinander klappen, miteinander verdrehen und dann auseinander ziehen.

Stangen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen und ca. 10 Minuten backen. Frisch verzehren.

Varianten: Man kann die Stangen auch mit Parmesan bestreuen (statt Pesto) – schmeckt ebenfalls sehr lecker. Wer richtig krosse Knusperstangen möchte, kann sie einfach kurz ein zweites Mal oder etwas länger backen.

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Salat aus lila Möhren

  • ein Bund lila Möhren
  • gutes Olivenöl
  • weißer Balsamico-Essig (alternativ Apfel-Essig)
  • Salz, Pfeffer

Die Möhren waschen und evtl. schälen, dann grob raspeln. Mit etwas Olivenöl, Essig, Salz und Pfeffer abschmecken.

Varianten: meine Kinder lieben noch geriebenen Apfel im Möhrensalat, das gibt noch ein wenig Fruchtsüße. Wenn Ihr, wie ich, keine Äpfel essen könnt, einfach vorher etwas abnehmen und unter den Rest geriebenen Apfel heben. Lila Möhren haben allerdings mehr Aroma als ihre orange farbigen Artgenossen, weswegen sie auch ohne Apfel unglaublich lecker sind!

Ich hoffe, Ihr seid genauso begeistert wie wir, lasst es mich gern wissen!

Ich wünsch Euch viel Freude beim Nachkochen und guten Appetit!

Eure Carolin

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