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Selbermachen Zuhause sein

DIY Bett aus Baudielen

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Schlafzimmer-Ruhe

Über die Jahre und in all den gemeinsamen Wohnungen, die mein Mann und ich schon gemeinsam bewohnt haben, hat sich einiges geändert. Anforderungen, Geschmack, Notwendigkeit und auch der Aspekt der Nachhaltigkeit. An manchen Dingen jedoch haben wir schon immer festgehalten. Unter anderem daran, dass unser Schlafzimmer ein Ort der Ruhe sein muss. Ohne obligatorisches Bügelbrett, Kleiderhaufen, Chaos-Ecken und andere Dinge, die – rein äußerlich – unseren Schlaf oder einfach auch die Ruhe stören könnten.

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Bis auf die anderthalb Jahre in Dresden, die wir zu fünft in einer Dreizimmer-Wohnung lebten und ein Teil des Schlafzimmers für meinen Arbeitsbereich reserviert war, ist uns das auch gelungen. Nur mit der Schlafstätte an sich, da haben wir uns irgendwie schwer getan. Unser erstes gemeinsames Bett war lediglich ein Lattenrost, auf das wir eine Matratze gelegt haben. Nach ein paar Monaten dann kauften wir ein schlichtes Kiefernholzbett bei IKEA, antik gebeizt und nur 1,40m breit. Dieses Bett ist viermal mit uns umgezogen, noch öfter auf- und abgebaut worden (wir räumen ja gern mal ganze Zimmer um, wisst Ihr ja) und darin habe ich die ersten gemeinsamen Stunden mit meinen Töchtern verbracht (mit meinem Sohn ja leider nicht). Und es bestand den Test, dass man auch auf 1,40m das viel gepriesene Familienbett durchaus zu fünft praktizieren kann.

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Ein Bett aus Baudielen bauen

Als wir vor mittlerweile zweieinhalb Jahren nach Cuxhaven gezogen sind (what? Wo bitte ist die Zeit hin???), wollten wir uns endlich ein neues und vor allem ein größeres Bett gönnen! 

Dass wir letztlich mal wieder selbst etwas gebaut haben, lag vor allem daran, dass die Betten, die uns gefielen, vollkommen jenseits unseres Budgets lagen. Außerdem ernüchterte uns die Tatsache, dass unser neues Schlafzimmer irgendwas zwischen 4 und 6 Quadratmetern groß ist kolossal – aus der Traum von der großen Liegefläche.

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Und so haben wir, wie wir es in so einer Situation am Ende meistens tun, angefangen zu überlegen, wie wir uns selbst etwas bauen können. Herausgekommen ist ein bequemes, sehr stabiles, natürliches Bett aus Baudielen, die wir uns im Baumarkt besorgt haben. Ich hätte lieber alte, zurück gebaute verwendet, aber wir hatten leider keine Möglichkeit, welche zu beschaffen.

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Ein Bett aus Baudielen – Material

  • Baudielen aus dem Baumarkt oder eben alte/zurück gebaute (die Menge hängt von der Größe Eures Bettes ab und wie hoch Ihr es bauen wollt)
  • Kantholz/schmaler Mittelbalken + passende Halterungen/Balkenschuhe
  • Holzleisten
  • Rundstab
  • passende Schrauben
  • Schwingschleifer, Kreissäge, Stichsäge, Bohrmaschine und passende Aufsätze
  • falls Ihr auch so einen Ast integrieren wollt: Ast, getrocknet und geschält, Forstnerbohrer in der passenden Größe

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Ein Bett aus Baudielen – Anleitung

  1. Der Rahmen: zunächst messt Ihr genau aus, wie groß Euer Bett sein soll und vor allem wie hoch! Unsere Matratze misst 140x200cm, die Bettseiten sind dabei nur eine Diele hoch, das Betthaupt nochmal drei dazu.
  2. Das Bett ist so konstruiert, dass wir zwei fertige 2m Dielen für die langen Seiten benutzt haben. Von außen drauf kommen dann die kurzen Seiten – in unserem Fall 1,40m plus jeweils 4cm (entspricht der Dicke der Dielen, die ja jeweils noch dazu gerechnet werden müssen). Das sind also 148cm pro Teil – dafür sind wir mit einer 3m-Diele ausgekommen. {Natürlich kann man die kurzen Seiten auch zwischen die langen setzen.}
  3. Bevor der Rahmen zusammen geschraubt wird, müsst Ihr die Halterungen für das Lattenrost vorbereiten. In unserem Fall haben wir Recycling betrieben und den Mittelbalken sowie die Schienen der Seiten von unserem alten Bett wieder verwendet. Das geht natürlich auch ohne altes Bett. Für die Seiten könnt Ihr einfach Leisten/schmale Kanthölzer oder L-förmige Metallprofile verwenden, die Ihr einfach anschraubt. Für die Mitte benutzt Ihr oben und unten (Haupt und Fuß) jeweils einen Balkenschuh, in den der Mittelbalken gelegt und festgeschraubt wird. Die Höhe bemisst sich dabei schlicht danach, wie hoch Euer Lattenrost liegen soll.
  4. Jetzt könnt Ihr den Rahmen zusammen schrauben.
  5. Jetzt wird das Betthaupt vorbereitet. Um die Dielen aufeinander zu stecken, haben wir aus einem Rundstab lange Holzdübel gesägt. Mit einem passenden Forstnerbohrer werden die Löcher in die schmalen, langen Seiten der Dielen (wo sie aufeinander gesteckt werden) eingebracht. Dann werden die Dübel rein- und die Dielen aufeinander gesteckt. Für eine bessere Stabilität werden von der Rückseite senkrecht noch zwei schmale Leisten aufgeschraubt. Damit sie unsichtbar bleiben, enden sie spätestens in der Mitte der obersten Diele.
  6. Zu guter Letzt noch der Nachttisch: dieser besteht aus einer Diele, die genau auf der oberen Kante der Bettlängsseite endet (aufliegt) und quasi an das Betthaupt angesteckt wird. Dafür muss einfach nur ein Stück (in der Breite des Betthauptes) ausgesägt werden. Für den Ast haben wir mit einem Forstner-Bohrer ein entsprechend großes Loch gebohrt. Der Ast is lediglich reingestellt.

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Schlafzimmer-Styling

Was soll ich sagen: das Bett ist unglaublich bequem und die geringe Höhe stört auch gar nicht, im Gegenteil. Ich bin ja nicht so groß und mag es, dass meine Beine nicht aus dem Bett baumeln beim Aufstehen.

Die Idee mit dem angebauten Nachttisch kam uns während des Aufbaus. Ich finde sie nach wie vor wirklich gelungen und der geschälte Ast, an den, sobald wir sie uns zusammen gespart haben, noch eine wunderschöne Lampe von kovac family kommt (statt der Papier-Deckenlampe), ist einfach ein schönes Stilmittel, die Querlinien des Bettes optisch aufzubrechen. Ob auf die andere Bettseite noch eine kleine Wandlampe kommt, haben wir noch nicht entschieden. Für manche Dinge lassen wir uns irgendwie ganz schön Zeit… Auch das Thema schöne Bettwäsche steht irgendwie schon seit Ewigkeiten aus. Leinen und stein-gewaschene Baumwolle finde ich wunderschön, aber auch da ist wieder die Zwickmühle zwischen finanziellen Möglichkeiten, Optik und Qualität, in der wir uns befinden. Von der Nachhaltigkeit mal ganz abgesehen. Ich überlege mittlerweile, ob ich das nicht einfach alles selbst nähen soll.

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Die Farbe, Hague Blue von Farrow&Ball, die ich letztes Jahr mal gewonnen hatte, sieht wirklich wunderschön aus und hat einen herrlich satten Farbton. Allerdings wird das Schlafzimmer in absehbarer Zeit wohl wieder weiß werden. So sehr ich Farben und Muster liebe (und das tue ich wirklich!), wenn es ums Wohnen und um Kleidung geht, ertrage ich beides nur sehr, sehr dosiert. Sonst kann ich einfach nicht klar denken. 

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Zu guter Letzt: ja, meinen Kaffee bekomme ich morgens tatsächlich ans Bett gebracht. Es sei denn, eines der Kinder hat mich oder meinen Mann mal wieder in der Nacht vertrieben. Den Löffel auf dem Foto hat übrigens der Mann geschnitzt (der ja auch das Bett gebaut hat, egal, wie oft ich „wir“ schreibe). Und nein, der Kaktus steht natürlich sonst nicht neben meiner Bettseite ;-).

Eure Carolin


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4 Kommentare

  • Reply
    Jana
    13. September 2018 at 10:37

    Sieht wahnsinnig gemütlich! Die Schlichtheit und gleichzeitig die Kraft der Farben sind sehr inspirierend! Schöne Grüße, Jana

    • Reply
      Carolin
      13. September 2018 at 11:04

      Ganz lieben Dank für dieses tolle Kompliment!

  • Reply
    Stefanie Godorr
    17. September 2018 at 11:46

    Hallo Carolin, das sieht wirklich toll aus! Kannst du mir verraten wo das kleine Tablett her ist? Liebe Grüße, Stefanie

    • Reply
      Carolin
      17. September 2018 at 13:57

      Ganz lieben Dank! Das Tablett habe ich mal bei Depot gekauft, das gibt es in der Regel im Herbst immer wieder. Liebe Grüße!

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