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Der Zauber der Île-de-Ré

Ich kann mich nicht mehr erinnern, wie die Île-de-Ré auf meinen Radar erschien. Groß ist sie schließlich nicht und bei weitem auch nicht das einzige Eiland vor der französischen Küste. Ich glaube, bei meiner Reiserecherche kamen mir ein, zwei Bilder unter und da war es bereits um mich geschehen. Das ist wohl das Wesen der Île-de-Ré, denn einige Wochen später, während der Überfahrt über die 3 km lange Brücke, die in La Rochelle ihren Anfang nimmt, wird mir sofort klar: diese Insel vor der Westküste Frankreichs ist etwas Besonderes. 

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Es ist nach 20:00 Uhr und Häuser und Straßen sind in ein gedecktes Abendlicht gehüllt. Bis zum Sonnenuntergang wird es zwar noch etwas dauern, aber am Meer hat das Licht stets seine eigene Dynamik, das weiß ich seit meinem Umzug an die Nordsee nur allzu gut. Es glitzert und leuchtet über die Weite der Biskayabucht und lässt uns mit Staunen und tiefer Vorfreude in seine eigene Welt eintauchen.

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Wir fahren an weiß getünchten Häusern mit geschlossenen Fensterläden in allen Farben des Atlantiks vorbei – ein Anblick, an den ich mich schnell gewöhne und den ich bereits bei Verlassen der Insel schmerzlich vermisse. Ich möchte mir augenblicklich eine Farbkarte anlegen: verblichenes Salbeigrün, verwaschenes Meeresblau und leuchtendes Smaragdgrün konservieren, um so viel wie möglich vom südländischen Charme der Insel mit nach Hause an die allzu oft allzu graue Nordsee zu nehmen.

Picknick im Schatten des Phare des Baleines

Die erste Nacht lässt uns zunächst ernüchtert und vor allem vollkommen erschöpft zurück, da wir sie nach 17 Stunden Fahrt auf einem an sich zwar sehr hübschen Campingplatz, aber in einer Unterkunft verbringen, die an nicht vorhandenem Standard kaum zu unterbieten ist. Von der Tatsache, dass ein Bett fehlt und es übel nach chemikalischen Putzmitteln riecht, mal ganz abgesehen. Wir entscheiden uns nach einigem Hin und Her spontan dafür, eine neue Unterkunft zu buchen. Es reißt ein riesiges Loch in unsere Urlaubskasse, das wir die nächsten Tage mehr als deutlich zu spüren bekommen und unserer Reise früher als geplant ein Ende setzt. Trotzdem versuchen wir, das Beste aus der Situation zu machen. Nicht ganz leicht mit übermüdeten Kindern und hartnäckigen Kopfschmerzen. Dagegen hilft nur das beruhigende Rauschen atlantischer Wellen.

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Und so machen wir uns im goldenen Morgenlicht auf zum Phare des Baleines, nur wenige Meter von unserem Campingplatz entfernt. Da wir jede Menge Lebensmittel mitgenommen haben, können wir ganz einfach und ohne viel Mühe die Picknicktasche packen, uns eine Decke unter den Arm klemmen und den Strand im Schatten des altehrwürdigen Leuchtturms aufsuchen. All das touristische Drumherum, die Eisdiele, der Souvenirshop und verschiedene Restaurants haben noch geschlossen, außer uns ist eigentlich kaum jemand unterwegs – der Vorteil einer schlaflosen Nacht ist ein früher, ruhiger Morgen. Auch der Leuchtturm, den man normalerweise besichtigen kann, ist noch geschlossen. Wir erweisen unsere Ehrerbietung, in dem wir einmal drumherum laufen, von oben auf den Atlantik schauen und schließlich den Weg zum Strand unterhalb der alten Steinmauern einschlagen.

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Die Luft riecht nach Salz, manchmal nach Algen und Seegras. Ein Geruch, der uns die gesamten vier Tage in der Nase bleibt. Ganz wunderbar ist das. An diesem ersten Morgen finden wir bereits Muschel-Schätze, die mit großer Sorgfalt zum Auto getragen werden und bleiben mit Begeisterung vor zwei Eidechsen stehen, die sich auf einer kleinen Mauer ein Sonnenbad gönnen. 

Le Gillieux

Wir müssen noch einmal zum unglückseligen Campingplatz zurück, um uns an- und gleich wieder abzumelden und den Schlüssel abzugeben. Wir hoffen, uns mit dem Besitzer einigen zu können, doch der lässt uns auf der gesamten Rechnung sitzen. Die Stimmung ist gewaltig getrübt, wir wollen sie uns im Örtchen Le Gillieux, durch welches wir am Abend zuvor gefahren sind, ablaufen. Es klappt einigermaßen gut. Der Ort wirkt wie ausgestorben, etwas, was uns während des gesamten Inselaufenthalts begleiten wird. Die Straßen sind oft leer, außer Fahrradfahrern sehen wir nur hin und wieder einen Einheimischen vor oder an seinem Haus. Später erfahren wir, dass die eigentliche Sommerhochsaison erst mit dem französischen Nationalfeiertag beginnt und so haben wir – mal wieder – großes Glück im Unglück.

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Es ist sehr ruhig und wir genießen die alten Steinmauern, Farbspiele der Stockrosen vor den Häusern und fotografieren vergnügt vor uns hin. Jona interessiert sich schon eine ganze Weile für Fotografie und so habe ich ihm meine alte Spiegelreflex-Kamera mitgenommen, mit der er fleißig nach guten Motiven Ausschau hält und sich in Bildkomposition übt.

Inselrundfahrt

Wir können erst nachmittags in der neuen Unterkunft einchecken und sehnen uns dringlichst nach einer Dusche und etwas Angekommen-Gefühl. Aber da wir keine Minute vergeuden und trotzdem etwas von der Insel sehen wollen, fahren wir zunächst weiter bis an die äußere Inselspitze nach La Patache. Die Sonne brennt mittlerweile heiß vom Himmel und so laufen wir nur eine kleine Etappe des Rundweges, der einen durch die nördlichen Salzfelder führt. Aber die Kinder sind müde und wollen nicht weit laufen, so beschließen wir, die Insel langsam Richtung Südspitze abzufahren.

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Was sich zunächst als Notfallplan verkauft, stellt sich ganz schnell als eine wirklich großartige Idee heraus – vor allem dann, wenn es einem nicht möglich ist, die Insel per Fahrrad zu erkunden (etwas, was wir leider nicht geschafft haben, jedoch unbedingt zu empfehlen ist). Wir halten an einem der Strände von La Couarde-sur-Mer – sie gelten als die schönsten nicht nur der Insel, sondern der gesamten französischen Atlantikküste – und machen dort Mittagspause; Strandpicknicks sind einfach unser Ding! Wir fühlen uns in die Karibik zurück versetzt, angesichts der weiten Sandzunge, die flach ins Wasser hinein geht und den perfekten Badeplatz bildet. Aber obwohl uns heiß ist, sind wir zu müde, die Badesachen aus dem Auto zu holen. Was sich ganz bald angesichts der schwarzen Wolken, die sich  zwischenzeitlich am Horizont zusammen gebraut haben, als eine weise Entscheidung herausstellt. 

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Wir kreuzen verschiedene Ortschaften, eine schöner als die andere. Vor allem Ars-en-Ré hat es uns angetan. Wir lassen uns durch die Gassen treiben, etwas, was auch mit dem Auto geht. „Ringel fahren“ nennen wir es und wir freuen uns sehr, dass wir so die Gelegenheit haben, möglichst viel Inselatmosphäre einsammeln zu können. So haben wir am Ende der vier Tage das schöne Gefühl, mit einem guten Überblick nach Hause zu fahren, obwohl wir nicht noch einmal in Ruhe alle Ortschaften aufsuchen konnten.

Erfahrungsschatz

Die restlichen drei Tage erkunden wir die Insel von der neuen Unterkunft aus, die sich im Süden nahe Rivedoux-Plage und La Flotte befindet. Sie ist zwar eine wesentliche Verbesserung, aber trotzdem nicht das, was wir erhofft hatten und so bleibt eine wirkliche Entspannung leider aus. Die Betten verursachen uns Rückenschmerzen und mein mobiles Datenvolumen ist bereits nach zwei Tagen aufgebraucht, da das versprochene WLAN nicht funktioniert. Zudem plagt sich Jona mit einem schlimmen Ausschlag an den Händen herum – wahrscheinlich eine Reaktion auf die chemischen Putzmittel des Campingwagens.

 

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Und trotzdem halten wir an unserem Vorhaben fest und versuchen, das Beste aus allem zu machen und uns unsere Reise nicht verderben zu lassen. Wir sehen es als reichen Erfahrungsschatz, der sich da vor uns auftut – und in mancherlei Hinsicht zu einer wirklich positiven Erfahrung wird. Beispielsweise sind wir wirklich überrascht, wie gut wir uns überall zurecht finden – ohne mobile Karte oder Navigationsgerät. Einfach, in dem wir uns noch intensiver auf die Umgebung einlassen. Überhaupt bleibt das Handy jeden Tag mehr irgendwo liegen, manchmal vergessen wir vollkommen, es überhaupt für unterwegs einzustecken.

La Flotte

Am Dienstag entschließen wir uns, dem Städtchen La Flotte einen Besuch abzustatten. Wir fahren nur ein paar Minuten mit dem Auto und parken etwas außerhalb des Stadtzentrums. Durch La Flotte hatte uns unsere kleine Inselrundfahrt schon tags zuvor geführt und wir waren schwer begeistert vom Charme des alten Inselortes. 

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Das ehemalige Fischerdorf gehört zu den schönsten Städten von ganz Frankreich und liegt mit einem kleinen Hafen auf der süd-östlichen Seite der Insel. Vom Parkplatz aus schlendern wir eine Anwohnerstraße entlang, die uns zunächst zur Promenade führt. Der Strand unterhalb der Befestigung ist schmal und lädt uns nicht wirklich zum Baden ein – wobei die Franzosen da anscheinend weniger wählerisch sind. Fasziniert beobachte ich eine Gruppe Frauen, die in Neopren-Anzügen das Wasser abschreiten. Am Strand sitzt ein kleines Mädchen mit ihrer Großmutter und versucht, ein wenig Sand in ihren Eimer zu schaufeln. Der Blick jedoch übers Wasser, der in der Ferne vom gebogenen nördlichen Ende der Insel begrenzt wird, ist wunderschön, das Licht einzigartig und trotz anhaltender Müdigkeit, die uns den ganzen Urlaub leider nicht verlassen wird, fühle ich mich beschwingt und lächele glücklich. Am Ende der Promenade erreichen wir die Hafeneinmündung, in der jede Menge Segelboote vor Anker liegen. Drumherum eröffnet sich uns das französische Leben am späten Vormittag. Menschen sitzen in der Brasserie und schlürfen aus kleinen Tassen schwarzen Kaffee nach französischer Art. Frische Muscheln und Austern liegen für das anstehende Mittagessen bereit und an einer kleinen Tafel eines Bistros lese ich „La vie est belle“ – das Leben ist schön.

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Ja, das schöne Leben, das können die Franzosen und La Flotte präsentiert es uns an diesem Vormittag mit voll aufgefahrenem Charme. Wir biegen in eine Gasse der Innenstadt ein und essen in der Boulangerie Feuilette/Turcot unser erstes Pain au chocolat des Urlaubs. Es wird auch mit Abstand das Beste bleiben, welches wir finden – und wir geben uns bei der Suche redlich Mühe! Vielleicht liegt es am Zauber, der jedem ersten Mal inne wohnt und die Messlatte genau dadurch manchmal unerreichbar hoch legt – vielleicht auch daran, dass diese Boulangerie wirklich außergewöhnlich gut ist. Vor der Bäckerei beobachte ich einen Mann, wie er ein Baguette in den Korb seines Fahrrads legt und mich erfüllt eine beinahe kindliche, blubbernde Freude darüber, dass manche Bilder einfach so herrlich kitschig-wahr sind. Mein Blick fällt auf eine alte Frau, die in Schürze gekleidet und auf ihren Gehstock gestützt im Eingang ihres Hauses das Treiben auf der Straße im Blick behält; und die Tatsache, dass ich ein Foto von ihr machen kann, fügt dem Sprudel in meinem Bauch noch ein paar Bläschen mehr hinzu.

Wir lassen uns weiter treiben, probieren frisches französisches Nougat und landen zufällig auf dem ersten Wochenmarkt, den wir während dieser Sommerreise besuchen werden. Ich könnte ewig auf den alten Pflastersteinen stehen bleiben, den Menschen beim Feilschen und Handeln zuhören, die Gerüche einatmen, während mir all die Zwiebelsträuße, dicken Salamis und runden Käseleibe beinahe wie ein lebendiges Kunstwerk vorkommen, an dem ohne Unterlass gearbeitet wird. 

Zum Schluss schauen wir vom kleinen Leuchtturm in der Hafeneinfahrt aus noch einmal über die Bucht. Jona wünscht sich sehnsuchtsvoll, ein Boot zu befahren, ich wünsche mir nichts mehr, als für die nächsten zwei oder drei Stunden in der so einladenden Brasserie zu sitzen, Cidre zu trinken und mich durch die Karte an lokalen Köstlichkeiten zu schlemmen. Keiner von uns beiden kann an diesem Tag jedoch damit rechnen, dass sein Wunsch in Erfüllung geht und so machen wir uns in der Mittagshitze mit leichter Sehnsucht auf den Weg zurück in unser Appartement, kochen uns etwas und nutzen die Mittagszeit zur Ruhe.

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Notre-Dame-de-Ré (Les Châteliers) und Rivedoux-de-Plage

Urlaub, vor allem als fünfköpfige Familie, bedeutet ja auch, sich auszuruhen, Kraft zu tanken, mal nichts zu tun. Und so lassen wir den nächsten Tag ruhig angehen, lesen und spielen im Garten des Ferienhäuschens. Als uns dann nachmittags doch noch einmal ein wenig Entdeckerlust packt, fahren wir nur ein paar Meter weiter und besichtigen die Ruinen von Notre-Dame-de-Ré, genannt Les Châteliers. Das ehemalige Zisterzensier-Kloster war kein unbedeutendes, sondern ein Tochterkloster der Primärabtei Pontigny, die wiederum direkt dem Mutterkloster aller Zisterzienser unterstellt war. Das Kloster hat eine durchaus wechselvolle Geschichte. Und während wir durch gut erhaltene Rundbögen und über abgebrochene Steinmauern – mit den Steinen wurde unter anderem das nur wenige Meter entfernte Fort de la Prée erbaut – klettern, umweht sie uns mit einem zarten Flüstern. Im ehemaligen Chor bleibe ich stehen und lasse meinen Blick nach oben schweifen. Statt steinerner Rundbögen überspannt mich ein grauer, mit dramatischen Wolkenbergen garnierter Himmel – nicht weniger beeindruckend als sein architektonisch vergangenes Abbild.

Nachdem wir ausgiebig geklettert, fotografiert, gestaunt und nach verborgenen Schätzen gesucht haben – mehr als ein paar Spinnen und Ameisen waren jedoch nicht zu finden – machen wir uns noch auf zu einem kleinen Abendspaziergang in Rivedoux-de-Plage. Wie in anderen Orten der Insel auch, lebt die Einwohnerschaft vom Austernanbau. Während wir uns über ein kleines Strandstück arbeiten, um die schönsten Austernschalen einzusammeln, kommt ganz langsam die Flut herein. Sie überspült die vor uns liegenden Austernbänke und hebt die brach liegenden Boote zurück in ihren schaukelnden Zustand, für den sie gebaut wurden.

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Wir legen noch eine kleine Pause am Leuchtturm ein und beobachten einen Einheimischen, der mit einem Fangnetz von der Hafenmauer aus Fisch oder Austern oder andere Meeresfrüchte – so genau wissen wir das nicht – einsammeln will. Währenddessen springt ein kleines, wild gelocktes Mädchen fröhlich um ihn herum, schaut mal hier, mal dort von der hohen Mauer. Und ich weiß nicht genau, ob ich mich angesichts dieser Sorglosigkeit ängstigen oder sie bewundern soll. Es bleibt unentschieden.

Saint-Martin-de-Ré

Am letzten unserer Urlaubstage auf der Île-de-Ré brauchen wir noch einmal waschechtes Inselstädtchenflair und machen uns deswegen auf den Weg, Saint-Martin-de-Ré zu erkunden. 

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Die historische Hauptstadt der Insel ist unfassbar reich an Geschichte und französischer Kultur. Das Bild wird vor allem durch die Festungsanlagen und die riesige Zitadelle geprägt, die unter Ludwig IV., dem französischen Sonnenkönig, von Vauban erbaut wurde und nach wie vor erstaunlich gut erhalten ist. Wir passieren eines der Tore zwischen den breiten Stadtmauern und laufen mit einem etwas mulmigen Gefühl am heutigen Gefängnis, welches sich in einem Teil der Festung befindet, vorbei, das mit 500 Häftlingsplätzen zu den wichtigsten in ganz Frankreich gehört. Die gepflasterte Straße führt uns weiter Richtung Zitadelle. Wir folgen den Mauern des riesigen Sterns, die die Stadt gegen übereifrige Eroberer schützen sollten. Der Blick auf den Leuchtturm erinnert mich an Neuengland oder Kanada – obwohl ich (leider) noch nie dort war, denke ich mir: genauso ein Foto würde ich von dort wohl mit nach Hause bringen. Seltsam finde ich den Gedanken, dieses Orte-miteinander-vergleichen. Aber es war ja auf dieser Reise nicht das erste Mal…

Auf der Suche nach echten Abenteuern wollen die Kinder bis zum äußeren Rand der Zitadelle über den türkisfarbenen Atlantik schauen und sind enttäuscht, dass sich in den Ritzen der alten Steine partout kein Seeräuberschatz finden lassen will. Wir klettern, erkunden, machen Fotos an besagtem Leuchtturm und ziehen anschließend mit hungrigen Mägen weiter in den bezaubernd-charmanten Kern des Örtchens. Alte Häuser, manche größer, manche kleiner, manche verfallen, andere in gutem Zustand reihen sich rechts und links der Kopfsteinpflastergassen eng aneinander. Am Hafen machen wir erst einmal Rast, verspeisen riesige, belegte Baguettes, pains au chocolat und eine Waffel von La Martieniere, einer Eisdiele, die als die beste der Insel gepriesen wird. Anschließend bummeln wir uns langsam den Hügel hinauf Richtung Kirche, vorbei an hübschen kleinen Läden, aus denen wir uns zwar nicht Materielles – besagtes Reiseloch hatte sich leider nicht, wie gehofft, allein gestopft – aber unglaublich nette Begegnungen und Gespräche mitnehmen. Die Liebe für Schönes und Wertvolles gibt es eben auch auf einer kleinen Insel im Atlantik.

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Weiter geht es, an Stockrosen vorbei, bis wir schließlich die Kirche, die einen recht verfallenen Eindruck macht, erreicht haben, oben, mit Blick über den Ort bis hin zum Wasser. Aber eines der bunten Kirchenfenster beeindruckt mich dann doch besonders. Die Liebe zum und Abhängigkeit vom Wasser durchzieht jeden Aspekt der Menschen hier, egal, ob sie im 12., 17. oder 21. Jahrhundert leben. 

Glücklich und zufrieden, wenn auch ein wenig wehmütig, weil ich so gern noch mehr von diesem faszinierten Ort erkundet hätte, machen wir uns auf den Rückweg, über die Straßen, die uns bereits nach diesen wenigen Tagen so vertraut erscheinen.

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Und dann ist er da, der Tag des Abschieds. Der Zauber der Île de Ré, er hat uns in seinen Bann gezogen und begleitet uns an diesem regennassen Morgen, an dem die Wolken tief und dunkelgrau die Küste verhängen. Wir halten noch einmal für einen letzten Blick,  vor wir mit dem Auto die Brücke zum Festland erklimmen. Statt geheimnisvolles Glitzern tragen die Wellen der Biskaya-Bucht wilde Wellenkronen und sind damit genauso schön wie bei unserer Anreise.

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Adressen für weitere Informationen rund um die Île-de-Ré und die Französische Atlantikküste:

Tourismusverband Île-de-Ré

TourismusverbandFranzösische Atlantikküste


Auf Grund der unklaren Rechtslage sind Beiträge mit verlinkten Ortsangaben momentan als Werbung zu kennzeichnen. Dieser Beitrag ist redaktioneller Natur, die Reise von Anfang bis Ende selbst bezahlt. Bezahlte oder mit Kooperationen erstellte Beiträge werden weiterhin klar mit Werbung gekennzeichnet.

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4 Kommentare

  • Reply
    Dani
    2. September 2018 at 14:13

    Liebe Carolin, so ein wundervoller Reisebericht…. ich bin schon beim Lesen verzaubert von der Ile de Re…und würde am Liebsten sofort losfahren…. Vielen Dank für eure tollen Fotos <3… lg dani

    • Reply
      Carolin
      4. September 2018 at 13:49

      Ganz lieben Dank für Deinen Kommentar, dann habe ich ja alles richtig gemacht <3.

  • Reply
    Theresa
    4. September 2018 at 15:06

    Mega schöner Reisebericht und tolle Fotos. Ich mag ja deine Art zu schreiben sehr. Wir überlegen nächstes Jahr mit einem Wohnmobil nach Frankreich zu fahren, dein Artikel macht auf jeden Fall Lust darauf.

    • Reply
      Carolin
      6. September 2018 at 11:22

      Herzlichen Dank, darüber freue ich mich wirklich sehr. Ich glaube, mit dem Wohnmobil nach Frankreich zu reisen geht richtig gut! Jedenfalls habe ich genau darüber echt viele Artikel etc. bei der Recherche gefunden.

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