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Leben

Die Kunst des Wartens

{Dieser Post enthält Werbung für Tchibo und Tchibo Fitness}

Genau einen Monat ist es jetzt her, seit ich das letzte Mal hier etwas gepostet habe – verrückt, wie die Zeit manchmal verrennt, oder? Aber einen besseren Einstieg in meinen heutigen Post könnte es auf der anderen Seite gar nicht geben. Denn im Rahmen meines zweiten Postings in Kooperation mit Tchibo – bei der ich mich ja einmal durch das neue Tchibo Fitness(programm) testen durfte – habe ich mir genau darüber Gedanken gemacht: übers Zeit lassen und den richtigen Zeitpunkt finden. (Den ersten Post dazu findet Ihr übrigens hier: Verliebt in den eigenen Körper)

seedandstory.de | Die Kunst des Wartens

Ich habe den Eindruck, dass wir heutzutage genau zwei Extreme finden, zwischen denen wir uns bewegen: wir müssen einerseits alles sofort und gleich und jetzt erledigen. Und um dem Stress entgegen zu wirken, der zwangsläufig daraus entsteht, üben wir uns in bewusster Verlangsamung. Nennen es „Zeit für uns“ – „me time“ wenn einem die englische Variante näher ist – und stressen uns mit Entstressung. So oder so: auf beiden Seiten der Skala sind wir erfolgsorientiert und wollen Ergebnisse sehen. Aber was ist mit der Zeit dazwischen? Und was passiert, wenn die Ergebnisse ausbleiben – zumindest die, die wir uns im Vorhinein als Ziele gesteckt haben?

Geduld ist eine Tugend

Geduld ist eine Tugend, sagt man. Eine, die ich übrigens nicht wirklich habe. Oder sagen wir besser: eine, an der ich schon mein Leben lang in besonderem Maße lerne. Die letzten Monate mehr denn je… Aber was macht es eigentlich so schwer? Warum können wir nur das Eine oder das Andere und versuchen verzweifelt, die Zeit dazwischen auszulöschen oder weg zu organisieren? Warten macht uns hilflos, denken wir. Nutzlos, so empfinden wir es. Unsichtbar, befürchten wir.

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Ja, all die Gefühle kann ich definitiv unterschreiben. Und ich habe in meinem Leben schon ziemlich viel warten müssen. Am Schlimmsten finde ich übrigens die Angst, etwas verpasst zu haben; dass es zu spät sein könnte. Die konsequente Frage an dieser Stelle müsste dann natürlich lauten: was verpassen wir denn? Und für was ist es zu spät?

Die Geschichte eines Pauschenpferds

Nehmen wir mal ein ganz banales Beispiel: das Pauschenpferd, welches Ihr auf dem Foto seht. Seit Jahren wünsche ich mir eins als Sitzbank für unseren Familienesstisch. Aber nie gab es eine Gelegenheit für uns. Entweder stand keins zum Verkauf, wir hatten keine Möglichkeit, es zu transportieren oder sie waren schlicht zu teuer. Seit letztes Woche steht es also nun in unserer Garage und wartet auf unsere Werkzeuge und seinen Einsatz. Und wisst Ihr was? Erst jetzt haben wir die Möglichkeiten zur Aufarbeitung, den ausreichenden Platz, um es an den Esstisch zu stellen und – Achtung, jetzt kommt das Beste! – wir haben gerade mal 10 Euro dafür bezahlt! Was habe ich also die letzten Jahre, in denen ich auf diese Gelegenheit gewartet habe, verpasst? Im Grunde genommen nichts. Wir mussten bisher nicht vom Boden essen ;-). Und für die schönen Fotos , die mir immer so im  Kopf herum schwirrten, gibt es sicherlich auch kein Verfallsdatum.

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Der perfekte Zeitpunkt

Und wo wir gerade beim Thema Sport sind: für mich ein Klassiker, bei dem ich nur allzu gern auf den richtigen oder besser noch perfekten Zeitpunkt warte. Der erfahrungsgemäß aber nicht kommt, oder? Und selbst der Test eines Fitnessprogramms kann dann anders verlaufen, wenn er ausgerechnet in den Sommer des Jahrhunderts fällt und innen wie außen über 30 Grad herrschen. Aber „anders ausfallen“ ist eben nicht gleich scheitern. Was wir jedoch nicht selten gleichsetzen.

Die Kunst des Wartens

Neben all den vielen Fragen, die ich in diesem Post schon gestellt habe, kommt hier jedoch die wichtigste. Ich frage mich, was passiert, wenn wir anfangen, die Zeit des Wartens als richtigen Zeitpunkt anzusehen. In den letzten Monaten habe ich mehr gewartet denn je – auf einen Zeitpunkt und Möglichkeiten, die ich jetzt und gleich und sofort haben will – und das aus wirklich guten Gründen! Und trotzdem muss ich warten; geduldig sein. Ich lerne bisher dabei Folgendes. Warten ist eine Kunst. Die Kunst anzuerkennen, dass die Zeit zwischen „jetzt und gleich und sofort“ und dem tatsächlichen Eintreten weder verloren noch unnütz ist. Im Grunde ist sie nicht mal ein Dazwischen. Der richtige Zeitpunkt ist immer der, in dem wir uns gerade befinden. Auch, wenn wir meinen, nichts anderes zu tun als zu warten. Wir wachsen dabei, verändern uns, reifen innerlich. Werden vielleicht mutiger oder auch trotziger (das ist nicht immer etwas schlechtes), abenteuerlustig oder kommen zur Ruhe. Wir sitzen auf Flohmarktstühlen, genießen den Sommer und machen eben am nächsten oder übernächsten Tag Sport (das ist ja das tolle an solchen Online-Kursen, wie Tchibo Fitness sie anbietet ;-)).

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Und noch eine kleine Lektion, die ich ganz aktuell lerne, zum Schluss: Warten geht auch, während man losgeht. Das erfordert ziemlich viel Koordination und ist eine ziemlich spannende Herausforderung. Aber ich bin sicher, dass es funktionieren wird.

Eure Carolin


Offenlegung | Dieser Blogpost entstand in Kooperation mit Tchibo, deswegen ist er als Werbung gekennzeichnet. Mir wurden zusätzlich sowohl Sportkleidung als auch ein Zugang zu Tchibo Fitness zur Verfügung gestellt. Meine Meinung ist selbstverständlich wie immer meine eigene und von der Kooperation unbeeinflusst.

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2 Kommentare

  • Reply
    Elke Lubitz
    15. August 2018 at 18:10

    Danke für das Teilen deiner Gedanken.Über das warten und die Geduld habe ich mir auch oft Gedanken gemacht.Ich glaube ,dass es für die heutige Jugend viel schwieriger ist geduldig zu sein.Wenn ich in meiner Jugend verreist bin ,müssten alle auf eine Urlaubskarte warten und die Fotos mussten erstmal entwickelt werden usw. Das Leben lief viel langsamer .Heute haben die meisten Menschen kaum noch eine Toleranz wenn es darum geht etwas gleich und sofort haben zu wollen,weil es geht.Ich bin jemand mit viel Geduld und ich nehme mir auch viel Zeit für mich. Aber ich bin inzwischen auch 55 und lasse mich nicht hetzen,eigentlich habe ich das noch nie.

    • Reply
      Carolin
      15. August 2018 at 18:37

      Ja, es ist sicherlich eine Frage der Zeit, da stimme ich Dir zu. Umso wichtiger, dass wir wieder lernen, Geduld zu haben. Ich glaube, dazu braucht es auch Menschen, die das so ausstrahlen und anderen dabei eine Hilfe sein können! Danke für Deine Gedanken dazu!

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