seed & story
Leben

Kindheitserinnerungen: im Kirschbaum

Meine Kindheitserinnerungen sind randvoll mit Gerüchen, Lieblingsgerichten, kleinen und großen Ritualen und auch ganz besonderen Momenten. Die meisten dieser Dinge waren aber nicht geplant oder besonders inszeniert. Sie waren einfach Teil eines ganz alltäglichen Lebens. Ich habe einige Zeit gebraucht um zu begreifen, dass ich für diese Erinnerungen, die ich so gern für meine Kinder konservieren möchte, nichts tun muss, außer da zu sein. Mein Leben zu gestalten, durch dessen Mitte sie toben können. Viel zu lange habe ich mich einem Druck gebeugt, der mich glauben ließ, nie zu genügen, immer das Wichtige oder Richtige zu verpassen oder nicht dafür zu sorgen, dass es stattfand.

Kindheitserinnerungen: die kleinen Momente einfangen

Stattdessen habe ich angefangen, die kleinen Momente einzufangen, mich ganz bewusst auf das zu konzentrieren, was hoffentlich einmal die schönsten Kindheitserinnerungen für meine drei sein werden. Weil sie von Liebe, Aufmerksamkeit und dem Leben in seiner ganzen Fülle geprägt sind. Ich will sie aufschreiben, im Herzen abspeichern, in Bildern und Worten erzählen, ab und zu auch hier. Denn Kindheitserinnerungen, das bedeutet, die kleinen Momente einzufangen und sie festzuhalten.

seedandstory.de | Kindheitserinnerungen: im Kirschbaum

seedandstory.de | Kindheitserinnerungen: im Kirschbaum

seedandstory.de | Kindheitserinnerungen: im Kirschbaum

Noch heute kann ich mich an die Tage erinnern, an denen wir im uralten, knorrigen Kirschbaum meiner Großeltern herum geklettert sind. Die Vögel und Wespen verscheuchten, die alte Holz-Obstleiter an den Schuppen gelehnt, die Beine von der rauen Rinde zerkratzt.

Wer spuckt am Weitesten?

Was das also für eine Aufregung, als unser Baum hier im Garten das erste Mal seit unserem Einzug voll mit roten, schimmernden Perlen hing! Wir liehen uns die lange Leiter unserer Nachbarn aus und holten Körbchen um Körbchen an süßen Früchten vom Baum. Die Kinder hingen sich Zwillingskirschen ans Ohr und naschten direkt vom Zweig. Zwischendrin wurden winzig kleine Raupen kurzerhand zu Haustieren ernannt und krabbelten von Hand zu Hand, bis sie wieder zurück in den riesigen Rhabarber-Dschungel durften.

seedandstory.de | Kindheitserinnerungen: im Kirschbaum

Klar, wir mussten natürlich auch unbedingt Kerne um die Wette spucken! Ich nicht (ich kann leider keine Kirschen essen) – aber einer muss ja schließlich auch die Fotos machen und anfeuern, ne? Wir haben Kirschkuchen gebacken, Marmelade gekocht und gegessen, bis es Bauchschmerzen gab. Und damit hoffentlich jede Menge süß-saure, glänzend rote Erinnerungen geschaffen.

seedandstory.de | Kindheitserinnerungen: im Kirschbaum

Einen schönen Dienstag für Euch,

Eure Carolin

Das passt dazu...

Keine Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar