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Kinder und der Tod – Trauer, Leid und der Umgang mit Abschied

Es war vor zwei Wochen an einem Sonntagmorgen um halb acht, als das Telefon klingelte. Schon etwas vorsichtig und mit innerer Anspannung nahmen wir ab. Wenn zu einer eher ungewöhnlichen Uhrzeit das Telefon klingelt, sind wir stets etwas in innerer Hab-Acht-Stellung. Und tatsächlich: wir erfuhren, dass die Oma meines Mannes im Schlaf nach Hause gegangen war.

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Unerwartet und schnell

Es war ein komisches Gefühl. Ihr Tod kam zwar einerseits nicht unbedingt unerwartet – sie war krank, wollte keine Behandlung mehr und noch am Abend vorher hatten wir mit meinen Schwiegereltern darüber gesprochen, dass die Ärzte ihr im Grunde noch Wochen, keine Monate oder gar Jahre mehr gaben. Und trotzdem: kommt das Ende nicht doch immer viel zu schnell? Mit 87 Jahren und einem Leben voller Abenteuer kann man sicher nicht sagen: sie ging viel zu früh von uns. Aber ist der Tod nicht letztlich immer unerwartet und natürlich vor allem unerwünscht?

Die Kinder nahmen die Nachricht gut und gefasst auf, es lag sicher auch daran, dass sie ihre Uroma schon lang nicht mehr gesehen hatten und auch sie wussten: ihr Leiden hatte ein Ende. Letzte Woche sind wir dann zur Trauerfeier gefahren und abends, auf dem Rückweg, kam mir der Gedanke, darüber hier zu schreiben. Über das Thema Kinder und der Tod, über Trauer, Leid und den Umgang mit Abschied.

Nach Hause gehen

Vielleicht seid Ihr weiter oben über meine Formulierung gestolpert, als ich schrieb, dass die Oma nach Hause gegangen ist. Mir ist es wichtig, gleich am Anfang ganz offen zu sagen, dass mein und unser Umgang mit dem Tod davon geprägt ist, was wir glauben. Nämlich an ein ewiges Leben nach dem Tod nach dem Verständnis unseres christlichen Glaubens.

Vielleicht ist an dieser Stelle der Text für Euch beendet und Ihr wollt nicht weiter lesen. Ich respektiere das, das wisst Ihr hoffentlich. Und trotzdem wünsche ich mir, dass Ihr hier bleibt. Denn die Hoffnung, die ich dadurch habe, gebe ich gern weiter. Egal, was Ihr selbst damit tut.

Auf alle Fälle ist es also das, was wir zunächst empfunden haben: dass unsere Oma und Uroma nun in einem Zuhause sein darf, das nicht mehr endet. Wie bei der Beerdigung immer wieder betont wurde: sie hat es geschafft. Und so kam es, dass wir zwar traurig waren, in den letzten Jahren nicht mehr und genug Kontakt gepflegt zu haben, etwas, was man nicht nachholen kann und mit dessen Bereuen man sich einfach arrangieren muss. Und trotzdem waren wir froh, dass das Leiden ein Ende hatte.

Abschied nehmen

Mit dieser inneren Haltung fuhren wir also zur Trauerfeier. Wir bestellten Blumen bei der Gärtnerin unseres Vertrauens und sie schlug vor, keinen großen Strauß oder Kranz zusammen zu stellen, sondern für jedes Kind und für uns Erwachsene etwas extra zu binden. Ich war wirklich dankbar für diese Idee. Wir wählten fröhliche Farben und Blumen, die wir ihr bei einem Besuch mitgebracht hätten. Jeder konnte so etwas vorm Sarg ablegen und ganz bewusst Auf Wiedersehen sagen.

An dieser Stelle muss ich vielleicht anmerken, dass es keine eigentliche Beerdigung gab. Da unsere Oma in einer Urne bestattet werden wollte, gab es eine separate Trauerfeier mit aufgebahrtem Sarg, so dass alle in Ruhe Abschied nehmen konnten. So legten wir die Blumen davor (statt sie ins offene Grab zu werfen, ich denke, das hätten wir sonst stattdessen getan). Für die Kinder – aber auch für uns! – war das ein sehr wertvolles Ritual.

Liegt die Oma da drin?

Bis zu dem Zeitpunkt, als wir uns nun gemeinsam mit der gesamten Familie in der Friedhofskapelle versammelt hatten, war der Tod und auch die Beerdigung für die Kinder sehr abstrakt. Vorm Sarg fragte Jona, ob denn da jetzt die Oma tatsächlich drin liegen würde. Ich bejahte und erklärte erneut, dass es aber nur der Körper ist. Die Seele, das, was uns Menschen so einzigartig macht, war nicht mehr Teil davon.

In diesem Moment merkten wir, dass die Kinder tatsächlich erst begriffen, was geschehen war. Es gab ein großes Bild, welches aufgestellt worden war, eine wunderbare Aufnahme mitten aus dem Leben, die sie genauso zeigte, wie wir sie kannten. Auch das finde ich ein wunderschönes Ritual, denn es macht uns bewusst, was wir in Erinnerung behalten wollen und sollen: all die gemeinsamen Momente, das Lachen, die Persönlichkeit!

Mit drei hochsensiblen Kindern zu einer Trauerfeier zu gehen, ist natürlich nicht unbedingt leicht. Und während ich selbst weinte, fragte ich mich, ob es zu viel war. Ob ich ihnen einfach zu viel zumutete, zu viel verlangte. Aber dann erinnerte ich mich an die Beerdigung meines Opas vor vielen, vielen Jahren. Dass ich nicht dabei sein konnte, sondern stattdessen meinen kleinen Bruder hütete, empfand ich als viel verstörender, als die Tatsache, dass wir am offenen (!) Sarg wenige Tage zuvor Abschied genommen hatten. Wir Eltern wollen unsere Kinder beschützen, wir wollen Leid und Tod und Abschied so fern wie möglich von ihnen halten, nicht wahr? Aber all diese Dinge gehören zum Leben, ob wir wollen oder nicht. Wie sollen unsere Kinder damit umgehen lernen und zu gefestigten Erwachsenen werden, wenn wir weghalten, was ihnen irgendwann begegnen wird – ohne, dass sie eine Wahl dabei hätten?

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Fragen über Fragen – Kinder und der Tod

Aus diesem Grund hatten wir entschieden, alle gemeinsam zu fahren und die Kinder nicht außen vor zu lassen. Ich merkte, wie wichtig es genau deswegen war, dass die Kinder weinten und ohne Unterlass Fragen stellten. Ich bot Thea mehrmals an, mit ihr rauszugehen, aber sie verneinte. Sie wollte dableiben, da durchgehen, richtig Abschied nehmen. So viel Stärke meiner sechsjährigen Tochter beeindruckte mich doch sehr. Alva wiederum kam alles mögliche in den Sinn: ob die Oma gemerkt hätte, dass sie starb? Ob sie Angst dabei empfunden hatte? Ist sie jetzt wirklich zu Hause? Ob es auch Menschen gibt, die nicht  friedlich sterben? Ob ich solche Menschen kennen würde und wer das sei? Und so weiter und so fort. Sie weinte kein einziges Mal und als ich sie abends, beim ins Bett gehen fragte, wie es ihr ginge und ob sie traurig sei, meinte sie nur: nein, Mama, der Oma geht es jetzt gut, deswegen bin ich nicht traurig.

Über Gefühle zu sprechen ist etwas, was wir sehr viel praktizieren und unsere Kinder lernen, dass sie alles – von Wut bis Hilflosigkeit, von Angst und Panik bis hin zu übersprudelnder Freude und Aufregung – ausleben dürfen. Wir halten das für absolut notwendig, um sich selbst kennen zu lernen und zu einem reifen Menschen heranwachsen zu können. Unterdrückte Gefühle verursachen unterdrückte Reaktionen und Verhaltensweisen, statt Reflexion und der bewusste Umgang mit schwierigen oder emotional anstrengenden Situationen.

Aber kann man den Umgang mit dem Tod üben? 

Das ist eine Frage, mit der wir uns tatsächlich immer wieder beschäftigt haben. Und ja, das kann man. Nicht nur dann, wenn man ein Haustier oder einen toten Vogel im Garten begraben muss oder eben einen Verwandten. Natürlich ist der Tod kein Thema wie einkaufen, Kuchen backen oder eine neue Fernsehserie. Und trotzdem gibt es genügend „natürliche“ Gelegenheiten.

Bücher zum Beispiel. Ich gebe zu, das eine, welches wir mal hier hatten, fand nicht wirklich Beachtung. Ich kann also nicht wirklich konkrete Literatur empfehlen. Aber ich habe hier eine Auflistung gefunden, die ich ganz gut und sinnvoll fand: klick.

Aber selbst Sachen wir verwelkte Blumen sind „ein guter Aufhänger“, finde ich. Vor allem dann, wenn man ein gutes Bild für Vergänglichkeit und Lebenskreisläufe finden möchte (da Blumen ja mit ihren Samen dafür sorgen, dass es wieder neues Leben im darauf folgenden Jahr gibt).

Es gibt unglaublich viel, was man tun kann, damit der Abschied fassbarer wird. Briefe schreiben, ein Bild aufstellen, sich gegenseitig Geschichten und Erinnerungen erzählen, etwas Basteln oder Malen, was man ablegt oder ins Grab wirft und noch vieles, vieles mehr. Da erzähle ich Euch mit Sicherheit nichts Neues und es wäre gelogen, wenn ich behaupten würde, wir hätten jede Menge davon umgesetzt. Wir haben Erinnerungen ausgetauscht und wir werden die Familienbilderwand noch mit einem Foto der Oma erweitern, welches bisher fehlt.

Wie wir damit umgehen

Während der Trauerfeier letzte Woche kam ich nicht umhin zu denken, dass irgendwann der Zeitpunkt kommen wird, an dem ich diejenige bin, von dem meine Kinder Abschied nehmen müssen. Ich wünsche mir nichts mehr, als dass sie das, wenn es soweit sein wird, voller Hoffnung tun können. Mit dem Wissen, dass ich das Leben voller Hingabe gelebt habe. Denn auch das lernen wir gemeinsam mit unseren Kindern beim Abschied nehmen: wie wichtig das ist, was wir hinterlassen. Im Fall der Oma ist eine die Geschichte einer Frau, die Krieg und Vertreibung kennen gelernt hat, die eine vollkommen unstete Kindheit und nahezu keine Schulbildung hatte. Die immer und immer wieder mutig von vorn angefangen, eine Familie gegründet und großgezogen hat. Die bis zum Schluss ihr Credo „Das ist so.“ vertrat und generell um die Dinge nicht viel Aufhebens machte.

Der eigene Umgang mit dem Tod ist ein essentieller Spiegel für unsere Kinder, so, wie unser Verhalten sonst auch. Wenn wir panische Angst haben, auch nur darüber zu sprechen, werden wir diese Panik auch ausstrahlen. Mein Mann und ich haben schon mehrmals darüber gesprochen was wäre, wenn einer von uns plötzlich nicht mehr da wäre. Wie wir damit umgehen würden, wovor wir Angst hätten. (Übrigens auch aus rein pragmatischen Dingen ist das eine wichtige Sache – ich wollte zum Beispiel immer die Frage mit einem definitiven Ja beantworten können, ob ich meine Kinder auch alleine versorgen kann.) Wir sind uns beide darin einig, dass das Schlimmste für uns beide wäre, wenn sich unsere Kinder nicht mehr erinnern könnten… Ja, auch das kann passieren, je nachdem, wie lange es her ist, wie klein die Kinder altersmäßig waren. Gerade bei solchen Dingen muss man miteinander reden, helfen, die Erinnerung zu bewahren und Schuldgefühle zu nehmen, wenn sie verblassen.

Keine Antworten

Von einer Sache bin ich übrigens absolut überzeugt: dass man gar nicht auf alles eine Antwort haben muss! Viel schlimmer als zu sagen „das weiß ich leider auch nicht“ ist, sich irgendetwas auszudenken, nur, damit es für das Kind (scheinbar) leichter zu ertragen ist. Denn Kinder wollen uns glauben, was wir ihnen erzählen, sie vertrauen unserer Autorität. Und die will ich nicht „missbrauchen“, in dem ich Dinge sage, die ich in Wahrheit gar nicht weiß. Tatsächlich denke ich, dass man so mit dem Kind durchaus auf einer gemeinsamen Ebene kommuniziert. „Wir wissen es beide nicht, wir sind gemeinsam traurig.“

Übrigens: gerade als ich den Text beendet hatte, fanden wir einen wunderschönen Vogel, der tot auf unserer Kiesterrasse lag. Wahrscheinlich ist er gegen die Scheibe unseres Wintergartens geflogen (das passiert leider manchmal) und hat sich dabei das Genick gebrochen. Die Kinder wollten ihn genau anschauen, dann haben wir ihn unterm Walnussbaum beerdigt, mit jeder Menge Blumen und Farn oben auf.

Eure Carolin

Das passt dazu...

4 Kommentare

  • Reply
    Antonia
    23. Mai 2018 at 20:11

    Liebe Carolin,

    das ist wieder ein sehr schöner Text von dir, zumal das Thema ja nicht ganz einfach ist.

    Ich selbst habe den Tod mit 14 das erste Mal selbst miterleben müssen, als zum ersten Mal ein Familienmitglied starb (mein Opa). Damals hat mich das – obwohl es nicht unerwartet kam, er hatte Krebs – total aus der Bahn geworfen und richtig fertig gemacht. Ich war auch am nächsten Tag in der Schule, obwohl ich die halbe Nacht nur geweint habe. Aus heutiger Sicht für mich völlig unverständlich, wieso mir das zugemutet wurde. Wir haben zwar damals in der Familie darüber geredet, aber eher in Form von Erinnerungen an den Opa, nicht direkt über den Tod selbst.
    Heute habe ich (muss aber nicht damit zusammen hängen?!) richtige Angst vor dem Tod und der eigenen Endlichkeit. Wenn ich darüber nachdenke, dass ich irgendwann nicht mehr da sein soll und das Leben auf der Erde weiter geht, zehn Jahre, hunderte, tausende und ich soll nie mehr zurück kehren und leben können, bekomme ich richtig Panik und muss sofort aufhören, darüber nachzudenken. (Da ich nicht gläubig bin, gibt es in meiner Vorstellung nach dem Tod einfach nichts mehr).

    Ich finde es daher sehr gut, wie du den Tod bzw. den Lebenskreislauf im Umgang mit deinen Kindern thematisiert und das du Ihnen nichts beschönigt darstellst, nur damit es sie nicht verstört, denn das hilft später niemandem. Zudem haben Kinder ja noch eine ganz andere Denkweise und sind noch nicht so verkopft wie wir Erwachsenen. Nicht nur (Lebens)Zeit empfinden Sie ganz anders – fünf Tage bis zum eigenen Geburtstag ist für ein Kind meist noch eine Ewigkeit, während wir einen Monat nur so an uns vorbei rauschen sehen – sondern sie haben auch eine andere Sicht auf die Dinge. Als im letzten Jahr in meinem größeren Verwandtschaftskreis eine Uroma im Alter von ich glaube 102 Jahren starb, sagte der damals Vierjährige zu seiner Mutter: „Stimmt’s Mama, es ist nicht schlimm, wenn Oma jetzt Erde im Gesicht hat, sie hat ja die Augen zu?!“. Das zeigt so schön, wie offen Kinder noch damit umgehen. Wenn ich mal Kinder habe(n sollte), würde ich den Tod auch gerne offen thematisieren und besprechen wollen, damit sie nicht erst im Falle eines Falles damit geschockt/überfordert werden. Finde es auch gut, dass eure Kinder bei der Trauerfeier dabei waren. Man möchte sie ja gerne vor solchen unangenehmen Situationen beschützen, mit dem Gedanken daran, wie schwer das ja schon für einen selbst zu ertragen ist. Dabei empfinden Kinder ja ganz anders, bzw. nehmen es anders wahr, wie auch in eurem Fall.
    Und was den eigenen Tod angeht, kann man eigentlich „nur“ Tag für Tag dafür sorgen, dass man am Ende auf ein glückliches, erfülltes, „gelebtes“ Leben zurückblicken kann..

  • Reply
    Katharina
    23. Mai 2018 at 21:19

    Liebe Carolin,
    ein sehr wichtiges, wenn auch nicht einfaches Thema, über das du geschrieben hast.
    Kinder gehen mit Trauer auch einfach nochmal anders um, zumindest meine drei, als wir Erwachsenen.
    Was mich bei meinen Kinder besonders im Trauerprozess beeindruckt (hat), ist dass sie einfach fragen, was sie wissen wollen, fragen was sie sich nicht erklären können und eben auch damit zufrieden sind, wenn man selbst keine Antwort hat – das hast du ja auch geschrieben. Trauer, Tod und Leid sind wahrlich keine schönen Themen, aber leider gehören sie zu unserem Leben dazu und wir müssen lernen die Trauer mit in unser Alltagsleben zu integrieren.
    Manchmal denke ich, es wäre mal an der Zeit ein Buch über trauernde Kinder zu schreiben, denn sie gehen da entsprechend ihres Alters und Charakters auch sehr unterschiedlich mit um- Beispiele und Erfahrungen habe ich genug, aber (momentan?) nicht die Gabe des Schreibens….

    Herzliche Grüße
    Katharina

  • Reply
    Claudia
    24. Mai 2018 at 18:44

    Liebe Carolin,

    dies ist ein sehr wichtiges Thema! Und ich finde es sollte viel normaler und selbstverständlicher sein, dem Tod zu begegnen und darüber zu reden. Ich glaube, das schlimmste ist, mit dem Tod konfrontiert zu werden, wenn man noch nicht darüber nachgedacht hat, was dann mit den Menschen, Tieren etc. passiert. Meine Große Tochter war 2 Jahre als ein enger Freund der Familie starb und sie verstand nicht, warum er nicht mehr da war (im Himmel war viel zu abstrakt), aber sie verstand, dass ich traurig war. Und 2 Jahre später haben wir einen ganzen Tag über den Tod sprechen müssen. Ob Opa sich eine neue Frau sucht, wenn auch diese Oma stirbt, oder wie traurig sie wäre, wenn ich sterben würde. Es war, als müsste sie ausloten, was dies in uns ausmachen würde. Sie hat schnell verstanden, dass ihre Oma solche Gespräche unmöglich fand, aber mit uns hat sie sie oft geführt. Und die kleine Spitzmaus, die sie im Garten beerdigt hat, hat sie immer wieder ausgegraben, um zu gucken, ob sie noch da ist.
    Leider haben meine Kinder schon viele Menschen gehen sehen, aber sie hatten auch das Glück viele schöne Abschiede mitgestalten zu dürfen, so dass sie keine Angst vor der Trauerfeier und ihren Gefühlen haben. Im Gegensatz zu mir, die bei jeder Trauerfeier an den schrecklichen (völlig unvorhergesehnen ) Abschied von meiner Mutter denken muss, als ich 20 war.
    Ich würde mich freuen, wenn deine Gedanken dazu beitragen, dass auch andere den Abschied von lieben Angehörigen so gestalten.
    Ganz liebe Grüße vom Deich
    Claudia

  • Reply
    Sylvia
    28. Mai 2018 at 22:07

    Liebe Caro!
    Mal wieder ein treffender Text.
    Ich musste an eine Fortbildung zum Thema Tod denken die ich besucht habe. Die Dozentin wollte veranschaulichen wie wichtig (auch für) Kinder die Auseinandersetzung mit dem Thema Tod ist. Sie verglich es mit einem Fahr- Sicherheitstraining. Autofahrer lernen dort, wie sie mitbGefahrensituationen umgehen sollen. Nichts anderes ist es, wenn man Kinder mit Themen die zum Leben gehören spricht. Ihnen mitteilt, was man selbst dazu denkt, Ängste bespricht und erzählt, was mit dem Leichnam passiert. So sind sie gerüstet, wenn sie irgendwann einmal mit dem Verlust eines Menschen konfrontiert werden.
    Erst mal wirkt der Vergleich verrückt, doch bei mir ist er hängen geblieben. Die Kinder wissen zumindest über die „Theorie“ wie Beerdigung, Sarg usw. Bescheid und sind nicht völlig geschockt, wenn Oma plötzlich in eine Kiste mit Deckel eingegraben wird. Mit der emotionalen Seite haben sie dann schon genug zu tun…
    Sylvia

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