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Bist du schwanger? Über eine harmlose Frage und ihre Folgen

Eigentlich wollte ich heute einen ganz anderen Post veröffentlichen, Fotos von meiner Bluse, die ich mir vor einiger Zeit genäht habe, zeigen. Stattdessen sitze ich hier und entscheide spontan, etwas aufs digitale Papier zu bringen, was mir schon lange auf der Seele brennt. Eben weil es das tut, es rumort in mir und in meinen Fingern. Was, wollt Ihr wissen? Nun. Wie es sich anfühlt, wenn mich andere fragen: bist du schwanger? Obwohl ich es gar nicht bin.

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Es war neulich auf Instagram, als ich spontan eine kleine, alberne Story postete. Ich war gerade dabei, die Küche zu putzen, und um mich abzulenken (ich putz nicht gerade gern), machte ich spontan ein kurzes Tanzvideo. Neben lachender Smileys und lustiger Kommentare öffnete ich auch mehrere Nachrichten, die alle das Gleiche fragten: ob ich vielleicht Kind Nummer vier im Bauch hätte. Ich gebe zu, dass mich das ziemlich unvorbereitet traf. Und ich brauchte erst einmal ein paar Stunden, um mir zu überlegen, wie  damit umgehen wollte.

Bist du schwanger?

Nun ist die Frage an sich nicht schlimm, finde ich. Ich halte Kinder und Schwangerschaften per se nicht für privat (persönlich ja, privat nicht) und ich kann die Motivation dahinter sogar verstehen! Keiner derjenigen, die mir diese Frage stellte, hatte gemeine oder unangemessene Absichten. Ich bin mir ziemlich sicher: wäre meine Antwort ja gewesen, hätten sich alle mit mir darüber gefreut.

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Ich bin aber nicht schwanger und tatsächlich ist es sogar so, dass unsere Familienplanung schon eine ganze Weile abgeschlossen ist. Und obwohl ich alles in allem mit einem gesunden und auch relativ ausgeprägten Selbstbewusstsein gesegnet bin, gilt das nicht für meinen Bauch.

Wo liegt das Problem?

Fragt Ihr Euch vielleicht jetzt. Darin, dass ich öffentlich ein bisschen #mimimi machen muss, um meinem angeknacksten Selbstbewusstsein etwas entgegen zu setzen? Ganz klar nein. Das Problem liegt zu allererst darin, dass man als Fragesteller gar nicht weiß, ob es überhaupt eins gibt.

Angebliche Nähe

Die Folge dieser ganzen Internet- und Social Media-Präsenz ist ja, dass man so schnell meint, jemanden zu kennen. Man hört die Person über sich selbst und sein Leben sprechen, sieht die Kinder und das Zuhause und je nach Offenheit bekommt man manchmal einen (scheinbar!) ziemlich ungefilterten Einblick in das (ebenso scheinbar!) echte Leben. Aber eins müssen wir uns immer und immer wieder klar machen. Wir sehen stets nur einen Teil der Realität, in der Regel sogar nur einen winzig kleinen. Selbst wenn ich 24 Stunden am Tag eine Kamera mitlaufen ließe, würdet Ihr nur das sehen, was genau diese eine Kamera filmt und damit automatisch filtert.

Wir empfinden oft eine Nähe, die in Wirklichkeit gar nicht existiert! Wir lassen uns zu Verhaltensweisen verleiten, die diesem Gefühl angemessen sind, aber nicht der real existierenden Beziehung. Und stellen deswegen Fragen oder Ansprüche, deren Konsequenzen wir überhaupt nicht abschätzen können. Nun kann man sicher einwenden, dass das selbst bei realen Begegnungen nicht immer der Fall ist. Wir kennen sie schließlich alle: die Menschen, die so gar kein Gefühl für persönliche Grenzen zu haben scheinen. Aber trotzdem ist unsere innere Barriere bei Begegnungen vis-a-vis oft wesentlich intakter als online.

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Wir wissen nicht, ob es eins gibt!

Was ist denn, wenn es also tatsächlich ein Problem gibt? Ich beispielsweise versuche, seit Monaten (oder sogar Jahren) mit dem vierten Kind schwanger zu werden, es aber nicht klappen will. Was ist, wenn ich Fehlgeburten hatte? Was ist, wenn ich einfach nur zugenommen habe? Oder ich irgendeine Krankheit habe, mit der ein geschwollener Bauch einher geht? Was ist, wenn ich einfach nur meine Tage habe (wie in meinem Fall?)?

Nach meinem Gefühl gehen wir nur allzu oft und selbstverständlich davon aus, dass wir die wichtigen Dinge von den Menschen, denen wir online folgen, schon gesagt bekommen. Dass wir – oftmals bestimmt, ohne es bewusst zu formulieren! – ein Anrecht auf dieses Wissen haben. Aber nur, weil ich meine drei Kinder zeige und auch sonst über mich und mein Leben spreche, teile ich nicht automatisch alles, richtig? Es ist wie beim berühmten Eisberg: es gibt ungesehenes, ungeteiltes, nicht erzähltes.

Und wenn gar nichts ist?

Tja, was ist denn dann? Was ist, wenn ich einfach nur meine Periode habe und dabei anschwelle wie ein Kürbis? Muss ich darüber in Zukunft sprechen? Um nicht gefragt zu werden, ob ich schwanger bin? Was ist, wenn ich zwar kein Problem habe, aber eben trotzdem nicht gefragt werden will! Weil es mich trifft und mich verunsichert. Weil ich nun noch mehr als sonst darüber nachdenke, ob andere von mir denken könnten, ich sei schwanger (und glaubt mir, das tun sie! Vor allem, wenn mein Mann und ich ohne Kinder unterwegs sind – was denkt Ihr, wie oft ich da „gescannt“ werde?!). Weil ich noch mehr als sonst denke, dass ich zu dick, zu rund bin…

Body Positivity ist ja ein gewichtiges Schlagwort heutzutage. Ich meide solcherlei Themen normalerweise, sie sind mir oft viel zu zentriert. Dasselbe gilt für feministische Sichtweisen auf den weiblichen Körper. Und doch frage ich mich: haben wir wirklich verlernt zu sehen und zu denken, wie ein Frauenkörper funktioniert? Seit ich mit meinen Töchtern schwanger war, hat sich mein Zyklus verändert, so sehr, dass ich meinen Eisprung spüre und mich hinlegen muss, weil es so weh tut. Dass ich morgens manchmal anders aussehe als abends oder eben auch tageweise vollkommen verschiedenen. Es gibt Tage, da bekomme ich meine Hose kaum zu, so dick ist mein Bauch. Und ein paar Tage später rutscht sie mir ein Stück von den Hüften. All das ist mein – und ich bin mir ziemlich sicher – auch der Alltag von vielen anderen Frauen.

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Falsche Körperwahrnehmung

Vor ein paar Wochen war ich beim Frauenarzt zur Kontrolle und ich hatte ziemlich Bammel vor diesem Termin. Vor allem wohl deswegen, weil ich fast anderthalb Jahre darauf gewartet habe (reine Vorsorgeuntersuchung, nichts Spezielles!; über die nicht vorhandene ärztliche Versorgung hier können wir gern ein anderes ausführlich sprechen…) und hoffte, alles sei in Ordnung. Ich sprach mit der Ärztin über meinen Hormonhaushalt und wie sehr mir das oft zu schaffen macht. Irgendwann sagte sie sinngemäß zu mir: „Sie sind kerngesund. Warum müssen wir Frauen denn eigentlich immer gleich funktionieren?“

Mir wurde durch die Anmerkung der Ärztin erst richtig bewusst, als wie gestört ich meinen Körper/meinen Bauch mittlerweile wahrnahm! So gestört, dass ich mit ihr darüber sprach, was es an Änderungsmöglichkeiten gibt. Und während sie mich so darüber aufklärte, wurde ich immer unsicherer, unwilliger. Bis sie mich schließlich fragte: „Warum wollen Sie das eigentlich?“ Von manchen Zyklen mal abgesehen, in denen ich wirklich fast vier Wochen lang unter den Folgen leide? Vor allem wegen der hier gestellten Frage. Ich will nicht aussehen, als sei ich schwanger, obwohl ich es nicht bin. Oder korrekter noch: ich will eben nicht, dass andere darüber nachdenken, ob ich vielleicht schwanger sein könnte, mir deswegen schreiben, mich auf der Straße scannen!

Bin also doch ich das Problem? Bin ich zu wenig selbstbewusst? Jein. Ich kann an mir arbeiten, klar. Und das tue ich auch. Aber ich glaube, dass wir gefährlich in die Kerbe falscher Körperbilder einschlagen, wenn wir andere, im Grunde fremde Frauen fragen, ob sie schwanger sind. Nur, weil da mal ein Bauch zu sehen ist, der ja auch wieder verschwindet (denn das schrieb tatsächlich jede in diesen Nachrichten an mich: ich bin mir ja nicht sicher, aber…). Wir implizieren mit dieser Frage, dass der Körper nicht aussieht, wie er es normalerweise sollte. Dass er für sein Aussehen eine Berechtigung – in diesem Fall eine Schwangerschaft – braucht!

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An dieser Stelle mache ich mal einen Punkt. Es gibt sicherlich noch mehr zu diesem Thema zu sagen (und ich freu mich sehr, wenn Ihr das in den Kommentaren macht!), aber ich möchte das Ende einfach mal so offen und damit Raum für Diskussion und Gespräch lassen.

Eure Carolin

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21 Kommentare

  • Reply
    Julia
    11. Mai 2018 at 16:57

    Liebe Carolin,
    Danke, dass du dieses leidige Thema so schön in direkte Worte gefasst hast. Ich würde mir ja wünschen, dass das jeder liest. Ich finde ja, diese Frage ist ein absolutes no-go. Wer schwanger ist, wird das zum gegebenen Zeitpunkt schon mitteilen und im anderen Falle besteht immer die Gefahr, die Gefragte zutiefst zu verletzen.
    Und ja, du hast recht. Irgendwie geht gerade die gesunde Distanz verloren. Meine Oma hätte gesagt: das ist ungezogen, das gehört sich nicht.

    • Reply
      Carolin
      13. Mai 2018 at 17:45

      Ja, das mit der Distanz ist durch Social Media ein ziemlich brüchiges Thema geworden… Danke für Dein Feedback!

      • Reply
        Nadine
        14. Mai 2018 at 15:05

        Stop, da muss ich mal einharken: Ich finde das hat nicht unbedingt was mit Social Media an sich zu tun, sondern auch wie die Leute ticken. Ich würde nie diese Frage stellen, während meine Oma so was ohne Social Media Erfahrung einfach fragt. Weil sie da nicht so feinfühlig ist…

  • Reply
    Anna
    11. Mai 2018 at 18:06

    Liebe Carolin, danke für diesen starken Blogpost. Ich kenne diese Situationen nur zu gut und konnte noch nie verstehen warum manche (mir meist nucht sonderlich gut bekannte) Menschen sehr persönliche Fragen so direkt und ohne jede Scheu/ohne jedes Distanzgefühl stellen. Das begann bei:“ Bist du schwanger?“ Als ich es nicht war. Und obwohl ich mich bis dahin gut gefühlt hatte fand ich mich die Tage danach immer in der:“ Seh ich wirklich so dick aus?“ – Schleife wieder. Noch schlimmer war die Frage nach Schwangerschaften aufgrund meiner Leidensgeschichte, dieses Thema betreffend. Aber auch jetzt in der Schwangerschaft gibt es wieder Fragen, die ich einfach ungeheuerlich finde. Von:“ Wieso habt ihr den sooo viel Altersabstand gelassen?“ bis zu „ungewollt oder gewollt?“ mit gleichzeitigem Bauchgestreichle ohne Frage ob man das dürfte. Immer wieder darauf hinzuweisen wie die Frage bei mir als Empfänger ankommt… das würde ich mich gerne viel öfter getrauen. Und auch deine Worte in diesem Text können hoffentlich den einen oder anderen zum Umdenken bewegen. Viele liebe Grüsse aus Graz, Anna
    P.s.: ich mochte diese Storiesequenz sooo gern. Nicht wegen des Bauches. Auf den hatte ich nicht geachtet. Sondern aufgrund der Fröhlichkeit und positiven Verrücktheit die mir gute Laune bereitet hat.

  • Reply
    Bianca
    11. Mai 2018 at 18:14

    Liebe Carolin,

    Dein Beitrag hat mich sehr berührt, denn ich liege gerade wieder mal platt vom fraulichen Zyklus auf der Terrasse und genieße etwas die Ruhe. Ich bin sehr zart und wenn ich nicht gerade einen blähbauch habe und alle mich anstarren als sei ich schwanger, dann bekomme ich skeptische Blicke als könnte ich vielleicht nicht genügend essen. Ich fühle mich sehr oft bescheiden weil ich denke es ist nie stimmig bei mir . Dabei kann ich nichts für meinen Körper und die Gene. Wir sollten einfach mehr lernen alles zu akzeptieren und nicht immer überall etwas schlechtes oder unnormles sehen oder sehen wollen. Es gibt so viel wichtigere Dinge als über angeblich normale frauenkörper zu reden und Dinge hineinzuinterpretieren die nicht da sind. Danke für deinen Beitrag und deine Offenheit.

    Bianca

  • Reply
    Maren
    11. Mai 2018 at 18:52

    Es gab mal vor‘nem Jahr einen Artikel in der Zeit: Volles Haar, glatte Haut und keine Lust auf Sex. Da ging es um die Pille auf Rezept, nicht zur Verhütung einer Schwangerschaft, sondern um eine reinere Haut, einen regelmäßigerem Zyklus, usw. zu bekommen. Der fällt mir beim Lesen Deines Beitrages wieder ein. Frau soll perfekt funktionieren, immer schön schlank sein… und wenn dem nicht so ist, dann muss es ja wohl einen vernünftigen Grund geben (schwanger) oder man hat sich zu schämen (zu dick, vermeintlich). Ich kann mich davon leider auch nicht immer freisprechen, aber (nach zwei doofen Tritten in’s Fettnäpfchen) ist meine Regel: niemals nie fragen, ob jemand schwanger ist, niemals!
    Lg Maren
    Ps: In der Storry hast Du auf mich einfach nur total vergnügt ausgesehen:)

  • Reply
    Antje Heuer
    11. Mai 2018 at 18:56

    Liebe Carolin,
    das ist sicher eine Frage, die ich nie jemandem stellen würde, aus vielen Gründen. Wenn es wahr ist, kann es ein Problem sein, wenn es nicht so ist, ebenfalls. Daher verlasse ich mich immer darauf, dass ich es erfahren werde, wenn es mich was angeht. In diesem Fall sind, glaube ich, zwei Dinge zusammengekommen: ein gewisser Grad an Unsensibilität der Fragenden ist auf einen Deiner sensiblen Punkte getroffen. Glaub mir, ich kenne das – ich hatte vorgestern eine ähnliche Kollision mit meinem Mann! Das fand aber nicht auf Instagram statt (das ist nochmal was anderes). Ich denke, es tut immer weh, wenn die eigene Achillesverse erwischt wird. Aber ich habe das Video auch gesehen und mir ist da gar nichts aufgefallen!

  • Reply
    Christin
    11. Mai 2018 at 19:36

    Liebe Carolin,
    erst HEUTE habe auch ich, wieder einmal diese Blicke wahrgenommen und wurde zum Xten Mal gefragt „Und??!! …“ und dies war nicht in der Virtuellen Welt, sondern Face to Face. Ich verstehe diese Frage auch oft nicht und hätte so gerne eine Antwort die den anderen so richtig zum Nachdenken bringt. Zumal nach zwei Kindern der Wunsch nach dem dritten gerade nicht klappt. Das muss ich doch nicht an die große Glocke hängen. Ich weiß, Gott hat einen Plan. Aber es kostet extrem viel Kraft sich immer für das bisschen Speck oder gar den Blähbauch zu rechtfertigen. Du hast es wirklich auf den Punkt gebracht und ich wünschte viele Frauen würde dies lesen!
    Ja, es gibt schlimmere Fragen wie diese. Aber dennoch verletzt sie uns Frauen (die wir uns immer zu viel ein Kopf machen über Kleinigkeiten) mehr als genug.
    Genau aus diesem Grund (und natürlich weiteren) habe ich beschlossen mich im Internet wieder „unsichtbarer“ zu präsentieren, weil diese Fragerei irgendwann einfach nur noch nervt und zu viel Kraft gekostet. Schade drum …
    Danke für deine offenen Worte und Gedanken!

    Gibt es einen Satz der dir in den Sinn kommt den man sagen könnte wenn das nächste Mal die Frage kommt „Und? Seid ihr schwanger?!“ oder „Wann wollt ihr eigentlich das Dritte bekommen?!“ …

    Viele liebe unbekannte Grüße,
    Christin

    • Reply
      Suzie
      11. Mai 2018 at 23:37

      Hallo Christin
      Ich denke man antwortet am besten mit einer ähnlich persönlichen Frage: zum Beispiel „und? Hatten wann waren Sie das letzte Mal mit Ihrem Mann im Bett?“ auf das sicherlich verdutze Gesicht, könntest du dann sagen: Ihnen ist es sicher auch unangenehm so persönliche Fragen gestellt zu bekommen. So fühle ich mich auch gerade.
      Liebe Grüsse
      Suzie
      Und Danke Carolin für den tollen Text und aufnehmen des Themas!

  • Reply
    Sylvia
    11. Mai 2018 at 19:49

    Liebe Caro!
    Wie schade, dass deine lustige Tanzeinlage so blöde Kommentare nach sich gezogen hat! Mich erstaunt immer wieder, wie distanzlos- gerade bei Instagram kommentiert wird! Kommt das durch die gefühlte Anonymität? Auf jeden Fall würde da eindeutig ne Grenze überschritten. Ich kenne das gut mit der Schwanger-Frage, selbst Mama von drei Jungs und am hadern mit dem nicht mehr straffen Bauch trifft mich solche Fragerei auch immer sehr.
    Hoffentlich lesen das hier viele!
    Beste Grüße, sylvia

  • Reply
    Jana
    11. Mai 2018 at 20:32

    Och, das kenne ich auch!
    Ich habe zwei Kinder und die Spannkraft des Bauches ist einfach dahin und etwa zwei Wochen vor meinen Tagen geht der Bauch auf. Für zwei Wochen…
    Mich hat mal eine Nachbarin auf der Straße gefragt „wird’s denn diesmal ein Mädchen?“ und eine Kassiererin „darf man gratulieren?“. Nein und Nein!
    Naja, inzwischen bin ich wohl so alt, dass man nicht mehr davon ausgeht, das ich schwanger sein könnte, jetzt weiß ich gerade aber nicht, was ich blöder finde 😉

  • Reply
    Stephie
    12. Mai 2018 at 0:21

    Liebe Caro, auch ich kann dir nur positives Feedback zu diesem tollen Beitrag geben! Ich finde mich darin wirklich sehr wieder, denn schon zu meiner Schulzeit war ich regelmäßig mit der „Bist du schwanger?“-Frage konfrontiert, ein und ausgeprägtes Holzkreuz, ein vom Essen gefüllter Bauch oder auch durch die Umstände der weiblichen Hormone ließ Jungs und Mädels im mich herum wild tuscheln. Das ist mir durch deinen Beitrag erst wieder so richtig bewusst geworden, dass mich diese Frage nicht nur durch Hochzeit und Kind Nummer 1 stetig begleitet, sondern irgendwie schon immer da war. Und auch für mich ist sie ein absolutes Tabu, jede Frau hat ein Recht auch ihre „Privatsphäre“, nur das mit anderen zu teilen was sie will und was ihr gut tut und sie wird wissen wann und ob und wie sie mit Neuigkeiten zu Schwangerschaft oder auch nicht an die Öffentlichkeit geht. Habe leider wenig Verständnis für Leute, dies diese Frage stellen, weil man nie die Geschichte dahinter kennt und es absolut nichts mit einem geringen Selbstwert oder Selbstbewusstsein zu tun hat wie man darauf reagiert.
    Vielen Dank für deine mutigen Worte und auch ich möchte dir rückmelden, dass mir deine Tanzeinlage ausgesprochen gut gefallen hat und ich nun wirklich den Bauch nicht im Fokus hatte, sondern die Freude und Ausgelassenheit, die du dabei vermittelt hast!
    Liebe Grüße, Stephie

  • Reply
    Doro
    12. Mai 2018 at 8:26

    Liebe Caro, super schön in Worte gefasst! Ich kann diese Distanzlosigkeit überhaupt nicht nachvollziehen, weder im realen Leben noch in der virtuellen… Ich kann deine Gedanken und Gefühle sehr gut nachvollziehen! Und deine Ärztin scheint ein Glücksgriff zu sein… ?!
    Liebe Grüße
    Doro

  • Reply
    Lisa
    12. Mai 2018 at 10:34

    Ich finde deinen Text ganz toll- du könntest für meinen Geschmack gern öfter über solche Themen schreiben, das machst du nämlich sehr gut!
    Ich habe deinem Blog durch diesen Beitrag entdeckt und werde ihn auf jeden Fall im Auge behalten!
    Ich musste gerade schmunzeln, als ich den Part über deinen Arztbesuch gelesen habe. Mein Zyklus ist nach meinem Sohn auch ganz anders als davor und ich möchte keine Hormone mehr nehmen, was im Umkehrschluss dazu führt, dass ich unter den Folgen meiner eigenen Hormone stärker leide. Tatsächlich wäre bei mir nicht die Ursache, dass mich der dickere Bauch während der Regel stört, sondern mehr, dass ich mich in den ersten drei Tagen jeweils nicht in der Lage sehen würde zu arbeiten, was mich kn Hinblick auf die Zeit nach dem Studium beunruhigt, aber sich meine erste Frage wäre an den Arzt, wie man das verändern könnte…

  • Reply
    TINE
    12. Mai 2018 at 10:56

    Liebe Carolin,
    sehr schön geschrieben, wie alle deine Texte. 🙂 Ich find’s sooo krass…wie kommen (wild) fremde Leute darauf sowas zu fragen??!! Wo sind diese Menschen groß geworden, was wurde Ihnen da vermittelt?! Es ist mir echt ein Rätsel…ich finde sowas weder in der bunten Internetwelt noch im realen Leben ok..sowas fragt man einfach nicht!! Auch wenn diese Menschen meinen dich als Bloggerin zu kennen…was ja meist gar nicht so ist…dadurch überschreiten sie echt eine Grenze…ich würd diese Frage auch weder meiner besten Freundin, noch Arbeitskollegin, noch Nachbarin stellen…wenn jemand etwas mitteilen möchte dann doch wohl von alleine… 😉
    GlG aus MS und noch ein sonniges WE!!
    Tine

  • Reply
    Andrea Schröder
    12. Mai 2018 at 12:33

    Liebe Carolin,

    Danke für deinen ausführlichen Bericht über das Thema. witzigerweise ist das genau gerade mein Thema: gestern erst wurde ich wieder mal von jemand Fremden gefragt ob ich dann wenigstens an dem Gin, den ich als Geburtstagsgeschenk kaufen wollte, riechen dürfte. Ich sagste wieder mal „nein, ich bin nicht schwanger, ich habe vor zwei Jahren Zwillinge bekommen!“😠 nach drei Kindern und einer Zwillingsgeburt will meine Rektusdiastase sich nicht schließen und das kleine Bäuchlein, dass ich immer schon hatte, betont dies natürlich erst recht + Hohlkreuz. Ich trage schon wie meine Schwiegermutter ein Mieder, das den Bauch eigentlich kaschieren soll. aber anscheinend bringt das nichts… ich bin auch schon ganz verzweifelt! nicht nur über die unangemessene Ansprache von fremden Leuten sondern einfach auch darüber, dass der Preis für drei Kinder körperlich so hoch ist . auch, wenn ich kein Model sein möchte, möchte ich zumindest nicht schwanger aussehen schon gar nicht nach 2 Jahren immer noch. 🙁
    Lg aus Hannover,
    Andrea

    ps: ich warte noch sehnsüchtig auf deine Email. 🙂

  • Reply
    Sara
    12. Mai 2018 at 22:08

    Oh man, was für ein Thema.
    Hallo Carolin.
    Über eine Instastory bin ich auf deinen Post aufmerksam geworden.
    Was soll ich sagen, ziemlich indiskret diese Fragen.
    Und wahnsinn wievielen es da ehnlich geht. Ich reihe mich ein.

    Mit 30 hatte ich einen Hirntumor an der Hypophyse und ein ziemliches Hormonchaos dadurch. Chance auf Kinder kriegen gleich null. Ich ersetze nun schon seit 8 Jahren die wichtigsten Hormone und mein Körper hat sich schon direkt nach der OP verändert. Im KH habe ich 12 kg und später nocheinmal 8 kg zugenommen. Die erste Frage „wann ist es denn soweit“ hat nicht lange auf sich warten lassen. „Noch drei Monate“ antwortete ich prompt und lächelte müde.
    Früher super sportlich leide ich heute unter den Folgen des Tumors. Und da gehört nicht nur die Gewichtszunahme dazu.

    Es sind genau diese Art von Geschichten die dahinterstehen können. Deine, meine, oder auch ganz andere Individuelle.
    Ich würde mir auch ein bisschen mehr Diskretion wünschen zu diesem Thema.
    Trotz allem kann ich aber gut damit umgehen. 🙂
    PS. Tolle Bilder von dir.

  • Reply
    Antonia
    14. Mai 2018 at 0:37

    Liebe Carolin,

    ich finde es gut und richtig, dass du zu diesem Thema einen Blogpost verfasst und deine Gedanken und Gefühle dazu geteilt hast.

    Die Frage „Bist du schwanger?“ oder eine andere Anmerkung, die aber auch darauf abzielt, habe ich noch nie geäußert und käme auch gar nicht darauf. Ich kann nicht nachvollziehen, wie jemand so unsensibel sein und solch eine Frage stellen kann. Denn damit kann man eigentlich nahezu immer nur in’s Fettnäpfchen treten. Selbst in dem einen Fall, indem man damit richtig liegt, kann es z.B. dennoch sein, dass die Betroffene sich zu dem Zeitpunkt noch gar nicht outen wollte.
    Und wenn sie nicht schwanger ist, dann ist sie vielleicht unzufrieden über etwas Speck am Bauch oder hat bloß ihre Tage oder versucht vielleicht verzweifelt schwanger zu werden oder oder.. Es gibt viel mehr Möglichkeiten, damit beim Gegenüber etwas negatives auszulösen als etwas positives.
    Warum stellen also manche Leute diese Frage? Haben sie keine Empathiefähigkeit? Bevor ich etwas äußere, überlege ich doch, wie es bei meinem Gesprächspartner ankommen könnte, was es auslösen könnte. Zumal man selbst ja auch keine so persönliche Frage gestellt bekommen möchte, die negative Gefühle / Unsicherheit auslöst.
    Sicherlich gibt es auch Menschen, die sich das nicht so zu Herzen nehmen (würden) und dann auch bei anderen entsprechend unsensibel sind. Die Mehrheit möchte doch aber auch keine unangenehmen Fragen gestellt bekommen (?!). Etwas mehr Empathie wäre in so vielen Bereichen des Lebens angemessen. Zumindest denke ich mir öfter mal, dass im Zwischenmenschlichen etwas fehlt/fehlen muss..

  • Reply
    Irina
    14. Mai 2018 at 23:24

    Hallo in die Runde!
    Ich bin noch nicht gefragt worden, vlt aber auch, weil ich selbst bemerke wenn man das Bäuchlein mal sieht und dann selber einen blöden Spruch mache (ich sehe aber ein, dafür braucht es Selbstbewusstsein galore). Meine Lieblingsantwort für dumme Fragen ist übrigens „Ja, es wird ein Käsekuchen“ 😉
    Es hilft sich bewusst zu machen, was unser Bäuchlein alles kann bzw geleistet hat, um stolz darauf zu sein. Meines kann z. B. super viele leckere Sachen essen, ohne dass mir schlecht wird 😀 Und bei den meisten hier hat er bereits Kinder geboren, ist das nicht eine krasse Leistung? Das sollte man sehen und feiern dürfen!
    LG!

    • Reply
      Caroline
      24. Mai 2018 at 15:07

      Hihihi gute Antwort! Das kann mein Bauch auch sehr gut 😀

  • Reply
    Sabine / barba rix
    23. Mai 2018 at 8:53

    Liebe Caro
    Danke für Deine Worte! Ich persönlich habe kein Bäuchlein, dafür weiter unten genug. Und da werde ich natürlich nicht gefragt, ob ich schwanger bin. Meiner Freundin geht es aber immer wieder so und ich ärgere mich immer mit ihr! Schon seltsam, wie distanzlos gewisse Menschen sind. Und wenn es nur distanzlos wäre. Es ist ja wirklich auch oft ein Zeichen von mangelndem Respekt weil man keine Ahnung hat, wie es er Frau geht, siehe auch Deine Aufzählungen.
    Und wenn ich mich richtig erinnere, hast Du vor Jahren schon einmal über dieses Thema was geschrieben, oder? 🤔
    Auf jeden Fall habe ich das Video auch gesehen und wäre nicht im Traum auf diese Idee gekommen!!
    Liebe Grüsse
    Sabine

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