seed & story
Familie

sen.sibel | Hochsensibilität: Segen oder Fluch?

seedandstory.de | Hochsensibilität: Segen oder Fluch?

Wenn ich jemandem von meiner Hochsensibilität erzähle, gibt es in der Regel drei Arten von Reaktionen. Die erste ist Ignoranz, weil viele mit dem Begriff überhaupt nichts anfangen können. Sie denken, ich spreche von sehr empfindlich oder wenig belastbar sein und gehen einfach darüber hinweg.

Die zweite Reaktion ist Unverständnis. Hochsensibilität ist trotz wachsender Aufmerksamkeit eben immer noch eine verschwommene Randerscheinung. Wie oft habe ich schon gehört, dass man sich (oder die Kinder) abhärten muss; dass man doch mal lernen müsse, mit diesem oder jenem umzugehen. Oder dass man sich einfach nur anstellt, übertreibt, hysterisch ist.

Und dann gibt es noch die Pseudo-Verständlichen. Ich nenne sie so, weil sie Hochsensibilität zwar verstehen – weil sie selbst oder jemand ihnen Nahes beispielsweise selbst hochsensibel sind. Aber sie verstehen mich als hochsensible Person nicht. Weil ich nicht in ihr Bild, ihr Verständnis oder ihre Erfahrung passe. Ich bin extrovertiert? Dann kann ich nicht hochsensibel sein. Ich reise gern? Das passt doch nicht zusammen. Oder eben das andere Extrem: du bist auch hochsensibel? Dann werden wir sofort beste Freundinnen und schwimmen auf derselben Wellenlänge.

sen.sibel – Endlich geht es weiter

Ich glaube, sich die Frage zu stellen, ob Hochsensibilität nun ein Fluch oder ein Segen ist, ist eine ziemlich berechtigte. Nicht allein wegen obiger Reaktionen, die diejenigen unter Euch, die zum „Club“ gehören, vielleicht auch kennen. Sondern vor allem wegen einem selbst. Wegen all der kleinen und großen Situationen, die den Alltag manchmal ziemlich anstrengend machen können. Oder das aushalten von sich selbst.

Deswegen dachte ich, bevor ich in meiner Serie sen.sibel endlich (ich hab es Euch schließlich schon vor einem Jahr versprochen!) über unser Leben als hochsensible Familie schreibe, fange ich mal bei mir selbst an. Wie habe ich eigentlich entdeckt, dass ich hochsensibel bin? Was hat es in mir ausgelöst und empfinde ich es nun als Fluch oder als Segen?

seedandstory.de | Hochsensibilität: Segen oder Fluch?

Irgendwas war anders

Dass irgendwas mit mir anders war, was ich jedoch nie benennen konnte, wusste ich schon als Kind. All die Kleinigkeiten, die mich, einzeln und für sich genommen, einfach als empfindlich erschienen ließen. Aber die mich prägten, so lange ich denken kann. Und die, hätten ich und mein Umfeld bescheid gewusst, mir meistens sehr viel Erleichterung verschafft hätten: Kleidung, die mir auf der Haut weh tat (alles außer Baumwolle); dass ich in fremden Umgebungen schlecht schlief (nicht als Baby, aber später); der ewige Konflikt zwischen der Freude daran, mit anderen zusammen etwas zu unternehmen und der gleichzeitigen Panik genau davor; dass ich so oft Sachen verstand oder fühlte, die sich als wahr herausstellten, obwohl sie sonst niemand bemerkte; oder umgekehrt der Frust darüber, dass ich – fühlte ich Dinge nicht in dieser Dimension – auch nicht verstand.

Die Liste ließ sich noch eine Weile fortsetzen. Wie gesagt: einzeln genommen und ohne Verständnis dafür, dass es so etwas wie Hochsensibilität überhaupt gibt, waren diese Anzeichen einfach nur verwirrend. Zumindest für mich. Und nach außen waren es Spinnereien, Über-Empfindlichkeiten, nichts, was man übermäßig ernst nahm.

Burn-Out

Als junge Erwachsene, die für sich selbst verantwortlich war, verloren sich einerseits die Anspannungen etwas, weil ich instinktiv mehr die Dinge tat, die mir gut taten. Zumindest in Kleinigkeiten wie Kleidung, Essen etc. Gleichzeitig fehlte mir nach wie vor das größere Verständnis für mich selbst, so dass ich mit stolzen 19 Jahren mitten in meinem ersten, richtigen Burn-Out steckte. Wenige Jahre später, als ich verheiratet war und mit meinem Mann sehr engagiert in einer Kirche und einer freien Jugendarbeit mitwirkte, folgte dann der zweite Burn-Out. Noch heftiger und mit größeren Ausmaßen als der erste. Dann wurde ich schwanger mit meinem ersten Kind und wir änderten einige unserer äußeren Lebensumstände. Klar, dafür kamen andere hinzu und ich schrappte noch ein drittes Mal haarscharf am völligen ausgebrannt sein vorbei.

Mein hochsensibles Kind

Ich mache jetzt mal einen etwas größeren Sprung (darüber, wie es ist, als Mutter hochsensibel zu sein – und dann auch noch von drei hochsensiblen Kindern 😉 – schreibe ich ein anderes Mal ausführlich).

Jona war ungefähr 5 Jahre alt, als wir mit unserem Latein ziemlich am Ende waren. Wir verstanden nichts mehr, was unser Kind betraf. Ich spürte instinktiv, dass alles, was wir taten, falsch war. Aber ich wusste einfach nicht warum. Jeder Tag war ein Kampf aus Schreianfällen, Verweigerung, beinahe depressiven Schüben und Ausrastern. Jona neigt von je her zu Ticks, die sich in dieser Zeit stark verstärkten. Ich dachte das erste Mal daran, eine Erziehungsberatung in Anspruch zu nehmen. Einige bange Nächte überlegte ich sogar, ob mein Kind evtl. Asperger oder Autismus haben könnte. Was ich damals nicht wusste, ist, dass diese Überlegungen gar nicht so falsch sind. Für alle drei Phänomene – Asperger, Autismus und Hochsensibilität – gibt es neurologische Gemeinsamkeiten.

Ich weiß bis heute nicht mehr, wie genau das passierte. Aber irgendwo fiel mir ein Zettel in die Hände, ich glaube, es war in der Stadtbibliothek. Auf dem wurde zu einem Vortrag über Hochsensibilität eingeladen. Dieser Zettel war wirklich ein echtes Geschenk und für mich die Antwort auf meine sehr verzweifelten Gebete. Ich bin nie zu diesem Vortrag gegangen. Es war wirklich verrückt. Aber allein dieses Wort zu lesen reichte aus. Ich wusste auf einmal Bescheid. (Wem das komisch vorkommen mag: versteh ich. Tatsächlich habe ich aber genau darüber gelesen, dass hochsensible Menschen oft instinktiv wissen, dass sie betroffen sind, wenn sie davon hören.)

seedandstory.de | Hochsensibilität: Segen oder Fluch?

Mit dem Verstehen kam das schlechte Gewissen

Ich fing an, im Internet zu recherchieren, zunächst relativ wahllos. Ich las Artikel, hier und da in Foren und lieh mir in der Bibliothek ein Buch von Elaine Aron* aus. Ich las und beobachtete, probierte aus und verstand. Ich verstand auf einmal mein Kind, sah, was eigentlich seine Nöte waren. Und mit dem Verstehen kam das schlechte Gewissen, weil ich nicht schon viel früher erkannt hatte, was er eigentlich brauchte. Das hat mich zunächst wirklich gefangen gehalten. An manchen Tagen dachte ich: wieso kann mein Kind nicht einfach sein wie die anderen?

Und nach dem schlechten Gewissen – oder sagen wir besser, parallel dazu – kam das zweite Verstehen. Dass ich auch hochsensibel bin. Dass so viele Dinge, die ich in meinem Sohn sah, auch auf mich zutrafen. Es war, als ob mir manchmal täglich ganze Granitblöcke von den Augen fielen. Ich begann, innerlich meine Kindheit unter diesem Gesichtspunkt aufzuarbeiten. Das war manches Mal ziemlich schmerzhaft, gebe ich zu. Denn ich erkannte, dass ich vieles selbst gebraucht hätte, nachdem mein Sohn die ersten fünf Lebensjahre ebenfalls verlangt hatte. Ohne, dass ich es ihm so geben hätte können, wie es nötig gewesen wäre.

Hochsensibilität – Fluch oder Segen?

Das ist für mich Fluch und Segen der Hochsensibilität zugleich. Dieses „auf die Rückseite der Dinge schauen“, wie mein Mann es nennt. Denn einerseits erkennt man Dinge in einer Tiefe, wie andere es sich nicht vorstellen können. Das Leben eröffnet sich sozusagen mit einigen extra Dimensionen, anders kann ich es nicht erklären. Aber genau das macht es auch so schwer: wie erklärt man anderen, wie sich Musik anfühlt, rein körperlich? Wie man Dinge nicht nur versteht, sondern wirklich begreift, so tief und umfassend, dass ich es spüren kann? Wie erklärt man, dass irgendetwas nichts stimmt, obwohl nach außen alles prima aussieht? Wie erklärt man, dass einen Filme, Bücher und Geschichten so sehr berühren, als wäre man selbst ein Teil davon, als hätte man selbst den Schmerz, das Abenteuer oder die Lust erlebt und sie deswegen nicht lesen, sehen oder hören kann? Weil man es nicht aushält?

Ich konnte diese Dinge nie erklären, ich verstand sie ja nicht mal selbst. In den letzten Jahren habe ich vor allem eins: gelernt, jeden Tag. Ich habe gelernt, dass es eben diese zwei Seiten der Hochsensibilität gibt, dass sie Segen und Fluch zugleich sein kann. Ich habe gelernt, dass sie nichts übernatürliches oder esoterisches ist (als was manche es gern darstellen wollen…). Sondern eine Besonderheit, ein Geschenk, mit dem nicht nur die Kür, sondern auch die Pflicht einhergeht.

seedandstory.de | Hochsensibilität: Segen oder Fluch?

Pflicht statt Fluch

Diese Pflicht ist für mich zu akzeptieren, dass ich Dinge fühle und deswegen tue, einfach weil ich ich bin. Dass ich nichts daran ändern, mich nicht für etwas entschuldigen muss, was ich gar nicht ändern kann. Aber dass es eben auch nicht jeder versteht (siehe mein Textanfang). Das ist für mich mittlerweile vollkommen in Ordnung. Dadurch, dass ich drei hochsensible Kinder habe, habe ich in besonderem Maße gelernt, für uns und unsere Bedürfnisse einzustehen. Ich bin niemandem böse, wenn er es nicht verstehen kann. Aber ich rücke deswegen auch nicht von dem ab, was ich brauche. Und manchmal hilft dann eben nur, voneinander Abstand zu nehmen. Das kann auch einsam machen, etwas, was meine Kinder und ich zu gut kennen, was an manchen Tagen gar nicht schlimm und an anderen richtig schwer ist.

Zur Pflicht gehört auch, anderen zu sagen, was genau diese Dinge sind, die ich brauche. Ich kann nicht erwarten, dass sie es so instinktiv wissen, wie ich das in der Regel bei anderen tue. Und es gehört dazu zu lernen, dass nicht jeder bereit ist, mir das zu geben, was ich brauche. Eben aus Unverständnis, wie schon gesagt. Ich lerne immer noch, mich selbst so ernst zu nehmen, wie es die Hochsensibilität erfordert. Im November beispielsweise bin ich auf eine Veranstaltung eingeladen. Obwohl es mir erst komisch vorkam, habe ich als erstes gefragt, ob ich ein Einzelzimmer haben kann. Weil ich mittlerweile genau weiß, dass ich bei so viel Input dringend einen Raum für mich  allein brauchen werde.

Geschenk und Segen

Heute, nach ungefähr fünf Jahren üben und lernen empfinde ich meine Hochsensibilität vor allem als Geschenk. Wie ich schon weiter oben geschrieben habe, gehört zu diesem Lernen vor allem dazu zu verstehen, wer ich selbst eigentlich bin. Ich habe immer und immer und immer wieder in mich hinein gehört. Situationen untersucht und analysiert. Warum reagiere ich so, was ist mein Problem? Oder ist es eigentlich keines? Ich weiß, das klingt sehr anstrengend und sicher hat jeder seine eigene Art und Weise. Ich bin generell bei so etwas sehr analytisch veranlagt. Aber so kann ich eben auch genau sagen, worin meine besonderen Stärken liegen. Ich kann meine Kinder unterstützen, weil ich verstehe, warum vieles für sie anders ist. Ich kann meinem Mann helfen, Dinge und vor allem sich selbst besser zu verstehen, so dass er weiter zu dem Mann wachsen kann, zu dem er gemacht ist.

Die Ausgangsfrage war ja, ob ich es als Segen oder Fluch empfinde, hochsensibel zu sein. Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen, denke ich. Mit einem sehr (!) großen Schubser Richtung Segen. Es gibt Tage, da ist es schwer und andere, da ist es leicht und besonders schön.

Ein Extra zu haben, was für andere nicht sichtbar und allein deswegen oft nicht begreifbar ist, ist etwas Besonders. Manchmal besonders anstrengend, aber trotzdem besonders. Schließlich bin ich genau so geschaffen worden! Das zu akzeptieren und die Schönheit darin zu sehen ist es, woran ich jeden Tag weiter arbeiten werde und was ich vor allem meinen Kindern lehren möchte.

Wie immer freue ich mich auf Eure Kommentare, Anregungen und Fragen!

Eure Carolin


*affiliate-Links: die Produkte aus der Übersicht (im Text mit einem * gekennzeichnet) sind Teil eines sogenannten Affiliate-Programmes. Wenn Ihr darüber in den verlinkten Shops kauft, unterstützt Ihr meine Arbeit mit einem kleinen Beitrag, der Euch keinen Cent extra kostet. Da es sich allerdings um Bücher handelt, finde ich es auch richtig toll, wenn Ihr Euren lokalen Buchhandel unterstützt!

Pin the story

seedandstory.de | Hochsensibilität: Segen oder Fluch?

Das passt dazu...

10 Kommentare

  • Reply
    Sina
    2. Mai 2018 at 19:49

    Liebe Caro,

    ein wirklich riesiges Dankeschön für diesen Text. Für mich geht es seit 4 Jahren schon so.
    Als ich Kind und Jugendliche war, war es bei mir auch so dass ich anders war. Ich habe in vielen Situationen geweint die berührend waren für MICH. Habe schon immer ein sehr gutes Gesprühr dafür gehabt wie es meinen Mitmenschen geht und mir Ihre Probleme und auch Geschichten so zu Herzen genommen dass es mir dadurch selber schlecht ging.

    Als ich meinen Mann vor 10 Jahren kennen lernte, war es eine Zeit für mich in denen ich neue Sachen kennen lernte, von einem Dorf zu Ihm in die Stadt zog und neue Leute kennen lernte.

    Als unser erster Sohn vor 6 Jahren zur Welt kam, habe ich vieles so gemacht wie es meine Mutter damals gemacht hatte. Ich habe ihm nie das gegeben was ich meinem zweiten Sohn gab.
    Unser zweiter Sohn kam vor 4 Jahren zur Welt. Da kam der Ausbruch. Ich gab ihm so viel liebe, er ist ein Tragekind durch und durch. Aber ich bekam Riesen Probleme. Ich mochte mich ungern mit Leuten treffen, ich brauchte viel MEINE Zeit. Habe Geburtstage und Feiern und Treffen zugesagt aber ich wusste dass ich eigentlich nicht hingehen möchte. Kurz vorher kamen die absagen, da ich Zuhause dann im Kreis hüpfte. Ich holte mir Hilfe und heraus kam dass ich eine Depression hatte.
    Seit genau 1,5 Jahren kämpfe ich und habe jetzt durch eine Bekannte die ein Hochsensibles Kind hat auf dieses Thema gestoßen.
    Also ich bin noch am Anfang mich zu verstehen und damit umzugehen. Für meinen Mann ist es auch wichtig.

    Fazit, mein großer ist ein fast komplettes Spiegelbild von mir und dadurch lerne ich auch. Ich hoffe sehr dass ich meine Sohn und auch mir Helfen kann und auch verstehen und nachvollziehen kann.

    Ein wunderbarer Text und ich gehe mit diesem Thema sehr diskret in meinem Freundeskreis um. Noch.

    Ich wünsche dir alles alles liebe!

    Liebe Grüße
    Sina

    • Reply
      Carolin
      13. Mai 2018 at 18:15

      Liebe Sina, ganz lieben Dank für Deinen ehrlichen und mutigen Kommentar! Das war bei uns auch so, durch das Wissen haben meine Töchter einen ganz anderen Start bekommen als mein Sohn. Mich hat das lange beschäftigt und ich musste das auch für mich verarbeiten, das schlechte Gewissen, dass ich hatte. Mittlerweile komme ich gut damit klar, ich sehe, was für ein wunderbares Kind er ist – genau wie seine beiden Schwestern. Und dass es nie zu spät ist, den Kindern zu begegnen, wie sie es brauchen. Sie holen das so viel wie es nur geht nach! Ich möchte Dir Mut machen, da dran zu bleiben! Hol Dir Hilfe und Infos so viel wie es geht, sprich immer offen mit Deinem Mann darüber (vor allem, wenn er selbst nicht hochsensible ist! Das ist so wichtig für das gegenseitige Verständnis!). Und wenn es an der Zeit ist und Du Dich selbst besser kennst und verstehst, dann wirst Du auch offener damit umgehen können. Da kannst Du ruhig auf Dich und Deinen Bauch vertrauen. Ich wünsch Dir alles Liebe!

  • Reply
    claudia
    2. Mai 2018 at 22:01

    Herzlichen Dank für Deine so ausführliche Beschreibung und Erklärung.

    Als Kind habe ich gemerkt (oder für mich einfach so beschlossen), dass ich anders bin wie alle anderen und deswegen etwas ganz besonderes bin. Das ich a weng komisch bin/war mir auch schon immer bewusst und selbst die Heilpraktikerin wundert sich immer wieder, dass bei mir meistens alles anders ist wie „normal“.

    Ich habe mir aber tastsächlich nie großartig Gedanken darüber gemacht. Ich war anders und für mich vollkommen okay so wie es war/ist.

    Dann habe ich bei Dir das erste Mal über das Thema Hochsensilibilät gelesen (Danke dafür!). Danach hatte das ganze einen „Namen“ für mich. Hab auch ein wenig darüber gelesen und mich in den meisten Punkten wiedergefunden. Ich gehe damit immer noch ganz entspannt um, auch, weil es mir ziemlich wurscht ist wie ander meine „Macken“ finden. Und wenn es dann so Tage gibt, von denen ich total kaputt von der Arbeit komme, weil alles zu viel war, zu viele Menschen, zu viel Kommunikation, zu viel Unruhe, dann versuche ich zu entspannen und Dinge die ich nach Feierabend erledigen wollte auf den nächsten Tag zu verschieben.

    Aber am wichtigsten ist doch, dass man sich immer selber leiden mag, egal welcher Begriff die Persönlichkeit beschreibt.

    Herzliche Grüße
    Claudia

    • Reply
      Carolin
      13. Mai 2018 at 18:16

      Liebe Claudia, da stimme ich Dir voll zu, dass Wichtigste ist in der Tat, dass man sich selbst so liebt und annimmt, wie man ist!

  • Reply
    Maria
    3. Mai 2018 at 7:57

    Liebe Carolin, vielen Dank für deinen wunderbaren, ehrlichen Text! Ich finde dich sehr mutig, so offen darüber zu reden. Danke an deine extrovertiertheit 😉
    Ich kann jeden deiner Sätze so gut nachvollziehen. Auch ich habe durch meinen ältesten Sohn (er hat ganz ähnliche Verhaltensweisen wie deiner) und meinem massiven Burnout nachdem mein zweiter Sohn 2 Jahre alt war von meiner Hochsensibilität erfahren. Mir sind die Schuppen von den Augen gefallen. Das Burnout ist jetzt 3 Jahre her, ich bin aber noch immer nicht da, wo ich gerne hin möchte. Ich lerne mich jeden Tag besser kennen, für mich ist es aber leider noch mehr Fluch als Segen. Segen ist es aber wahrlich im Umgang mit meinem Sohn. Ich verstehe ihn mittlerweile so gut und kann ihm jetzt auch das geben was er braucht. Die Schuldgefühle, dass ich es seine ersten 4 Lebensjahre nicht konnte, sind noch immer ein bisschen da. Aber sind schon viel weniger 😉
    Ich danke dir nochmal von Herzen für deine Offenheit und brenne darauf, mehr von deiner Familie und dem Umgang mit eurer Hochsensibilität zu lesen!

    Alles liebe,
    Maria

    • Reply
      Carolin
      13. Mai 2018 at 21:30

      Liebe Maria, ich kann wirklich so gut verstehen, wie Du Dich fühlst. Ich möchte Dich ermutigen, den Weg immer weiter zu gehen. Je mehr man über sich weiß und sich kennt, umso besser kann man damit umgehen und auch an manchen Dingen lernen. Die Schuldgefühle kenne ich nur zu gut, aber lass Di gesagt sein: sie werden immer weniger. Ich sehe an meinem Sohn, wieviel er trotzdem aufholen konnte und das hat mir wirklich Mut gemacht. Ich hoffe, ich kann das ein wenig Dich an Dich weiter geben.

  • Reply
    Folge 3: Carolin von seed & story – stark und ehrlich
    4. Mai 2018 at 18:30

    […] Hochsensibilität – Fluch oder Segen Gewalt in der Geburtshilfe […]

  • Reply
    Constanze
    6. Mai 2018 at 13:18

    Liebe Caro, wie hast du geschrieben? „…dass hochsensible Menschen oft instinktiv wissen, dass sie betroffen sind, wenn sie davon hören“. Tja, genau so ging es mir, als ich deinen Text gelesen habe. Gleich mehrere Tests gemacht – wobei man die Sicherheit natürlich hinterfragen kann – und meine Vermutung zu 100% bestätigt. Was ich nun damit anfange? Keine Ahnung… Es geht mir ja gut, möglicherweise habe ich keinen Grund, mich mit diesem Thema zu beschäftigen – oder es an mich heranzulassen?

    • Reply
      Carolin
      13. Mai 2018 at 21:32

      Wie spannend! Naja, es muss einem ja überhaupt nicht schlecht gehen damit! Ob Du Dich weiter damit beschäftigen möchtest, kannst Du ja vielleicht einfach ganz in Ruhe mit der Zeit rausfinden. Vielleicht ist mein Blog ja auch die ein oder andere Inspiration ;-).

  • Reply
    sen.sibel | Hochsensibilität: Segen oder Fluch?
    22. Mai 2018 at 9:47

    […] WEITERLESEN […]

  • Hinterlasse einen Kommentar