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Dänemark Reisen

Unser ganz spontaner Tagesausflug nach Tønder und Møgeltønder

seedandstory.de | Tønder und Møgeltønder

Unverhofft kommt oft, sagt man doch so schön. Wie beispielsweise unser Tagesausflug ins dänische, kleine und sehr schnuckelige Tønder. Als Raffi und ich eine Einladung nach Nordfriesland bekamen (davon erzähle ich Euch demnächst noch ausführlich), dachten wir ganz spontan: warum nicht noch ein paar Kilometer weiter nach Dänemark fahren? Tønder stand schon eine Weile auf meiner inneren Reise-Bucketlist von Zielen, die man von hier aus ruhig mal ansteuern könnte (Ihr erinnert Euch an die Sache mit Groningen…). Die dänische Grenze ist nämlich ebenfalls nicht allzu weit von uns entfernt. Wären da nicht die Elbe, eine sehr langsame Fähre und viele Bundesstraßen im Weg… Aber lassen wird das.

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Einen Tag also, bevor wir in unser Wochenende zu zweit aufgebrochen sind, erweiterten wir unser Reiseziel spontan um Dänemark. Und was soll ich sagen: dieser Tagesausflug war einfach unfassbar schön. Ich hatte auf Instagram ja in den Stories schon meine jubelnde Begeisterung kundgetan und erweitere das jetzt hier noch durch Bilder und Text.

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Tønder

Das dänische Grenzgebiet ist sicher keins, in dem es leicht ist zu leben, zumindest heutzutage. Ringsherum befindet sich nicht viel mehr als Wiesen, Felder und Wassergräben. Dabei ist die Geschichte von Tønder eine, die von sehr viel politischer wie wirtschaftlicher Bedeutung erzählt. Erst im 19. Jahrhundert, als zwischen Dänemark und dem Deutschen Reich ein sehr lange nicht enden wollender Konflikt entsprang, geriet die Stadt zwischen die Fronten. Es ist für mich immer wieder faszinierend, wie ein so kleiner, schnell begehbarer Ort so eine reichhaltige und wechselhafte Geschichte haben kann, die so viel über Veränderung und die Relativität von Reichtum erzählen kann. Aber auch, wenn diese kleine Stadt an der Vidå heute eher verträumt und ruhig anmutet, lohnt sich ein Besuch auf alle Fälle. Sie ist nicht nur durch das jährlich im August stattfindende Tønder Festival europaweit bekannt. Auch der berühmte Designer Hans J. Wegener wurde hier geboren und die Schuhmarke Ecco hat hier ebenfalls ihren Hauptsitz.

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Kunst, Kultur und Design

Gegen Mittag passierten wir das Ortseingangsschild und folgten den Anweisungen Richtung eines großen, kostenlosen Parkplatzes. Dieser befindet sich hinter dem stadtgeschichtlichen Museum und liegt damit nur fünf Minuten von der Innenstadt entfernt. Apropos Museum: davon haben wir keine besucht. Obwohl sich das durchaus lohnt, denn den Möbeln (vor allem natürlich den Stühlen) von Wegener ist das Museum im Wasserturm gewidmet. Auch das Kunstmuseum soll eine sehr bedeutende Sammlung enthalten. Beides würde ich mir definitiv das nächste Mal auf den Reiseplan setzen. Nichtmal die Kirche haben wir von innen gesehen, ein beeindruckender spätgotischer Bau, dessen Besuch sich ebenfalls lohnt. Wie gesagt: für nächste Mal!

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Kopfsteinpflastergassen und Dänische Kronen

An diesem Freitag sind wir einfach gemächlich durch die Kopfsteingassen flaniert, haben uns die Sonne auf den Kopf scheinen lassen und der Ruhe zugehört. Hier und da waren Leute auf dem Weg in die Mittagspause und durch die Straßen wehten dänische Gesprächsfetzen. Verlaufen kann man sich in Tønder nicht. Wir liefen einfach der Nase nach, dort entlang, wo wir es gerade schön fanden. So oder so landet man am Ende dort, wo sich Storegade und Østergade treffen: zwischen Klostercafé und Alter Apotheke. Wir schlenderten an kleinen Geschäften entlang und überlegten auf einmal etwas verwirrt, ob man hier eigentlich in Euro bezahlen kann. Kann man, wie wir feststellen, nachdem wir dänische Kronen am Automaten gezogen hatten. Macht aber nix, denn die drei Öre-Stücke mit Loch in der Mitte, die am Ende noch übrig blieben, ergaben ein tolles Mitbringsel für die Kinder.

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Shops, Cafés und Restaurants

Auch, wenn wir überall ein wenig die Nase reingesteckt haben – denn in Dänemark führen selbst normale Haushaltswarengeschäfte heimische Designerprodukte – fanden wir drei Geschäfte doch besonders schön.

KongChristian X (Vestergade 66)

Dieses wunderschöne und besondere Geschäft liegt am westlichen Ende der Einkaufsstraße. Durch einen Torbogen gelangt man auf einen kleinen, urigen Hinterhof und von dort ins Gebäude. Neben Spritiuosen und Weinen gibt es hier jede Menge schöner Leckereien – für Foodies ein kleines Paradies auf glatt gelaufenen, knarzenden Böden und alten Regalen. Zwischendrin wunderschöne Interior-Dinge von bekannten dänischen Labels und jede Menge Spielzeug von Maileg. Das hat mich besonders verzückt und ich hätte am liebsten fürs Mäuse- und Hasenhaus (das für die Hasen muss ich Euch unbedingt nochmal zeigen!) einen Großeinkauf gestartet.

Wir begnügten uns dann mit einem Mitbringsel für die Schwiegereltern, die die Kinder an diesem Wochenende hüteten und zwei alten, kleinen Eisformen, die ich mir in die Küche gestellt habe.

Møbelhuset 2 (Vestergade 35)

Dieses Möbelgeschäft haben wir ausschließlich mit einer Visitenkarte wieder verlassen, sind dafür halb hysterisch drinnen herum gelaufen. Hier gibt es nämlich unfassbar schöne Möbel vor allem natürlich nach Wegener-Entwürfen zu kaufen. Mit dem nötigen Kleingeld hätten wir mindestens zwei Stühle, ein Sideboard und einen Sessel direkt ins Auto geladen ;-). Aber selbst, wenn Euch das wie uns nicht möglich ist: als Möbel-Designliebhaber lohnt sich allein das Schlendern!

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Det Gamle Apotek (Østergade 1)

Zwischen echter Interior-Liebe und echtem Kitsch kriegt man hier alles. Dieser Laden ist unfassbar groß und immer wenn man denkt, man hat den letzten Raum erreicht, kommt noch einer. Und noch einer. Der liebste Raum war für mich der mit den Küchensachen und meine Kaffeebecher-Sammlung ist um zwei wunderschöne Stücke reicher ;-).  Auf alle Fälle ist der Besuch dort wirklich lohnenswert!

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Da wir relativ spät im Auto gefrühstückt hatten, wollte uns kein so rechter Mittagshunger packen und so ließen wir die wirklich nett aussehenden Restaurants an der Einkaufsstraße wieder hinter uns und liefen zurück zum Café Engel, an dem wir ganz zu Beginn zufällig vorbei gekommen waren.

Café Engel  (Frigrunden 3)

Dieses Café ist sehr klein und unglaublich charmant eingerichtet. Es gibt Bio-Limo und frischen Kuchen und außerdem einen äußerst entzückenden Hinterhof, in dem wir uns ein schattiges Plätzchen gesucht hatten. Die Rhabarber-Schorle war zwar wohl die teuerste, die ich je in meinem Leben getrunken habe. Was aber nicht am Café selbst, sondern an den Preisen in Dänemark liegt. Aber sie war super lecker, die Sonne schien, neben uns saß eine Gruppe etwas älterer Damen (ziemlich hip und sehr dänisch und ich hätte ihnen stundenlang zuhören können, ohne auch nur ein Wort zu verstehen) und das Leben war schön.

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Nach einer zweiten kleinen Runde durch den Ort ließen wir unsere letzten Kronen beim Bäcker, schleppten zwei Brote, einen riesigen Hefekranz und Kekse zum Auto und fuhren nur wenige Minuten weiter nach Møgeltønder.

Møgeltønder

Ein bisschen gleicht die Fahrt auf der holprigen Kopfsteinpflaster-Allee einer Reise in die Vergangenheit. Møgeltønder hat nicht einmal 1.000 Einwohner. Wir schlenderten im fahlen, wunderbaren späten Frühlingslicht an alten Höfen und Häusern entlang, passierten zwei Antiquitätengeschäfte und ein winziges Café, in dessen Garten ein betagtes Ehepaar gemeinsam Kuchen aß. Bekannt ist der Ort durch Schloss Schackenborg, welches heute ein Hotel und Restaurant enthält. Weiter als bis zu den geschlossenen Toren kam ich mit meiner Kamera allerdings nicht.

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Zwei, drei Häuser stehen zum Verkauf und ich habe beschlossen, dass ich als berühmter Schriftsteller, der ich einmal sein werde, hier durchaus einen Sommersitz einrichten könnte. Dieser ruhige Herzschlag der Gegend, er hatte sich im Laufe des Tages auf mich übertragen. Ich fühlte mich wie eine Katze, die sich schnurrend in der Sonne zusammen rollt, weil es grade nichts Besseres im Leben gibt. Ich versuchte, so viel wie es ging von diesem Gefühl mitzunehmen. Und tatsächlich speiste es mich noch das ganze Wochenende mit Glückseligkeit.

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Aber wie gesagt, davon berichte ich dann noch ein anderes Mal!

Eure Carolin

Das passt dazu...

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