Familie

Diese fiese Sau namens Schulstress

Nun in das innerhalb kurzer Zeit schon der zweite Post zum Thema Schule, den ich schreibe. Aber nach dem ersten Halbjahr war es nicht nur Zeit für ein Resümee zur vorzeitigen Einschulung. Ich hatte Euch in diesem Post ja schon angedeutet, dass das Thema Schule so ganz allgemein für uns kein besonders positiv besetztes ist und auch deswegen das hinter uns liegende Halbjahr ein ziemlich anstrengendes war. Weil wir nämlich mit einer fiesen Sau namens Schulstress zusammenleben müssen. Ihr kennt sie vielleicht aus Eurem eigenen Haus.

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Wir leben ganz ohne Frage in einem privilegierten Land und das gilt bei allen Missständen auch für unser Schulsystem. Die Kehrseite der Medaille ist aber leider auch die, dass der Zwang nach noch mehr Wirtschaftlichkeit in den letzten Jahren auch vor unseren Schulen nicht halt gemacht hat. Und ich rede hier weder von dem Umstand, dass wir 16 verschiedene statt einer konzentrierten und gut strukturierten Vorgehensweise haben. Oder von dem daraus resultierenden Problem, dass ein Schulwechsel im eigenen Land nicht viel weniger kompliziert ist, als wäre man ausgewandert. Nein, ich meine auch nicht den Wechsel zwischen G8 und G9 und die Frage, ob 12 Schuljahre für ein Abitur ausreichen.

Ich rede davon, dass pfiffige und clevere Kinder, die neugierig und voller Wissensdurst sind, die sich geistig wie körperlich bewegen wollen mit Migräne, Überforderung und chronischer Erschöpfung kämpfen müssen. Und das schon in einem Alter zwischen 6 und 10 Jahren! Wie kann so etwas sein? Habe ich mich in den letzten Jahren manchmal täglich gefragt. Ich sage es ganz offen: ich halte sowohl die Schulpflicht als auch das damit einhergehende System für vollkommen überholt. Wäre es in Deutschland nicht illegal, ich hätte meine Kinder längst aus der Grundschule genommen und würde sie zu Hause unterrichten. Nun will ich hier aber keine politische Debatte über das Für und Wider führen von Heimunterricht führen. Oder überhaupt über unser System (dann würde der Text für eine sehr lange Weile kein Ende nehmen). Sondern darüber schreiben, wie es bei uns persönlich aussieht und die Frage in den Raum stellen: wie gehen wir damit um? Wie lässt sich diese Sau vertreiben?

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Als ich mich so durch verschiedene Artikel zum Thema Homeschooling in Deutschland las, traf ich immer wieder auf die Aussage, dass neben persönlichen oder auch religiösen Gründen vor allem Eltern bildungsnaher Schichten im Heimunterricht eine qualitativ hochwertigere Alternative für ihre Kinder sehen. Ich finde mich in diesem Gedankengang ziemlich stark wieder. Wenn meine Töchter in der ersten Klasse mit Arbeitsblättern nach Hause kommen, die nicht mal ich verstehe – mit Abitur und Hochschulstudium – was sollen sie denn daraus lernen, frage ich mich? Wenn mein Sohn Regeln erlernen soll, um sich für ihn angeblich schwierige Wörter besser merken zu können – er aber keine Schwierigkeiten mit den Worten, sondern mit den Regeln hat. Wo liegt da der Sinn?

Es gab Tage in den letzten Jahren, da stand ich manchmal täglich kurz davor, die Kinder einfach für ein paar Wochen krank zu schreiben. Damit sie sich entspannen können, lernen, was sie interessiert und vor allem, was sie noch nicht wissen (anstatt stupide 100 Mal dieselbe Aufgabe ins Heft zu schreiben). Ich habe drei ziemlich intelligente Kinder, bei keinem muss ich mir Sorgen machen, dass sie nicht schreiben, lesen oder rechnen können. Ich habe ein hoch begabtes Kind (und eins, bei dem wir uns noch nicht so richtig sicher sind), dass nicht selten nach Hause kommt und weint. Weint, weil es sich so stark langweilt.

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Wie gehen wir damit um? Klar, wir stärken unsere Kinder. Sagen ihnen jeden Tag, dass sie es schaffen. Beten mit ihnen gemeinsam abends für einen Schultag, der viel Positives bereit halten wird. Unterbrechen die Hausaufgaben, wenn sie zu lang dauern oder lassen sie auch ausfallen. Und dann steht mein mittleres Mädchen vor mir, hat Angst. Ist von so viel Stress geplagt, weil die Lehrerin in ihrer Überforderung den Kindern sagt, sie werden nicht versetzt, wenn nicht alle Aufgaben bald erledigt sind. Und wieder sagen wir, dass die Schule nur ein kleiner Teil ist. Dass sie nicht das Leben bestimmt, auch nicht das unserer Tochter.

Aber reicht das? Vertreibt das diese fiese Sau, die meine Kinder ängstigt, sie morgens oft genug weinen und trotzen lässt? Die ihnen Augenringe und Kraftlosigkeit beschert? Vor einiger Zeit schrieb mir eine Leserin eine E-Mail. Sie fragte mich, wie ich damit umgehe, mit der emotionalen Aufgewühltheit meiner Kinder, die sie nach der Schule mit nach Hause bringen und dann bei uns, den Eltern, abladen müssen. Die Frage richtete sich vor allem an meine Hochsensibilität, aber auch unabhängig davon ist das ein Problem, was sicher viele kennen.

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Ich kann nicht behaupten, dass ich immer besonders gelassen wäre. Ich höre so viel und gut zu, wie ich kann, tröste, lobe, freue und ärgere mich mit. Manchmal kann ich einfach nicht mehr aufnehmen oder bin selbst überfordert. Dann bitte ich um Pause oder lege Themen auch (erstmal) ad acta. Ob das jetzt pädagogisch wertvoll ist oder nicht, ist mir, ehrlich gesagt, egal. An manchen Tagen geht es schlicht ums Durchhalten und Kräfte einteilen. Was wir jedoch vehement vertreten, ist das Prinzip, dass unser Zuhause unsere Burg, unser Nest ist. Anforderungen und Regeln, die die Schule stellt, gelten hier nicht. Das Leben und Bild, vor allem der Wert (!) der Kinder wird nicht von den Lehrern, Leistungen oder Hausaufgaben bestimmt. Und vor allem: die Schule ist nur ein Ort, kein Gesetz. Man kann Nein sagen.

Letzteres ist in einem Land, das so stark an institutionalisierte Autorität glaubt, nicht unbedingt leicht. Lehrer fühlen sich schnell angegriffen und respektlos behandelt, wenn man Anweisungen ablehnt oder gegenteiliger Meinung ist (an dieser Stelle haben wir übrigens viel gelernt, vor allem über Kommunikation – falls Ihr darüber noch mehr wissen wollt, schreibt es gern in den Kommentaren). Dabei sehe ich auch für Lehrkräfte eine Überforderung, die durch ein absolut marodes und nur wirtschaftlich denkendes System verursacht ist. Klar, es gibt sie überall: die doofen und inkompetenten Lehrer, die seit Jahr und Tag ihr Schema X fahren. Aber noch viel mehr sehe ich Frauen und Männer, die wirklich aus Überzeugung die Kinder im Lernen anleiten wollen. Aber an dieser Sau oft genug genauso scheitern wie wir Eltern.

Ich habe jetzt schon öfter gehört, dass für viele eine entscheidende Änderung mit dem Wechsel zur weiterführende Schule eintrat. Dieser Wechsel steht ja für uns im Sommer an und ich bin gespannt und skeptisch zugleich. Vor meinen Töchtern liegen noch 3,5 Jahre hier an der örtlichen Grundschule, mit denen wir klar kommen müssen.

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Noch einmal die Frage: was kann ich tun? Hier zu Hause, in meiner Familie, bei meinen Kindern?

Wie ich oben schon geschrieben habe: Schule ist nur ein Ort, nur ein kleiner Teil unseres Lebens, der weder unseren Wert noch unsere Lebensführung bestimmt. Ich weiß, dass das manchmal gar nicht so einfach ist. Vor allem dann, wenn die Schultage und auch die Liste der Anforderungen länger wird. Umso wichtiger ist es, sich das immer und immer wieder vor Augen zu führen. Ich werde den Gedanken nicht los, dass wir die Sau aus unserem Haus nicht werden vertreiben können. Aber wir geben ihr den kleinsten Raum, der uns möglich ist! Das ist mein erklärtes Ziel.

Ich weiß, dass meine Kinder die Schule nicht brauchen, um wichtige Dinge zu lernen. Und diesen Gedanken versuche ich, wirklich tief zu verinnerlichen und meinen Kindern weiter zu geben. Schulnoten sagen nichts über Leistung, Können oder Wert aus. Lernsysteme und -normen sind austauschbar. Ich versuche so oft es geht, die Kinder zu ermutigen, dass sie anders an eine Aufgabe heran gehen können/sollen! Gerade Jona braucht diese Ermutigung, denn er kommt oft zu eigenen Lösungsansätzen. In der Schule werden diese meist als falsch bewertet – und das will ich so nicht stehen lassen. Denn schließlich bedeutet dieses falsch ausschließlich, dass er nicht den vorgeschriebenen Weg gegangen ist, nicht, dass das Ergebnis falsch war.

Und dann lässt mir etwas keine Ruhe, was mich eh umtreibt und eins meiner großen Themen seit Anfang des Jahres ist: Vernetzung und Community. Erinnert Ihr Euch an meinen Text über 10 Jahre Mutterschaft? Gemeinsame Bestärkung, Ermutigung, das ist etwas, was ich auf alle Fälle brauche. Damit ich es meinen Kindern weitergeben kann, damit es mich von innen heraus stärkt. Und wenn es Euch aus so geht, dann sind wir doch schon eine kleine (oder größere) Community, die genau das leisten kann. Meine kleinste Community, mein Mann, schrieb mir übrigens gerade folgendes: wir werden es merken, wenn wir dabei bleiben und unsere Kinder immer und immer wieder stark machen.

Ich freu mich wie immer auf Eure Meinungen und den Austausch!

Eure Carolin

Das passt dazu...

23 Kommentare

  • Reply
    Christiane Righetti
    8. Februar 2018 at 11:07

    Ich muss sagen, das macht mir Angst, was Du da schreibst. Angst, was da auf uns zukommt im Sommer, wenn mein Großer in die Schule kommt. Ist das wirklich so schlimm? Ich muss sagen, dass ich selber mit 13 Jahren Waldorfschule überhaupt keine Ahnung habe, wie das auf einer „normalen“ Schule läuft. Mein Mann ist Italiener und hat in Italien zwar die normale staatliche Schule durchlaufen, aber das ist eben auch keine Erfahrung mit dem deutschen Schulsystem. Da es hier vor Ort keine Waldorf-
    oder sonstige Alternativschule gibt (und der Besuch einer solchen nur mit sehr viel Idealismus, Fahrerei, Logistik und Geld zu bewerkstelligen wäre), haben wir uns entschlossen den normalen Weg einzuschlagen. Wenn es aber ganz schlimm wird, halten wir uns alle Optionen offen… Irgendwie denke ich immer, das kann doch gar nicht so schlimm sein? Aber ich bin da eben auch sehr verwöhnt und ein schlechtes Gewissen, das Gefühl mich nicht genug für das Wohl meiner Kinder einzusetzen, habe ich trotzdem. Wünsche Euch alles Gute und starkes Durchhalten! LG, Christiane

    • Reply
      Carolin Schubert
      8. Februar 2018 at 12:14

      Liebe Christiane, das tut mir wahnsinnig leid – ich wollte Dir auf gar keinen Fall Angst machen!!! Natürlich ist mein Text vor allem durch unsere Erfahrungen geprägt und die waren leider so, wie ich es beschrieben habe (und alternative Schulen gab es für uns leider nie in Reichweite). Grundsätzlich ist das genau die richtige Haltung: nämlich, dass man es schafft und da durch kommt! Ich bin in diesem Bereich sehr kritisch, das muss ich zugeben. Auch, weil wir aus unterschiedlicher Perspektive das Schulsystem erlebt haben (mein Mann hat auch dort gearbeitet, in der Betreuung und als Leiter eines Horts). Aber ganz klar gibt es auch gute und schöne Beispiele, in denen Kinder völlig problemlos durch die Schulzeit gehen! Bitte lass Dich keinesfalls entmutigen.

  • Reply
    Hilde Remplem
    8. Februar 2018 at 11:48

    Wie gut, dass eure Kinder so starke Eltern haben, die mit ihnen zusammen eine Einheit bilden. Wie schlimm muss es für Kinder sein, die völlig allein gelassen werden bzw. wo die Eltern einfach nicht mehr mitkommen? ich selbst werde Lehrerin und freue mich auf meinen Beruf. Gleichzeitig habe ich Sorge, meinen Ansprüchen und Vorstellungen zu genügen und eben doch nicht dieser Aufgabe gewachsen zu sein. Meine Töchter haben noch etwas Zeit, aber die Große freut sich schon jetzt so sehr auf die Schule und ich habe Angst, dass sie enttäuscht sein wird und die Lernlust verschwinden wird.
    Du hast so recht, man sollte sich immer wieder vor Augen halten, was wirklich im Leben wichtig und nötig ist und die Schule mit ihren Regeln und Ansprüchen nicht zu sehr in den Mittelpunkt stellen. Ich hoffe, das wird uns auch gelingen. Für unsere Kinder!
    LG Hilde

    • Reply
      Carolin Schubert
      8. Februar 2018 at 12:16

      Bei uns war das leider so, die Enttäuschung sehr groß. Unsere Kinder haben hier eigentlich sehr liebe und engagierte Klassenlehrerinnen. Aber ich erlebe eben auch, wie stark sie Teil des Systems sein müssen (ob sie wollen oder nicht) und wie groß oft die Überforderung angesichts der Ansprüche ist. Lehrer sein ist heutzutage kein einfacher Job, umso wichtiger, dass es gutes und engagiertes Personal gibt! Ich wünsch Euch allen einen ganz tollen Schulstart!

  • Reply
    Peggy Nötzoldt
    8. Februar 2018 at 13:04

    Liebe Carolin,

    dein heutiges niedergeschriebenes Thema ist – gefühlt – ein Universum. Und, so wie du auch schreibst, lassen sich ganze Abhandlungen über Tage/ Seiten hinweg niederschreiben. Worte, die unser deutsches Schulsystem, nötig hat; was seit Jahren und von führenden Neurowissenschaftlern bemängelt wird … Es ist überaltet und meiner Meinung nach völlig am Kind vorbei. Alles wird scheinbar in ein Schema gepresst – wer da nicht reinpasst, hat ziemlich das Nachsehen. Die Zeiten von „Funktionieren und Einheitsbrei“ sollten längst Vergangenheit sein, wenn wir glückliche, kreative, flexible Menschen in der Gesellschaft möchten. Aber das sind nur kleine Schnipsel in dem ganzen Schulwirrwarr.

    Es ist auch nicht nur die Schule ansich, die überholt ist, sondern leider auch die leistungsorientierte Gesellschaft. Auf einer Abschlussveranstaltung in einem Grundschuljahr hörte ich einen Vater sagen: „Egal, was mein Kind beruflich werden möchte, das Abitur muss es aber machen.“ Sorry, aber da könnt ich k*tzen. Es sagt so viel über Wertigkeit, Leistungsorientierung und verlorender Kindheit aus, das es einfach nur verdammt traurig ist, dass es solche Eltern gibt…
    Ich verstehe, dass da der Wunsch auch nach besten Chancen steht, aber …

    Es ist und bleibt ein sehr umfassendes, schwieriges, politisches, gesellschaftliches und emotionales Thema.

    Und falls du noch Reserven hast, so habe ich hier noch einen Filmtip „Alphabet“ von Erwin Wagenhofer – sehr aufwühlend, erschreckend.

    Ganz liebe Grüße
    Peggy

    Ich denke, dass eure Einstellung und der Umgang mit „der blöden Sau“ auf jeden Fall der „günstige Weg für Euch“ ist. Also, ich wünsche mir es jeden Falls für euch.

    • Reply
      Carolin Schubert
      8. Februar 2018 at 19:52

      Liebe Peggy, ich muss Dir absolut Recht geben: dieses Thema ist tatsächlich ein eigenes Universum. Und zu einer gut geführten Debatte gehören all die Themen und noch so viel mehr dazu! Ich habe sie bewusst auf unser Leben beschränkt (weil das ja hier mein persönlicher Blog und kein politisches Manifest ist), aber es fällt mir manchmal gar nicht so leicht. Denn wir brauchen diese offenen Diskussionen mehr als dringend!

      Vielen lieben Dank für den Tipp, evtl. werd ich ihn an meinen Mann „abtreten“, falls ich das nicht schaffe ;-).

  • Reply
    Corinna Herzberger
    8. Februar 2018 at 15:23

    Hallo Carolin,

    Ich finde es super was du geschrieben hast! Ich habe mich gestern schon auf heute gefreut! Hier wohnt auch die Sau! Meistens ist es bei den Hausaufgaben ganz schlimm! Ich muss mich dann mal erst reinfuchsen um überhaupt „helfen oder erklären“ zu können und denke dann immer, Mensch ist doch „nur“ Grundschule, wie soll das weitergehen?!? Ich habe aber für mich auch entschieden, das ich zuhause, in meiner Burg, nicht mehr den Job der Lehrer übernehme! Bei uns war es nämlich eine Zeit lang so schlimm, das meine Tochter zusätzlich zu den Hausaufgaben noch den kompletten Unterrichtstag nacharbeiten musste, weil sie in der Schule nichts gemacht hat… nicht weil sie es nicht könnte, sondern weil sie schlicht keinen Bock hatte… und der Lehrerin ist es erst nach 45 min aufgefallen, das meine Tochter nichts gemacht hat… das hat hier zuhause zu ganz schlimmen Tagen geführt, bis ich mir einen Ruck gegeben habe und den Ball wieder an die Lehrerin gespielt habe… jetzt machen wir nur noch Hausaufgaben! Ätzend finde ich auch, das jedes Kind 5 Wege lernen MUSS um eine Aufgabe zu rechnen, oder zwingend Schreibschrift schreiben MUSS weil es halt so im Lehrplan steht… auch hier haben wir in langer mühseliger Diskussion einen Weg gefunden…. ist es wichtig Schreibschrift zu können? Meines Erachtens nein! Die Kinder sollten lesbar und flüssig schreiben können! Und ist es so wichtig das man auf 5 Wegen 230-125 rechnen kann, nein! Wichtig ist doch das das Kind einen Weg findet auf ein Ergebnis zu kommen und dann sollte das gewürdigt werden!!!
    Ich denke ihr macht das super, wie ihr eure Kinder immer wieder stärkt!
    Und ich würde mich auch freuen noch was über das Thema Kommunikation zu lesen, was du in deinem Text angedeutet hast.

    Lg Corinna

    • Reply
      Carolin Schubert
      8. Februar 2018 at 20:01

      Hausaufgaben sind hier auch immer wieder ein leidiges Thema. Wir sind da mittlerweile rigoros. Es gibt eine zeitliche Empfehlung im Deutschen Schulgesetz, die ziehen wir notfalls heran und brechen einfach ab. Das klappt aber meistens ganz gut, bisher hielten sich die Diskussionen mit den Lehrkräften in Grenzen. Umgekehrt muss ich auch wirklich betonen: ich möchte den Job nicht machen! Oft kann gar kein richtiger Unterricht stattfinden, weil die Lehrer mit allem möglichen beschäftigt sind – bloß nicht mit lehren. Und das liegt eben an einem System, bei dem einer für 21 Kinder zuständig ist, die grundsätzlich inklusiv beschult werden sollen. Da gibt es kein hinten und kein vorn, so verkehrt ist das alles.

      Ja, viele Dinge finde ich tatsächlich fragwürdig, so wie Du. Ich bin zwar absolut pro Schreibschrift 😉 (unsere Mädchen lernen es hier an der Schule nicht, weswegen wir es hier zu Hause lernen werden), aber ich verstehe Deinen Punkt!

  • Reply
    villa_wunder
    8. Februar 2018 at 17:10

    Hallo Carolin,
    leider steht und fällt der Schulerfolg/-frust mit der Lehrkraft. Das darf in einer hochentwickelten Gesellschaft, wie der unseren meiner Meinung nicht sein. Schon die Kleinsten werden in ein „Aufbewahrungssystem“ gepresst, damit sowohl Vati als auch Mutti, am Besten, schon einen Tag nach der Geburt des Kindes wieder Arbeiten gehen können. Leider bleiben dann ein Großteil der Kinder auf der Strecke. Wenn die Kleinen in die Schule kommen, müssen sie so viel mehr bewältigen, als nur den Schulstoff, vllt. noch in einem vorgepressten Schema, zu erlernen. Leider ist das Schulsystem dermaßen marode, dass es wahrscheinlich erst zum Kollaps kommen muss bevor sich etwas ändert. Weil das System so marode ist, müssen die Lehrkräfte, neben der Tätigkeit für die sie ausgebildet werden, noch zahlreiche weitere Aufgaben übernehmen. Das ist kaum noch zu schaffen. Ich spreche aus eigener Erfahrung, weil ich selber Lehrerin bin. Ich unterrichte allerdings an einer Berufsschule. Auffällig ist, dass in den letzten Jahren immer mehr Schüler/-innen beschult werden müssen, die schon in ihren jungen Jahren an z. B. Depressionen leiden, weil die Forderungen der Gesellschaft zu einer Überforderung führen. Darüber hinaus wird den Schülern und Schülerinnen in der Grundschule kaum noch die Zeit gegeben die Grundfertigkeiten wie Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division und vor allem die richtige Rechtschreibung sowie sinnentnehmendes Lesen zu erlernen. Alles muss immer schneller und weiter erfolgen. Aus diesem Grund beherrschen immer weniger Schüler/-innen die Rechtschreibung. Die Ausbilder wiederum beklagen sich, dass die Auszubildenen kaum noch in der Lage sind fehlerfrei einen Geschäftsbrief zu schreiben. Und es wird immer schlimmer…
    Da ich selber im staatlichen System tätig bin, wollte ich der Einzugsgebietsschule eine Chance geben, da ja der Schulerfolg vornehmlich von der Lehrkraft abhängt. Leider ging das völlig in die Hose. Zum Glück bestand für uns die Möglichkeit die Schule zu wechseln. An der neuen Schule klappt es deutlich besser. Aber mit wenigen Stellschrauben, die verändert werden könnten, ohne dass das einen Mehraufwand für die Lehrkräfte bedeuten würde, könnte es noch besser laufen. Wichtig ist, dass die Kinder merken, dass ihre Eltern sie unterstützen, allerdings nicht ohne die Aussagen zu Hinterfragen. Meine Pippilotta kommt jeden Tag aus der Schule ist nur am Meckern, was wieder nicht gut war. Da muss man als Eltern auch mal die Kirche im Dorf lassen und auch mal Fragen, was denn gut war. Denn sonst steigern sich die Kids immer mehr in ihre negative Sichtweise hinein. Das Prinzip des „offenen Ohres“ sollte aber vorherrschen.
    Ich wünsche euch alles Gute für den Schulwechsel eures Großen und drücke euch die Daumen, dass die „Kleinen“ mit der Zeit besser mit der Situation klar kommen.
    Liebe Grüße
    villa_wunder

    • Reply
      Carolin Schubert
      8. Februar 2018 at 20:07

      Ganz herzlichen Dank für Deinen Kommentar und Deine Sichtweise, die ich mit großem Interesse gelesen habe. Genau das Problem haben mein Mann (er arbeitet momentan noch als Erzieher) und ich sehr oft besprochen. Diese Kinder werden groß und die Probleme damit auch! Hinzu kommt eben genau das: Lehrer sollen Kinder aller Betreuungsstufen gleich behandeln – ein Widerspruch in sich. Inklusion ist meiner Meinung genau deswegen eine Farce! Wir wollen Individualität und die Sicht auf das einzelne Kind – mit einem gleichschaltenden System, das durch EINE Lehrkraft geleistet werden muss. Ich glaube, da braucht es eigentlich nicht viel Intelligenz, um zu verstehen, dass das gar nicht funktionieren kann.

      Wir hatten einen Bekannten, der leitet eine Kinder- und Jugend-Psychiatrie – es war erschreckend, wenn er uns erzählte, wie jung seine Patienten sind/waren! Und nicht wenige Kinder waren einfach durch den Schulalltag seelisch kaputt!

      Einen wirklich tollen Impuls finde ich die „mecker“-Sache. Ja, man muss unterscheiden und den Kindern auch helfen, das Gute und Positive zu sehen. Wir haben an dieser Stelle auch Erfahrungen in die umgekehrte Richtung gemacht: nämlich dann, wenn man selbst nicht aufpasst und nur noch schimpft und die Kinder das so in die Schule tragen. Das war uns auch eine wichtige Lektion in Sachen Missverständnisse und klare Kommunikation. Wir versuchen deshalb umso mehr, den Kindern auch zu zeigen, dass ihre Lehrer oft selbst an ihre Grenzen kommen oder mal einen schlechten Tag haben können.

  • Reply
    Karin
    8. Februar 2018 at 18:04

    Liebe Carolin,

    Vielen Dank für diesen Artikel- ich habe jetzt zwar nur noch 1 von 3 Kindern in der Schule, aber habe mich sehr in „unsere“ Grundschulzeit zurück versetzt. Eins vorweg- Reformschulen sind auch nicht immer die Lösung- unsere Älteste hatten wir voller Idealismus in einer solchen eingeschult, durch einen Umzug musste sie dann in die Innenstadt-Sprengelschule (O-Ton mein Mann: hier riechts wie in meiner Grundschule vor 40 Jahren. O-Ton mittleres Kind : im Nachhinein fällt mir erst auf, wie assi meine Schule eigentlich war) und sie kam mit dem klassischen, stark strukturierten Unterricht viel besser klar.
    .Bestimmt gibt es sehr viel zu verbessern. Das Dilemma der Lehrer ist so gut beschrieben, vielen Dank! Meine Kinder haben aber auch in diesen Jahren rasende und sprunghafte Entwicklungen durchgemacht, die per se sehr stressig waren- sie schossen in die Höhe und fielen wochenlang ständig über die eigenen Füße oder stießen überall an, weil sie in ihrem eigenen Körper noch gar nicht recht wieder zu Hause waren. Sie hatten Stimmungsschwankungen, die ich mir nur mit sich schon anbahnenden hormonellen Schüben erklären konnte. Die Freunde waren in all ihrer Wichtigkeit auch immer wieder Quelle von Unfrieden und Stress. Sie gewinnen rasant an Autonomie und machen Ablösebewegungen von uns. Und die Schule immer mittenmang dabei. Das ist furchtbar anzusehen, das jüngste Kind hatte auch in der dritten Klasse ein Jahr lang Migräne-ich meine auch stressbedingt. Gleichzeitig weiß ich nicht, ob man ihnen das alles ersparen kann – durch vieles müssen sie durch-ganz ohne „was uns nicht umbringt usw“-Kitsch. Aber das Kind, das am einfachsten und fröhlichsten durch die Grundschule gerutscht ist, holt jetzt so manche Frustrationserfahrung nach- ist im Studium auch nicht lustiger. Die größte Schwierigkeit fand ich immer, herauszufinden, was ist eine Phase und wächst sich aus und wo muß man die Bremse ziehen. So- Entschuldigung für diesen Schwall, aber Sie haben soviel Rückschau bei mir angestoßen..Alles Gute für Ihre Süßen! Karin

    • Reply
      Carolin Schubert
      8. Februar 2018 at 20:10

      Vielen, vielen Dank für diesen Kommentar, Karin. Zwei Sachen haben mir selbst noch mal einen Impuls gegeben, denn das beobachten wir hier auch: die körperlich Entwicklung, die zu dieser Phase hinzu kommt und den Kindern so viel Stress beschert. Und diese Freundessache (für unsere Kinder leider eh ein sehr schwieriges Thema). Wenn man das mal alles zusammen nimmt, ist das wirklich ein ziemliches Paket, was Kindern in dem Alter aufgebürdet wird!

      Und ja, Sie haben absolut Recht: durch manches muss man hindurch, das ist im Leben immer wieder so. Und tatsächlich ist das auch was, was wir den Kindern versuchen mitzugeben: dass sie lernen durchzuhalten, so schwer das auch manchmal ist!

  • Reply
    Anja-Maria Gläser
    8. Februar 2018 at 19:02

    Liebe Carolin,

    mit dem heutigen Thema deines Artikels kann ich kein „stiller Mitleser“ sein, sondern will hier ganz öffentlich meine Meinung dazu kundtun.
    Ich lese deine Artikel immer gern und bewundere oft auch deine gut durchdachten Gedankengänge. Umso mehr bin ich erstaunt – fast entsetzt – über den von dir gewählten Titel zum Thema Schule.
    Nun ist es so, dass ich quasi auf der anderen Seite stehe, weil ich Lehrerin an einer staatlichen Grundschule bin und im System arbeite.
    Du sprichst auf der einen Seite von Langeweile, dann aber wieder von Überforderung und Stress der Kinder. Als Lehrerin erlebe ich täglich Situationen, in denen Kinder etwas als „langweilig“ beschreiben, das aber nicht dem Lernergebnis entspricht. Als Lehrerin bin ich in der Lage besonders begabten Kindern Zusatzmaterial zu geben und schwächere Kinder zu unterstützen. Aber eben nicht permanent. Das kann keine Schule leisten. Auch nicht die alternativen.
    Ich finde es wichtig, dass begabter Kinder neben dem Wissenserwerb auch lernen, dass man manchmal auch auf die anderen Rücksicht nehmen muss. Und das heißt manchmal auch warten. Kinder bewerten so eine Situation dann als langweilig.
    Wünschenswert finde ich an dieser Stelle, dass Eltern nicht immer alles 1:1 so auswerten, wie es das Kind erzählt, sondern den Kontakt zu den Lehrern suchen und sich im Gespräch ganz sicher Möglichkeiten ergeben, in denen man dem Kind angepasst fördern oder fordern kann.
    Das gewählte Thema macht mich schon fast ein wenig wütend – nicht weil es das System Schule kritisiert, in dem ich arbeite. Das tue ich selbst oft genug … Ich finde es eher bedenklich so eine Haltung an die Kinder weiterzugeben, ob bewusst oder unbewusst. So kann sich das Verhältnis nicht verbessern, sondern macht den Graben zwischen „der Burg Zuhause“ und „der fiesen Sau namens Schule“ nur noch tiefer.
    Kinder verhalten sich Zuhause anders, als in der Schule. Das ist so und das ist auch nichts Ungewöhliches. Habt ihr denn eure Beobachtungen schon mal mit den Lehrern eurer Kinder ausgetauscht und überlegt woran der Stress und die Überforderung liegen mögen?
    Es ließe sich noch so Vieles über das Thema schreiben, aber das sind die wesentlichen Gedanken, die ich mir zu dem Post gemacht habe.

    Ich wünsche euch und euren Kindern einen versöhnlichen Umgang mit dem Thema Schule und positive Erlebnisse, die sie auf das gesellschaftliche Leben vorbereiten.

    Viele Grüße
    Anja-Maria

    Ich erlebe viele Eltern, die die Umstellung vom Kindergarten in die Schule als echte Herausforderung für die Familie erleben. So ein Kindergartenalltag ist ja wirklich viel lockerer und v.a. zeitlich viel flexibler, als die Schule und das ist in beide Richtungen auch gut so.

    • Reply
      Carolin Schubert
      8. Februar 2018 at 20:25

      Liebe Anja-Maria, Danke für Deinen ausführlichen Kommentar, der auch nochmal eine andere Sicht darstellt. Zunächst möchte ich eine Sache ganz klar sagen: die fiese Sau ist nicht die Schule, sondern der SchulSTRESS – das sind zwei Dinge, die ich klar unterscheide (auch im Text!).

      Ich stimme absolut zu, dass Kinder eine sehr polarisierte Sichtweise ihrer Dinge haben, das liegt in ihnen und gilt es, als Eltern auch zu hinterfragen. Da gibt es nicht selten zur unfairen Behandlung des Lehrers eine zweite Seite, die man erst nach einigen Nachfragen erfährt. Trotzdem ist es meine Aufgabe als Mutter/als Eltern, zunächst ohne Vorbehalte meinem Kind zu begegnen, eben weil es MEIN Kind ist. Ich finde es ganz furchtbar, wenn Kinder denken, dass ihre Wahrnehmung automatisch durch einen Filter betrachtet wird.

      Zum Thema Langeweile muss ich jedoch entschieden widersprechen. Ja, Kindern können gelangweilt UND frustriert bzw. überfordert sein. Bei hochbegabten Kindern ist das nur allzu oft der Normalfall. Und nein, da hilft kein „das Kind muss auch mal lernen zu warten“. Klar muss es das. Aber Inklusion wird eben leider immer nur bei den Kindern gesehen, die Unterstützung und Nachhilfe brauchen. Hochbegabte oder auch besonders begabte Kinder fallen auf der anderen Seite einfach aus dem System. Und ich glaube sofort, dass es viele Lehrer gibt, die gern die Unterstützung leisten und extra Aufgaben geben würden. Aber damit ist es zum einen nicht getan und wie Sie selbst schreiben: in einem nicht spezialisierten Umfeld – egal ob Regel- oder alternative Schule – kann das nicht geleistet werden! Langeweile ist für einen hochbegabten Menschen etwas, was körperliche und psychische Schmerzen verursacht bzw. verursachen kann. Und zwar in einem Ausmaß, das für andere oft wenig bis gar nicht nachzuvollziehen ist. Dieser Schmerz kann zu Depressionen und anderen seelischen, negativen Haltungen führen.

      Zu guter letzt: selbstverständlich haben wir den Austausch gesucht und tun dies auch regelmäßig. Mir ist klar, dass so ein Blog nur einen sehr begrenzten Ausschnitt aus unserem Leben zeigt (das will ich ja so) und man deswegen vielleicht auch manchmal Dinge vermutet, die nicht da sind. Woraus ich keinen Vorwurf formulieren möchte. Aber da Du ja hier schon eine Weile mitliest, bin ich davon ausgegangen, dass unsere Haltung zu Offenheit und Gespräch bekannt war. Ich sage es aber gern nochmal ganz klar: wir suchen immer als erstes das Gespräch und ich würde niemals meinen Blog oder ein anderes soziales Medium benutzen, um ungeklärte oder unangesprochene Konflikte zu veröffentlichen.Ich kenne meine Kinder und ich WEISS deswegen, woraus die Dinge resultieren, die ich im Text benannt habe. Das bedeutet ja nicht, wie ich schon auf einen anderen Kommentar hin schrieb, dass sie nicht auch lernen müssen, mit manchen Dingen klar zu kommen. So ist das Leben, das kann uns auch helfen für spätere Konfliktsituationen! Aber das sind zwei verschiedene Paar Schuhe und entschuldigt eben kein in sich kaputtes System.

      Das Thema Kita führe ich jetzt nicht weiter aus, dazu muss ich mal einen eigenen Post schreiben, glaube ich ;-). Nur so viel: dass Kita flexibel und entspannt im Vergleich zu Schule ist, ist auch kein genereller Fall. Und auch hier gibt es jede Menge Dinge dazu zu sagen – von beiden Seiten.

      Ganz lieben Dank auf alle Fälle für die guten Wünschen, die haben wir für uns und unsere Kinder definitiv auch.

  • Reply
    Sarah
    9. Februar 2018 at 0:11

    Hey Carolin, vielen Dank für deine Offenheit! Das hast du echt sehr ehrlich und dennoch differenziert beschrieben. Vielleicht ist das ganz von der anderen Seite und auch ein bisschen egoistisch, es so zu sehen, aber dein Text hat mich gerade etwas erleichtert. Ich wollte nämlich unbedingt, dass meine Kinder im „tollen deutschen Schulsystem“ eingeschult werden und nun sieht es im Moment eher nach Grundschul- Homeschooling in Afrika aus. Der Gedanken fiel mir bisher immer sehr schwer. Ich habe sehr viel Bedenken, dass es meinen Kids dadurch an Sozialkompetenz und Freunden mangeln könnte… Aber wenn ich es jetzt mal aus diesem Blickwinkel sehe, habe wir damit vielleicht auch Freiheiten, die wir hier nicht hätten…

    • Reply
      Carolin Schubert
      9. Februar 2018 at 8:29

      Danke, Sarah! Das ist eine wertvolle Rückmeldung! Ich würde sagen: die habt Ihr absolut! Sozialkompetenz lernen meine Kinder tatsächlich hier bei uns. Ich habe bisher nicht gesehen, dass sie in der Kita oder Schule Dinge gelernt haben, die sie hier nicht bekommen. Und ich glaube tatsächlich, dass das auch so ein über dimensioniertes Märchen ist, dass man dafür Institutionen braucht. Zumal es ja drei sind – für sie ist es also normal, sich mit anderen Kindern und anderen Bedürfnissen auseinander zu setzen und auch Kompromisse finden zu müssen! Freunde ist sicher ein Thema, aber wir wissen ja beide, dass es dafür nicht zwingend die Schule braucht. Meine Kinder haben es diesbezüglich leider eh schwer, muss ich sagen…

  • Reply
    Tanya
    9. Februar 2018 at 7:40

    Liebe Carolin
    So ein wunderbarer Text.
    Der gibt mir gerade wieder Mut weiter zu machen.
    Ich bin in den ketzten Hahren oft immer wieder am Limit und weiss nicht wo meine Kräfte holen um die Kinder vor der Schule und nach der Schule wieder zu stärken. Morgens geht es besser als dann abends um 4, wenn sie nach Hause kommen….
    Danke für deine Zeilen und Gedanken – es tut do gut zu wissen, dass andere mit ähnliche Gedankenkarrussellen auseinander setzten.

    • Reply
      Carolin Schubert
      9. Februar 2018 at 8:32

      Liebe Tanya, ich glaube, es gibt viele, die unter diesem Druck ordentlich zu kämpfen haben und umso schöner finde ich es, wenn wir uns gegenseitig ermutigen. Danke für Deine Rückmeldung!

  • Reply
    Julia
    9. Februar 2018 at 14:56

    Liebe Carolin,
    danke für deine offenen Worte. Ja, das deutsche Schulsystem ist komplett veraltete und vermittelt meiner Meinung nach ein völlig falsches Wertesystem. Anstatt jedes Kind mit seinen Fähigkeiten so zu nehmen wie es ist, wird bewertete, verglichen und angespornt immer schneller, weiter oder besser werden. Ich finde es gut, dass du versucht deinen Kindern zu hause andere Werte zu vermitteln und die Schule nur als einen Teil des Gesamten betrachtest. Dennoch denke ich ist durchhalten nicht die Lösung. Es muss sich an diesem System etwas ändern! Und das kann nur passieren, wenn immer mehr Menschen sich dazu bekennen und diesen Zustand nicht weiter hinnehmen und durchhalten. Wie du schon schreibst ist Vernetzung extrem wichtig. Es gibt so viele Netzwerke und Gruppen in denen sich Menschen zusammentun, die dieses Schulsystem so nicht mit tragen und aktiv werden wollen. Sei es einen Weg zu finden, seinen Kindern das Freilernen zu ermöglichen oder mit dem Gründen einer freien demokratischen Schule aktiv zu werden. Bei uns steht dieses Thema im nächsten Jahr auch an und wir suchen nach einer Alternative, das „normale“ Schulsystem auch nicht zu uns passt.

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    Sissi
    9. Februar 2018 at 22:58

    Puh ein schwieriges Thema, was du da ansprichst, liebe Carolin! Ich habe zur Zeit drei Grundschulkinder (das vierte steht in den Startlöchern) und kann absolut nachempfinden was du da schreibst. Der Schulstress hält sich bei uns zum Glück in Grenzen, aber trotzdem bestimmt die Schule unseren Alltag und ein Stück weit auch unser Familienleben. (Stundenplan, Hausaufgaben, Ferienzeiten, anstehende Klassenarbeiten, Schulfeste, etc.) Ich versuche meinen Kindern die Schule nicht als etwas negatives störendes zu vermitteln, sondern als einen Ort an dem Menschen zusammen kommen, um gemeinsam zu lernen. Mein Fokus liegt auch immer mehr auf den „Softskills“, als auf den erbrachten Leistungsnachweisen (allein schon dieses Wort lässt mich erschaudern).
    Und trotz alledem macht es mich sehr traurig, dass aus kleinen fröhlichen und neugierigen Menschen, Kinder geformt werden, die keine eigenen Idee entwickeln können/wollen und sich nur noch berieseln lassen. Dies allerdings ist nicht nur unserem Schulsystem an zulasten, sondern unserer Gesellschaft im Allgemeinen
    Ich bin mit einigen Lehrern befreundet, die das Schulsystem kritisieren. Allerdings wurden ihre Änderungsversuche schnell boykottiert – entweder durch die Schüler selbst, die keine Lust haben, sich eigene kreative Lösungen zu suchen oder durch die Eltern, die den klassischen Frontalunterricht einfordern.

    Ich wünsche euch alles Gute für eure weitere Schulzeit und dass ihr einen für euch passenden Weg findet, damit umzugehen!
    Liebe Grüße,
    Sissi

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    Jennifer D.
    12. Februar 2018 at 8:12

    Hallo!Ich bin auf deinen Beitrag gestoßen und kenne das.Meine Tochter wurde damals im Juni 6 Jahre und im August war Einschulung.Sie war sehr verträumt,sie hatte oft Bauchweh und Kopfschmerzen.Hausaufgaben waren oft sehr Schwierig.Aber,bei uns lag es definitiv an den Lehrern.Es wurde zu wenig gefordert und gefördert.Es gab 3(!) Mathenoten im Halbjahr.Wenn Lehrer ausfielen müsste die Klasse in eine Klassenstufe darunter,in die Letzte Reihe und Aufgaben erledigen während die Lehrerin ihren Stoff mit ihrer Klasse durch zog.Wir dachten schon das meine Tochter eine Matheschwäche hat.Hat sie aber nicht,haben es testen lassen.Sie stand zwischen 3 und 4.Letztes Jahr wechselte sie in die 5.Klasse und es ist ein Unterschied wie Tag und Nacht!!!In Mathe hat sie jetzt zum Halbjahr eine 2,in allen anderen Fächern auch eine 1 oder 2.Sie kommt nach Hause und macht von allein sofort ihre HA.Beteiligt sich am Unterricht damit sie Zusatznoten bekommt.Heute ärgere ich mich das ich nicht bei den Lehrern mehr Druck gemacht habe.Aber für uns war die Schule Neuland,man ist da doch eher Unbeholfen und kann es schlecht einschätzen.Dieses Jahr kommt mein Sohn in diese Grundschule und ich bin gewappnet….bei ihm ist es anders.Er kann schon seit er 3 ist bis über 100 zählen,teilweise Lesen,hat Verständnis für die Zeit/Uhr.Nun hatten wir einen „Vorstellungstermin“ in der Schule gehabt und er hat einen „bleibenden Eindruck“ hinterlassen.Denner hat nichts gemacht.Nicht geredet,nichts gemalt,nichts gezeigt was er kann…warum auch,er weiß ja das er es kann.Aber da werde ich auf jeden Fall anders agieren wenn es Probleme geben sollte.

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    Claudia
    27. Februar 2018 at 17:11

    Liebe Carolin,

    ich kann nur zu gut als Mutter von zwei Kindern deine Sorge um die Zukunft unser aller Kinder verstehen. Doch eine, die eine Kraft in eurem Glauben und aus Gott kann euch den Sprung über Mauern möglich machen.
    Mich selbst plagten auch große Sorgen vor der Schuleinführung unseres Großen. Wir dürfen uns nun aber in der wunderbaren Lage befinden, unser Kind an eine christliche Schule mit einem sehr tollen Lernkonzept bringen zu können.

    Ich möchte Dich darum ermuntern den Mut und die Kraft nicht zu verlieren und täglich im Gebet zu bleiben. Nur eure Herangehensweise, die Liebe zu euren Kindern und Gott selbst macht es möglich neue Wege zu gehen.

    Liebe Grüße

    Claudia

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      Carolin Schubert
      5. März 2018 at 12:12

      Lieben Dank, Claudia!

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