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Antwerpen zwischen Uni, Graffiti und Hafen-Idylle: Eilandje und Park Spoor Noord

Mitten im Januar – okay, wir sind schon fast am Ende des Monats angekommen – aber doch; so mitten im Winter packt mich die Reisesehnsucht noch mehr als sonst (und das will was heißen, bei meinem Reiseherzschmerz!). Wahrscheinlich deswegen, weil ich so viel Zeit drinnen verbringe. Deswegen habe ich beschlossen, reisen wir heute noch ein (vorerst) letztes Mal nach Antwerpen.

seedandstory.de | Antwerpen Eilandje und Park Spoor Noord

Dieses Mal nehme ich Euch mit in einen Teil der Stadt, der vielleicht auf den ersten Blick nicht besonders interessant erscheinen mag – es aber durchaus ist. Zumindest, wenn man auf eine entspannte Uni-Atmosphäre, jede Menge Graffitis und industrielle Hafenidylle steht. Da all das auf uns – mich und meinen Mann – zutrifft, haben wir uns zwischen Eilandje und dem Park Spoor Noord pudelwohl gefühlt.

Bereits in meinem ersten Post hatte ich über meine Faszination darüber geschrieben, dass sich Antwerpen wir eine Art Puzzle vor einem ausbreitet, bei dem man die einzelnen Teile eng aneinander gelegt hat ohne sie wirklich miteinander zu verbinden. Mit Überschreiten der unsichtbaren Grenzen gelangt man immer wieder aufs Neue in eine andere Welt. Vom Bahnhof aus liefen wir zunächst durch Chinatown und hielten uns dann zwischen dem Stadtteil Seefhouk und einer der großen Tangenten, die die Stadt durchschneiden. Die Häuser, Kneipen und Geschäfte, die wir passierten, waren nicht wirklich schön, vielmals wurde portugiesisch oder spanisch gesprochen. An der Hogeschool Antwerpen angelangt erschließt sich in westlicher Richtung eine schön angelegte, grüne Lunge: der Park Spoor Noord.

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Park Spoor Noord und Bar Noord

Ohne erst den restlichen Park zu erkunden, ließen wir uns gleich in zwei Liegestühlen in der Bar Noord nieder. Dieses im industriellen Stil gestaltete, wirklich riesige Café liegt im östlichen Teil des Parks, direkt an zwei Wasserstellen. Und während wir da so gemütlich unseren Cappuccino schlürften, tobten um uns herum kleine Kinder anderer Gäste und wir fühlten uns in die Zeit zurück versetzt, als wir ebenfalls noch eine studentische Familie waren und mit unserem Kind vor der Mensa an der Lahn gesessen und gepicknickt haben. Vielleicht lag es auch an unserer eigenen Geschichte, dass wir uns so wohl fühlten. Aber ich glaube auch unabhängig davon ist die Atmosphäre unglaublich entspannt und das Café wirklich lohnenswert (allerdings ist es nur im Sommer in dieser Location!).

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Skaterpark

Als wir uns weiter auf den Weg machten, verließen wir den Park auch wieder in östlicher Richtung. Dort schließt sich ein Skaterpark an, der fleißig benutzt wurde und wir beobachteten eine Gruppe Jungs, ungefähr im Alter unseres Sohnes, wie sie mit ihrer Rollern halsbrecherisch die Pipes erkundeten. Das ganze Areal dort ist (oder war zumindest zum Zeitpunkt unseres Besuchs) eine riesige Baustelle, was nicht unbedingt schön anzusehen war, und doch haben wir die Gegend sehr genossen. Es herrschte eine dynamische Atmosphäre zwischen Umbruch, Tradition, Entspannung und Handel.

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Eilandje und Museum aan de Strom

Der Weg führte uns durch das Hafengelände des südlichen Eilandjes und schließlich zum Museum aan de Strom.

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Den Besuch kann ich wirklich empfehlen, wenngleich wir nicht in der Ausstellung waren. Da wir noch einiges von der Stadt sehen wollten (und wirklich fantastisches Wetter hatten!), hatten wir uns wie 2016 in Amsterdam auch schon gegen Museumsbesuche entschieden. Aber das Besondere beim Museum aan de Strom ist, dass man auch ohne Ticket auf die Dachterrasse darf. Von dort hat man einen fantastischen Panorama-Blick über die Stadt. Und wer sich für Architektur interessiert, für den ist das Gebäude selbst allemal einen Besuch wert. Eine kleine Ausstellung haben wir dann auf dem Weg nach oben doch noch mitgenommen, für die man auch nichts bezahlen musste. Es wurden Einblicke in das Depot des Museums gewährt, was ich als Kunsthistoriker sehr spannend fand. Denn es ist unglaublich, was Museen alles für Schätze besitzen, die man als Besucher nicht zu Gesicht bekommt!

Die Gegend rund um das Museum bis hin zur Schelde und auch das Hafengebiet weiter Richtung Norden hätte ich gern noch mehr erkundet, aber da wir alles zu Fuß bestritten haben und einem dann irgendwann die Zeit einen Strich durch die Rechnung macht, muss man sich eben immer begrenzen. Unsere Mittagspause in der Burgerej gegenüber fanden wir übrigens nicht so toll wie erhofft. Geschmacklich okay, wenig Essen, dafür für sehr viel Geld…

Ich habe Euch hier nochmal eine Kartenübersicht eingebunden, da könnt Ihr Euch besser vorstellen, wie wir ungefähr gelaufen sind:

Wir sind an diesem Tag übrigens noch sehr viel weiter gelaufen. Hinunter zum Schipperskwartier, Richtung Universität und von dort zurück zum Hauptbahnhof. Auch dort haben wir noch viel gesehen und alles in unser inneres Reisealbum aufgenommen.

Wenn ich so auf die Karte schaue, dann türmen sich in meinem Kopf augenblicklich all die Fragen auf, die ich noch nicht beantworten konnte und ich möchte am liebsten augenblicklich meine Tasche packen. Ich hoffe, wir bekommen doch bald die Möglichkeit, uns wieder auf Geschichtensuche in Antwerpen zu begeben!

Eure Carolin, die gegen den Reiseherzschmerz jetzt erstmal eine Trostschokolade braucht

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