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Atelierbesuch im Studio Moook.

seedandstory.de | Atelierbesuch im Studio Moook.

Diesen Post wollte ich eigentlich schon im letzten Jahr geschrieben haben. Aber wie das dann manchmal so ist, kam dies und das dazwischen (nicht nur bei mir). Und so erzähle ich Euch also heute von unserem Nachmittag im Studio Moook hier in Cuxhaven und nehme Euch mit auf einen Atelierbesuch.

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Leider muss ich gleich vornweg stellen, dass es dieses tolle Studio nicht mehr lang geben wird. Mitte März müssen die beiden Mädels aus persönlichen Gründen ihre Pforten schon wieder schließen. Darüber bin ich sehr traurig, weil es in Cuxhaven eh so wenig Angebote an wirklich tollen Läden gibt. Zum Glück stellen Anna und Franca ihre Talente bzw. kreativen Produkte noch anderweitig zur Verfügung. Dazu erfahrt Ihr weiter unten noch mehr. Insofern ist mein Post leider nicht die Werbung, die er sein sollte (für all jene unter Euch, die hier mal Urlaub machen und genug vom Strand haben), aber eine Herzensangelegenheit.

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Atelierbesuch im Studio Moook

Zurück zu unserem Besuch in der Schillerstraße, wo sich das Kreativ-Studio nieder gelassen hat. In den Herbstferien letztes Jahr durften meine Kinder und ich dort einen Kurs unter der Anleitung von Anna besuchen und haben zusammen Holzteile bemalt, aus denen sich Figuren ganz frei nach Geschmack zusammen setzen lassen. Das Schöne daran war nicht nur das Werkeln und Malen, sondern auch die Umsicht, mit der alles vorbereitet war. Es gab Holzscheiben, auf die auf der Rückseite immer das Mischverhältnis der Farbe aufgemalt war. Jedes Kind bekam einen eigenen Arbeitsplatz, ein T-Shirt als Kittel und auch für den kleinen Hunger und Durst zwischendurch war gesorgt. Die ganze Atmosphäre war entspannt und liebevoll.

Den Kindern hat es wirklich großen Spaß gemacht – mir natürlich auch ;-). Am Ende gab es zu den Holzteilen noch einen kleinen Stoffbeutel dazu, den man ebenfalls bemalen konnte und in dem alles sorgsam aufbewahrt werden kann. Meine Mädchen haben ihre Männchen übrigens mittlerweile zusammen geklebt, so dass sie immer im Kinderzimmer bereit stehen!

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Man kann noch viele andere Kurse zu verschiedenen Themen besuchen oder aber auch fertige Produkte wie Schmuck, Karten, Poster und Kalender erwerben. Aber wieso lassen wir die beiden Inhaberinnen nicht mal selbst zu Wort kommen? Wie schon bei meinen anderen Atelierbesuchen habe ich nämlich wieder ein kleines Interview geführt. 

Interview mit Anna und Franca

Stellt Euch doch bitte einmal kurz vor: wer seid Ihr und was sollte man über Euch wissen?

Wir sind Studio Moook – gegründet von der Illustratorin Anna Jansen + der Goldschmiedin Franca Thielmann. Unser Ladenatelier bietet allen Besuchern die Möglichkeit, uns bei unserer alltäglichen Arbeit über die Schulter zu schauen, tolle, selbstgestaltete und handgefertigte Produkte einzukaufen oder mit uns gemeinsam an eigenen kreativen Projekten zu arbeiten – ob in unserem offenen Atelier oder in den vielen Workshops, die wir alle drei Monate neu zusammenstellen. In unserem fröhlichen Ladenkonzept findet man rund um einem riiiesigen Tisch zum Arbeiten eine Vielzahl besonderer Produkte wie Ketten, Ringe, Post- und Grußkarten, Armbänder, Kalender, Bilder, Wandschmuck und Mobilés, die man einkaufen kann. Auf Wunsch fertigen wir auch Auftragsarbeiten an – zum Beispiel ein individuelles, gezeichnetes Familienporträt, Visitenkarten, Flyer, besondere Einladungskarten zur Hochzeit, Kommunion, Konfirmation oder zum nächsten runden Geburtstag!

Zu zweit ein Studio führen, das hat offensichtlich ganz klar Vorteile. Geteilte Kosten, doppelte Power, auch was Arbeitszeiten angeht. Wie seid Ihr zwei überhaupt „aneinander geraten“? 

Wir leben beide erst seit ein paar Jahren in Cuxhaven und haben uns damals unabhängig voneinander an den Cuxhavener Kunstverein gewandt, um dort Kreativworkshops anzubieten. Leider blieben die Anmeldungen aus und die Workshops fanden so gut wie nie statt. Im Sommer hat Anna sich dann einen kleinen Stand auf dem Lotsenfest gemietet, um ihre Karten, Kalender und Bilder zu verkaufen. Franca kaufte unerkannt ein und meldete sich ein paar Monate später per Email, ob sie auch ohne Lotsenfest noch einmal Nachschub bekommen könnte. So haben wir uns dann zum ersten Mal bewusst getroffen und festgestellt, dass wir beide ganz ähnliche Ideen haben. Wieder ein paar Monate später bekam Anna auf einer ihrer Ausstellungen das Angebot ein freiwerdendes Ladenlokal in der Schillerstrasse anzumieten. Ein Wunschtraum – aber erstmal undenkbar. Finanziell + zeitlich alleine kaum machbar. Ein paar Minuten später tauchte Franca auf der Ausstellung auf und nach ein paar Tagen Bedenkzeit, stand der Plan zum gemeinsamen Studio fest! 

Moook – was bedeutet das eigentlich? Und was erlebt man, wenn man zu Euch kommt?

MOOOK  steht für das norddeutsche Wort »machen«.  Denn Dinge zu entwerfen und zu fertigen ist unsere große Leidenschaft, alleine für uns, oder in Gemeinschaft mit anderen Kreativen. Die Suche nach einem Namen für unser Studio war vermutlich die zeitaufwendigste Aufgabe im Vorfeld. Es sollte nordisch klingen, geschrieben gut aussehen und auch noch eine sinnvolle Bedeutung haben. Irgendwann stand der Name »Mook« im Raum. In der Nacht vor dem url-Einkauf haben wir dann gemerkt, dass »mook« auf englisch umgangssprachlich in manchen Regionen »Idiot«  bedeutet. »Studio Idiot« war also nicht länger unser Wunschname. Also fing die ganze Namenssuche wieder von vorne an. Unter größtem Zeitdruck + mit ganz wenig Hoffnung irgendwie. Irgendwann schlug Franca ganz beiläufig die naheliegenste aller Lösungen vor: Ein o mehr. Gleicher Klang, gleiches Bild, kein Idiot. Voilá! Seitdem heissen wir Studio Moook und lieben das „Ahhhaaa!“ das wir von unseren Besucher + Kunden hören, wenn wir den Namen erklären. Außer der Namenserklärung bekommt man bei uns die Möglichkeit besondere von uns beiden selbst entworfene Produkte zu finden. Teilweise mit nordischem Bezug, dabei aber ganz und gar nicht Souvenirladen-kitschig, sondern modern, schlicht und ein bisschen witzig. Wir freuen uns über Kunden jeden Alters + laden alle ein mit uns zusammen kreativ zu werden. Es gibt Workshops für Kinder, für Jugendliche, für Erwachsene und die Möglichkeit einen Kindergeburtstag oder andere Feste in kleinem Rahmen bei uns zu feiern. Wir sprechen gerne einen individuellen Workshopinhalt mit euch ab + stellen Getränke, Kekse, das nötige Material und Werkzeug und ganz viel kreative Inspiration bereit!

Zu guter Letzt noch folgende Fragen an jede von Euch:

Mit was kann man Dir eine echte Freude bereiten?

(ANNA) Mit netten Worten zu meinen Illustrationen, die über das Maß meines Papas „Ah, haste schön gemacht! Obwohl, ich weiss gar nicht, ob das jetzt wirklich schön ist. Ich habe von sowas ja keine Ahnung.“ hinausgehen, mit Teegeschenken jeglicher Art + analoger Post. 

(FRANCA) Letztens war eine Kundin bei uns im Laden, die einen Ring von mir gekauft hat. Sie sagte der wäre in seiner Art formvollendet, einfach schlicht und schön. Das hat mich sehr gefreut. Oder wenn die Teilnehmer nach einen Workshop ganz stolz mit ihrem Schmuckstück nach Hause gehen und es gar nicht fassen können, dass sie das gerade selbst gemacht haben. Ansonsten freue ich mich immer über eine Tasse Kaffee, eine schöne Kerze, viel Musik und gemütliche Stunden mit meiner Familie.

Was war die peinlichste Situation, an die Du Dich erinnern kannst?

(ANNA) Zeitungsfotos, die auf Ausstellungen, Preisverleihungen oder bei Interviews von mir gemacht werden, zu finden. Mama sagt „Man kann auf Fotos nicht schöner aussehen als in Wirklichkeit.“ – Doch kann man, wenn man 1000 Versuche mit dem Selbstauslöser hat! 

(FRANCA) Wie Anna schon sagte, Fotos für Zeitungsberichte sind unangenehm, vor allem da sie ja meistens gestellt sind. Ausserdem musste ich während meiner Meisterprüfung in der mündlichen Prüfung einen Auszubildenden anleiten und ihn immer wieder loben, der gar nicht anwesend war, quasi Luft. Da kam ich mir ziemlich doof vor.

Was wolltest Du als Kind unbedingt werden?

(ANNA) Ich wollte immer „Blumenverkäuferin“ werden. Inspiriert von den riesigen, bunten Blumenbeeten, die meine Mama um unser Haus herum angelegt hat. Allerdings nicht in einem Blumenladen (da fand ich den Geruch immer komisch) sondern mit einem einfachen, kleinen Holztisch auf einem Markt. In meiner Vorstellung habe ich an so einem Markttag auch bloß fünf oder sechs Blumentöpfe mit Pflanzen angeboten. 10 Mark waren aber auch schon ein Vermögen damals. Irgendwann hat meine Mama mir dann erklärt, dass die korrekte Bezeichnung wohl „Floristin“ sei. Ich war stolz wie Oskar als ich meinen Freunden dann erklären konnte, dass ich „wenn ich groß bin mal Floristin – das bedeutet Blumenverkäuferin – werden möchte!“ 

(FRANCA) Ich wollte als Kind immer Kassiererin werden. Mich hat das total beeindruckt wie schnell man auf einer Kasse tippen kann. Mein Traum wurde dann war, als ich zu Weihnachten eine richtige echte Registrierkasse bekommen habe. Allerdings zum Leidwesen meiner Freunde, die mussten ab da die meiste Zeit mit mir in unserem, zum Kaufladen umfunktionierten, Vorratskeller verbringen. 

Das bisher schönste Erlebnis in Deinem Leben?
 
(ANNA) Als ich in der 5. Klasse eine Woche schulfrei haben durfte, weil ich einen weltweiten Malwettbewerb gewonnen hatte, bei dem der Preis eine einwöchige Reise für meine ganze Familie war. Ob es „das“ schönste Erlebnis war, weiss ich nicht genau. Aber es war damals auf jeden Fall grandios toll!
 
Und gibt es etwas, was Du unbedingt können würdest wollen?

(ANNA) Mir von kleinen Dingen nicht die ganze Tageslaune verderben zu lassen – viel, viel schneller arbeiten zu können – nicht warten zu müssen bis die Farbe trocknet – in Kundenköpfe reingucken zu können, um genau zu verstehen, was sie sich bei einer Auftragsillustration von mir wünschen – mit dem Finger schnipsen zu können und eine sofort-trink-temperierte Tasse Tee vor mir stehen zu haben. 

(FRANCA) Ich wünsche mir, ich wäre in manchen Dingen gelassener und hätte nicht immer das Gefühl, für vieles keine Zeit zu haben. Ausserdem gibt es natürlich viele Handwerkstechniken die ich gerne noch können würde. Und es wäre super, ich könnte endlich das Wetter hier in Cuxhaven toll finden.

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Ganz lieben Dank an Anna und France für die Zeit und Mühe, meine Fragen zu beantworten und für Euch beide alles Liebe, vor allem Dir, Anna, für Deinen bevorstehenden Umzug!
 
Wenn Ihr sehen wollt, was Anna und Franca herstellen, dann könnt Ihr das auch in ihrer beiden Online-Shops tun! Annas Postkarten bekommt man aber auch in anderen Shops, wie zum Beispiel bei Human Empire in Hamburg.
 
Francas Onlineshop für wunderschönen Schmuck: Hey Franca
Annas Onlineshop für wunderschöne Illustrationen: Anna Katharina Jansen

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