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It is well with my soul – Was mir mein Blick auf 2017 für das neue Jahr sagt

Da ist es, das neue Jahr. Schon wieder eine Woche alt und trotzdem noch voller leerer Seiten in meinem Kalender. Platz für neue Abenteuer, gute und weniger schöne Erfahrungen und vor allem jede Menge Geschichten.

seedandstory.de | Jahresrückblick 2017

Die letzten Wochen war es ruhig auf meinem Blog, etwas, was sich durch das ganze letzte Jahr zog. Obwohl ich auf der einen Seite voller Ideen für diesen Blog, voller Texte und Bilder war, die ich teilen wollte, kam ich auf der anderen Seite immer wieder an eine Grenze. Diese bedeutete manchmal mehrere Wochen Pause hier, meistens eher unfreiwillig. Oder zumindest ungeplant. Und das traf auch für das Jahresende zu. Mein Arbeitsplan, wie er da so schön organisiert auf meinem Schreibtisch lag, lachte mich mitten in der Adventszeit aus und verkündete mir die finale der letztjährigen Pausen. Ich kämpfte ungefähr zwei Tage dagegen an, fühlte mich müde, erschöpft und in hohem Maße inkompetent und wenig professionell.

Am Ende war es das Beste, was mir passieren konnte. Zum einen habe ich die Adventszeit als wirklich ruhig und sehr stressfrei empfunden. Zum anderen konnte ich so endlich zurück schauen und in Ruhe darüber nachdenken, woher sie kamen: Müdigkeit, Erschöpfung und eben jene Pausen. Welche Grenze da so unsichtbar immer wieder aus dem Nichts auftauchte und mir etwas sagen wollte. Ich hielt meinen ganz persönlichen Jahresrückblick, um zu verstehen, was 2017 für mich bedeutet hat. Und zwar nicht nur auf privater Ebene. Ich wollte lernen, auf was ich 2018 hören soll.

Persönliches Wachstum

Die letzten Jahre waren für uns eine Art Lebensschule. Manchmal wirklich hart und steinig, durch Täler, an deren Ende wir nicht immer Licht sahen. Wir wussten zwar, wir sind nicht allein und wurden gehalten, aber gehen mussten wir diese Wege trotzdem. Seit 2016 nun schon hat sich dieser Weg verändert. Verlagert könnte man sagen: von außen nach innen. Wir sind weiter gewachsen, haben uns immer wieder geprüft und neu ausrichten lassen. 2017 hat in dieser Hinsicht für mich den Höhepunkt dieser Lebensreise gebildet.

Vielleicht hört sich das für Euch seltsam an. Kryptisch, verwirrend oder irgendwie ein wenig „eso“? Ich kann Euch versichern, dass nichts davon zutrifft. Wenn ich auf allen Social Media-Kanälen, auf denen ich so unterwegs bin, lese, wieviele Menschen sich vornehmen, sich mehr um sich zu kümmern, nicht mehr genau wissen, was eigentlich Sinn und Ziel ihres Lebens ist und sich angestrengt in einer Art Selbst-Optimierung versuchen, dann bestätigt mir das nur, wie dringlich dieses Thema ist.

Die Erschöpfung am Ende des Jahres war unter anderem eine vom Lernen über mich selbst. Vom immer wieder losgehen, noch einmal versuchen, besser verstehen, was in mir und um mich herum passiert. Manchmal habe ich Euch auf diese Reise in meinen Texten mitgenommen. Und Eure Resonanz darauf gemeinsam mit dem, was dabei in mir selbst passiert ist, zeigt mir deutlich: hier geht es weiter! 2017 war erst der Anfang von dem, was ich durch meine eigenes persönliches Wachstum weiter geben kann.

seedandstory.de | Jahresrückblick 2017

Mein Blog und meine Arbeit

Arbeitstechnisch war es für uns ein anstrengendes Jahr, weil es durch viel Unsicherheit, kontinuierliche Bewegung (nahezu kein Monat war wie der andere) und schlechte (aber wichtige!) Erfahrungen geprägt war – vor allem auf der Seite meines Mannes. Das kann einem wirklich einiges an Kraft abverlangen, das kannten wir schon aus anderen Jahren. Auch auf meiner Seite gab es viel Bewegung, vor allem in mir drin. Neben meinem Blog und einigen sehr wenigen Kooperationen, die das letzte Jahr mir bescherte, habe ich neue Felder für mich erschlossen, einige Randgebiete abgegrast (und dabei festgestellt, dass sie nichts für mich sind) und auch hier gelernt, mich ganz klar zu fokussieren.

Ich habe eine Website erstellt, freie Fotoaufträge angenommen, einen Vortrag gehalten, in einer Zeitschrift publiziert und bin interviewt worden. Ich habe weiter in der Social Media-Betreuung gearbeitet und einen Vertrag als freie Mitarbeiterin in einer Agentur eines Freundes unterschrieben. 2017 hat mir eine Menge Chancen geschenkt, an denen ich ausprobieren konnte, welche Wegsteine ich mitnehmen und verbauen möchte und welche ich lieber liegen lasse.

Aber es gab sie eben auch, diese Grenze. Die mich immer wieder dazu geführt hat zu pausieren, nichts mehr zu schreiben und nicht online zu sein. Diese Grenze zu ergründen hielt mich wirklich das ganze Jahr über kontinuierlich beschäftigt. Bis ich für mich die Antwort finden konnte. Neben tief sitzenden Versagensängsten war es vor allem der permanente Abgleich, der ganz automatisch durch den steten Aufenthalt in dieser Online-Welt entsteht und dem ich irgendwann nicht mehr gewachsen war. Immer wieder hatte ich das Gefühl, ich schreibe nicht das Richtige, mache nicht die richtigen Fotos, produziere mich nicht genügend. Immer wieder schrieb ich in mein Jahresbuch (dazu zu einem späteren Zeitpunkt mal mehr) die gleich Dinge. Fragte mich selbst nach meinen Schwerpunkten, nach dem Unterschied zwischen richtig und falsch (und das meine ich nicht moralisch, sondern im Sinne eines Erfolges) und stand mehrmals davor, alles aufzugeben.

Am Ende des Jahres begriff ich endlich, wie kaputt ich mir meinen Weg machte. Ein wichtiges Hilfsmittels war dabei der Vortrag, den ich auf der blogst17 in Berlin hielt. Als ich darüber sprach, warum im Geschichten erzählen so eine Macht liegt, sprach ich auch darüber, wie man selbst seinen Erfolg definiert. Ich begriff, dass ich in all den Monaten nicht nach meiner Definition gefragt hatte, sondern immer die der anderen übernahm. Und noch einmal bestätigte sich mir dieser Gedanke, als ich einen Beitrag auf Instagram kommentierte, der sich damit beschäftigte, im neuen Jahr eben jene Plattform wieder zu einem guten Ort mit echter Inspiration machen zu wollen. Aber wie soll man eigentlich noch echte Inspiration empfinden, wenn wir nur noch mit nachahmen beschäftigt sind? (Auch hierzu werde ich nochmal einen eigenen Artikel schreiben).

Der scheinbare  Erfolg der anderen – scheinbar deswegen, weil ich ihre Definition ja gar nicht kenne und sie nur an äußeren Merkmalen wie Reichweite, Followerzahlen, Interatkionsrate etc. festmachen kann – hat mich immer wieder daran zweifeln lassen, ob das, was ich mache, gut genug ist. Und irgendwann habe ich nicht mehr gemerkt, dass das die völlig falsche Herangehensweise ist! Die Frage muss lauten: für was schlägt mein Herz so laut, dass ich nur noch darauf und auf nichts anderes mehr hören kann? Darin wird man automatisch gut sein und es wird keine Rolle spielen, was andere tun. Ihr Erfolg ist nicht meiner und umgekehrt. Weil ihr Herz nicht meines ist.

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Zwischen Reisen und Zuhause, zwischen Idee und Umsetzung

Es gäbe noch so viel mehr zu sagen.

Zum Beispiel darüber, dass mein Reiseschmerz so schlimm ist wie all die letzten Jahre nicht mehr. Da wir nie Geld und dadurch keine Möglichkeit zum reisen hatten, konnte ich diesen Teil von mir so halbwegs in Schach halten. Und wenn es zu schlimm wurde, versuchte ich mich mit kleinen Auszeiten zu trösten. Mittlerweile funktioniert das nicht mehr und ich möchte herausfinden, wie ich damit umgehen kann.

Oder darüber, dass es hier im Haus immer noch Projekte gibt, für die wir uns nun eine klare Deadline gesetzt haben. Und die ich eigentlich alle gern hier zeigen möchte. Darüber, dass wir so viele Ideen haben, von denen ich hoffe, dass wir zumindest einen Bruchteil umsetzen können.

Ich bin sehr gespannt auf dieses neue Jahr, auf alles, was es bringen wird. Am Ende von 2018 möchte ich meinen Hut an den Haken hängen, nach Hause in mein Nest kommen und die Tasche voller neuer Abenteuer, guter und weniger schöner Erfahrungen und jede Menge Geschichten auspacken.

Ich freu mich auf die Reise, die 2018 bedeutet und hoffe, Ihr seid und bleibt Teil seiner Geschichte.

Eure Carolin

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11 Kommentare

  • Reply
    Regina
    9. Januar 2018 at 16:58

    Schöne, ehrliche Wort von Dir – von Herzen alles Gute für Deine Reise 2018!
    Ich freue mich immer hier von Dir zu lesen,
    Regina

    • Reply
      Carolin Schubert
      9. Januar 2018 at 17:09

      Ganz lieben Dank, schön, dass Du dabei bist!

  • Reply
    Wuestenkinder
    9. Januar 2018 at 19:58

    Oh Carolin, manchmal möchte ich Dich drücken. Gerade jetzt mal wieder, wo Du so ehrliche, wahre Worte findest.
    Ich wünsche Dir und Deiner Familie ein herrliches Jahr 2018 und ich freue mich, wenn Du meins mit Deinen Geschichten begleitest. liebe Grüße Maren

    • Reply
      Carolin Schubert
      10. Januar 2018 at 18:16

      Ganz lieben Dank, Maren, und schön, dass Du wieder dabei bist!

  • Reply
    Eclectic Hamilton
    9. Januar 2018 at 20:23

    Liebe Carolin, so klar und so ehrlich. Ich drücke dir ganz fest die Daumen, dass alles so kommen mag wie Du es geplant hast.
    Liebste Grüße von Ines

    • Reply
      Carolin Schubert
      10. Januar 2018 at 18:15

      Danke, Ines!

  • Reply
    Jutta Frisch
    9. Januar 2018 at 21:57

    Liebe Carolin, auch ich drücke dich aus der Ferne für diese wunderbaren Worte!
    Und auch wenn es sich esoterisch anhört- sei´s drum. Den eigenen ganz persönlichen Weg zu gehen und sich dabei immer näher zu kommen ist so schön. Danke! für all deine ehrlichen Geschichten.
    Alles Gute für ein herrliches 2018
    jutta

    • Reply
      Carolin Schubert
      10. Januar 2018 at 18:15

      Liebe Jutta, vielen lieben Dank für Deine Worte!

  • Reply
    Jasmin
    11. Januar 2018 at 14:50

    ..und weißt Du, was ich sehe?
    Ich sehe einen Garten in Dir, der in seiner Schönheit keinem Ort dieser Welt gleicht, weil er immer mehr aus der Begegnung mit unserem Schöpfer enspringt, weil er blüht- nicht immer gleich, aber in einem guten Rhythmus und nach jedem Winter kommt ein noch schönerer Frühling- schöner, als Du je geahnt hättest weil der Winter, der dem Erwachen voranging, noch härter und hartnäckiger war.
    Lass in jedem Winter den Fokus auf dem Frühling und dem Wissen, dass die Kraft, mit der GOTT in uns wirkt, die Auferstehungskraft ist. Die Kraft, die Leben schafft.
    Du bist so begabt!
    In tiefer Liebe,
    Jasmin

    • Reply
      Carolin Schubert
      11. Januar 2018 at 15:17

      Liebe Jasmin, vielen Dank für dieses wunderschöne Bild, dass ich mir mitnehme.Und tatsächlich ist es so, dass wir in den letzten Jahren zunehmend gelernt haben, den Rhythmus der Zeiten – im übertragenen wie im tatsächlichen Sinne – zu verinnerlichen und mit ihnen zu gehen.

  • Reply
    Samstagskaffee & Netzgeflüster No. 152 | Maschenfein :: Strickblog
    3. März 2018 at 6:02

    […] höre Ihr auch unglaublich gern in den Instastories zu. Besonders berührt hatte mich im Januar ihr Jahresrückblick auf 2017. Einerseits, weil sie uns darin so tief und ehrlich auf ihre Persönlichkeitsreise im vergangenen […]

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